Gestaltungsideen für das Zentrum Altonas – der Beteiligungsprozess
Das Verfahren wurde ab Sommer 2025 durch eine umfassende Öffentlichkeitsbeteiligung begleitet. Die Beteiligung fand digital und vor Ort mit großer Resonanz statt. Die Ergebnisse der 1. Beteiligungsphase wurden in die Aufgabenstellung des im November 2025 gestarteten Wettbewerbsverfahrens eingearbeitet. Eine sechsköpfige Bürger:innenvertretung wurde ausgelost und konnte an den Jurysitzungen teilnehmen. In einer öffentlichen "Gläsernen Werkstatt" Ende November 2025 konnten alle Interessierten den fünf Planungsteams über die Schulter schauen, einen Einblick in die ersten Ideen bekommen und sich mit den Fachleuten zur Zukunft des Altonaer Bahnhofsumfelds austauschen. Auch im weiteren Verlauf wurde die Öffentlichkeit beteiligt. Informationen zum Beteiligungsprozess finden Sie hier.
Die Dokumentation des gesamten Beteiligungs- und Wettbewerbsprozesses 2025/2026 ist hier abrufbar.
Das Wettbewerbsverfahren im Überblick
Das Verfahren war als "kooperatives städtebaulich-freiraumplanerisches Werkstattverfahren" angelegt. Fünf interdisziplinäre Planungsteams entwickelten parallel unterschiedliche Lösungsansätze und Ideen, wie das Altonaer Zentrum in Zukunft aussehen kann: mit einem gut funktionierenden Busbahnhof, neuen Gebäudebausteinen und attraktiven Plätzen und Grünräumen. Diese wurden in mehreren Arbeitsschritten mit einem Gremium aus Fachleuten, Bürger:innen und Politiker:innen diskutiert und weiterentwickelt.
Das Verfahren startete im November 2025 und wurde im April 2026 abgeschlossen.
Anlass und Ziel des Wettbewerbsverfahren
Die Planungen knüpfen an die Verlagerung des Fern- und Regionalbahnhofs nach Altona-Nord (Diebsteich) an. Denn mit dem Wegfall des heutigen Kopfbahnhofs können zukünftig die oberirdische Gleisanlagen und Bahnsteige zurückgebaut werden; der unterirdische S-Bahnhof bleibt erhalten. Gleichzeitig muss der Busbahnhof aufgrund künftiger Anforderungen des Öffentlichen Personennahverkehrs deutlich erweitert und neu organisiert werden. Im Rahmen des Wettbewerbsverfahrens wurden städtebauliche und freiraumplanerische Visionen gesucht, die die verkehrlichen Funktionen mit hoher Aufenthaltsqualität verbinden und so das Zentrum Altonas insgesamt ein neues, identitätsstiftendes Gesicht bekommt.
Was soll hier entstehen?
Erwartet wurden Szenarien für:
- einen leistungsfähigen, gut integrierten Busbahnhof,
- eine zukunftsweisende Bebauung mit gemischten Nutzungen,
- attraktive, grüne, klimaangepasste Freiräume und Plätze,
- verbesserte Fuß- und Rad-Verbindungen zwischen Ottensen, Altona-Altstadt, Mitte Altona und der Elbe.
Wer waren die Teams im Wettbewerbsverfahren?
- Team A: APB. Schneider Andresen Pommée Architekten und Stadtplaner PartG mbB, Hamburg und HAHN HERTLING VON HANTELMANN Landschaftsarchitekten GmbH BDLA, Hamburg
- Team B: blrm Architekt*innen GmbH (Blauraum), Hamburg und Treibhaus Landschaftsarchitektur Hamburg
- Team C: C C.F. Møller Deutschland GmbH, Berlin/Aarhus und Vogt Landschaft GmbH, Berlin
- Team D: DFZ Architekten GmbH, Hamburg und Snøhetta Arkitektur og Landskap A/S, Oslo
- Team E: NOTO Basista Becker Jansen Architekten Partnerschaft mbB, Hamburg und studio erde GmbH, Zürich/ Berlin
Die Planungsteams wurden verkehrsplanerisch unterstützt, unter anderem auf Basis vorliegender Machbarkeitsstudien (siehe Downloads am Ende dieser Seite).
Ablauf des kooperativen Wettbewerbverfahrens:
- 11/2025: Auftakt und Aufgabenklärung
- 11/2025: Werkstatt-Tage mit Zwischenfeedback
- 11/2025: "Gläserne Werkstatt" (öffentliche Einblicke in Arbeitsstände)
- 01/2026: Zwischenpräsentation
- 04/2026: öffentliche Ausstellung der Entwürfe kurz vor der Jurysitzung
- 04/2026: Jurysitzung mit Endpräsentation
- ab 05/2026: Ausstellung der Ergebnisse im Rathaus Altona
Wer war für das Wettbewerbsverfahren zuständig?
Das Verfahren wurde vom Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen beauftragt und in Abstimmung mit mehreren Fachbehörden, dem Bezirk Altona sowie Verkehrsunternehmen begleitet.
Auftraggeber und Projektteam
- Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen
- Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen
- Behörde für Verkehr und Mobilitätswende
- Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft
- Bezirksamt Altona
- DB InfraGO AG, hvv, HOCHBAHN, u. a.
Worum geht es konkret? – Das Plangebiet und Aufgaben
Das Plangebiet umfasst den heutigen Bahnhofskomplex (Bahnhof, Handelshaus, Parkhaus, Hotel), den Paul-Nevermann-Platz, den Übergang zum Platz der Republik sowie Teile des südlichen zweiten Entwicklungsabschnitts Mitte Altona (insgesamt ca. 5,5 Hektar). Die Aufgabe bestand darin, in diesem Raum Ideen für die Neuordnung von Hochbau, Busbahnhof und öffentlichen Freiräumen zu entwickeln.
Was waren die Vorgaben für das Wettbewerbsverfahren?
Fünf Aufgaben sind vorab durch die Stadt definiert worden:
- Der Busbahnhof soll im Projektgebiet bleiben und muss erweitert werden, um künftig den Hamburg-Takt bedienen zu können.
- Es sollen interessante Gebäude und schön gestaltete Plätze und Grünflächen entstehen.
- Von Nord nach Süd und von Ost und West sollen gute Radwege- und Fußwegeverbindungen entstehen.
- Es muss gewährleistet sein, dass alle Pläne auch finanzierbar sind. Handelsflächen soll es höchstens im Umfang der bestehenden Flächen im und um den heutigen Bahnhof geben, um die angrenzenden Handelsbereiche zu schützen.
- Der denkmalgeschützte Schellfischtunnel und seine Zugänglichkeit sollen bei allen Entwürfen bedacht werden.
Die detaillierte Aufgabenstellung finden Sie im Aufgabenpapier zum Wettbewerbsverfahren.
Ergebnis des Wettbewerbsverfahrens
Am 16. April 2026 hat die aus Politiker:innen und Fachleuten bestehende Jury zwei sehr unterschiedliche Konzepte zur weiteren Bearbeitung ausgewählt – den Entwurf von C. F. Möller und Vogt Landschaft (Team C) sowie den Entwurf von Noto Studio Erde (Team E). Insgesamt lagen fünf sehr gute Beiträge für die Neugestaltung des Bahnhofumfeldes Altona vor. Beide ausgewählten Vorschläge planen eine oberirdische Busanlage und setzen auf qualitätsvolle Freiräume sowie gut proportionierte Plätze im Zentrum Altonas. Der Entwurf von noto und studio erde knüpft an das Vorhandene an, der andere Entwurf von C.F. Moeller und Vogt Landschaft entwickelt ein komplettes Neubauszenario. Bei beiden Entwürfen entstehen große Potenziale für eine angemessene urbane städtebauliche Entwicklung mit gelungenen Verbindungen in die Stadtteile. Die Entscheidung der Jury spiegelt auch die Tendenz aus der Bürgerbeteiligung wider.
Lesen Sie mehr zum Ergebnis des Wettbewerbsverfahrens in der Pressemeldung vom 17. April 2026.
© Luftbilder: Matthias Friedel
Sämtliche Entwürfe des Wettbewerbsverfahrens finden Sie unter Downloads am Ende dieser Seite.
Wie geht es nach dem Wettbewerbsverfahren weiter?
Die beiden ausgewählten Entwürfe werden nun von den beiden Teams weiter ausgearbeitet und auf ihre Umsetzbarkeit überprüft. Dieser Prozess, in den u.a. Experten für die Planung von Busbahnhöfen einbezogen werden, wird mindestens ein Jahr dauern. Wenn die Prüfergebnisse vorliegen, wird darüber entschieden, welche Ideen für den neuen Busbahnhof, die Plätze, Grünanlagen und Gebäude Grundlage für einen „Rahmenplan“ werden. Dieser Rahmenplan bildet dann die Grundlage für die weitere Planung. So wird es für einzelne Gebäude weitere hochbauliche Wettbewerbsverfahren geben. Die bauliche Umsetzung am heutigen Bahnhofsstandort ist zeitlich an die Inbetriebnahme des neuen Fern- und Regionalbahnhofs Diebsteich gekoppelt und kann voraussichtlich zu Beginn der 2030er Jahre starten.