Serielles Sanieren und nachbarschaftliche Lösungen

Wenn Sie gemeinsam mit Ihren Nachbarinnen und Nachbarn sanieren, können Sie potenziell Kosten und Aufwand sparen.

  • Stadtentwicklung und Wohnen
Gemeinsam sanieren
Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen Hamburg

Das Konzept des seriellen Sanierens hat sich vor mehr als zehn Jahren in den Niederlanden unter dem Namen "Energiesprong" entwickelt und beschreibt einen Komplettsanierungsansatz mit vorgefertigten Baumodulen auf ein besseres energetisches Niveau. Durch digitales Aufmaß der zu sanierenden Bestandsgebäude können Bauelemente (Fassaden-, Dach- und TGA-Module ) in der Produktionsstätte präzise geplant und vorgefertigt werden. Die Montagezeit auf der Baustelle verkürzt sich, wodurch Kosten für Fachkräfte und Baunebenkosten eingespart und sowohl Eigentümerinnen und Eigentümer als auch Mietende weniger belastet werden. In der Planungsphase können größere Projekte gebündelt und so Prozesse verschlankt werden. 

Vorteile des seriellen Sanierens

  • Kürzere Montagezeit und höhere Qualität durch weitereichende Vorfertigung.
  • Geringere Eingriffe in bewohnten Wohnungen und Umsetzung während der laufenden Nutzung.
  • Häufig Fertigung der vorgefertigten Fassadenmodule in Holzrahmenbauweise mit nachhaltigen Dämmstoffen.

Beitrag zur Steigerung der Sanierungsrate in Hamburg

Serielle Sanierungslösungen können perspektivisch einen wesentlichen Beitrag zur Erhöhung der Sanierungsrate in Hamburg leisten, insbesondere bei Reihenhäusern sowie baugleichen Mehrfamilienhäusern und Quartieren. Weitere Informationen und Unternehmen, die serielle Sanierungen durchführen, finden Sie unter: Energiesprong Deutschland.

Stärken Sie Ihre Nachbarschaft

Wenn das serielle Sanieren für Ihr Gebäude nicht in Frage kommt, überlegen Sie , sich mit Ihrer Nachbarschaft zusammenzuschließen. Gemeinsame Beratungen und Großaufträge können Kosten sparen und die Suche nach Planungsbüros und Handwerksbetrieben erleichtern. Zusammen können Sie einen wichtigen Beitrag für energieeffizientes Wohnen in Hamburg leisten!

Serielles Sanieren: Erstes Projekt im Hamburger Wohngebäudebestand

Die Hamburger Baugenossenschaft FLUWOG-NORDMARK eG setzt das erste serielle Sanierungsprojekt der Hansestadt um.

Mit standardisierten Bauteilen effizienter sanieren

Ein besonders wichtiger Baustein zur Steigerung des Sanierungsgeschehens im Gebäudebestand kann zukünftig das serielle Sanieren sein: Hierbei handelt es sich um eine Methode, bei der Bestandsgebäude nach einer digitalen Vermessung und Planung durch die Montage von vorgefertigten Modulen (z. B. Fassaden und Haustechnik) saniert werden. Der gesamte Prozess ist standardisiert sowie digitalisiert und zielt darauf ab, die Sanierung zukünftig schneller, effizienter und trotzdem qualitativ hochwertig zu gestalten. 

Mehrfamilienhaus der fluwog wird seriell saniert: Blick auf die Baustelle
Serielles Sanieren der fluwog in Barmbek: Bauteile werden vorab angefertigt dena | photothek, Kira Hofmann

Ein Barmbeker Mehrfamilienhaus aus den 1950er Jahren gibt den Startschuss

Die Baugenossenschaft FLUWOG-NORDMARK eG (fluwog) geht jetzt mit einem ersten Hamburger Projekt in Barmbek voran: Aus einem alten Mehrfamilienhaus in der Brucknerstraße 2 a + b mit 19 Bestandswohnungen soll ein energetisch fittes und zukunftsfähiges Wohngebäude werden. Dafür erhalten Fassade und Keller eine Dämmung (im Keller mit Abdichtung), und die Fenster, Türen und Balkone werden erneuert. Auch die Energieversorgung stellt den Zeiger auf die Zukunft: Das Gebäude wird an das Fernwärmenetz angeschlossen, das Dach erhält eine Photovoltaikanlage.

Zusätzlich werden das Dach aufgestockt und ein Neubau im Rahmen des Projekts errichtet - letzteres in Holzrahmenbauweise mit hohem Vorfertigungsgrad - um zugleich mehr Wohnraum durch insgesamt 12 neue Wohneinheiten zu schaffen.

Links zu ausführlichen Berichten

Die dena, als Energieagentur des Bundes hat das Projekt mit einem Baustellenbesuch für die Öffentlichkeit erfahrbar gemacht. Den Bericht der dena zum Besuch finden Sie hier, einen Projektsteckbrief dena zum fluwog-Projekt gibt es ergänzend hier. Und hier finden Sie einen Beitrag der fluwog selbst zum Projekt.