Sanieren in mehreren Schritten
Von der ersten Überlegung bis hin zum fertig sanierten Wohngebäude durchlaufen Sie mehrere Prozessschritte. Wir zeigen Ihnen in unserem Video, was Sie normalerweise erwartet: Planung, Kosten und Finanzierung der Sanierung sollten dabei immer gemeinsam betrachtet werden.
Grundsätzlich gilt allerdings: Es gibt nicht den einen Weg zur energetischen Sanierung Ihres Hauses, sondern Sie selbst bestimmen, welche Schritte Sie mit wem gehen wollen. Wir empfehlen Ihnen, kostenfreie Beratungsangebote wie die Hamburger Energielotsen für die Energie-Erstberatung oder eine Beratung durch die Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB) für die Beantragung von Landesfördermitteln in Anspruch zu nehmen.
Wichtig ist, wie viel Sie selbst bereits über Ihr Wohngebäude und die anstehenden energetischen Sanierungsmaßnahmen wissen, und wie umfassend die Sanierung wird. Bei umfangreichen Sanierungen oder in (vermieteten) Mehrfamilienhäusern kann die Beauftragung eines Planungs- oder Architekturbüros sinnvoll sein. Wenn es sich um einzelne Bauteile handelt, können Sie möglicherweise selbst Arbeiten ausführen oder direkt einen Handwerksbetrieb beauftragen.
Beachten Sie: Wenn Sie Fördermittel beantragen, dürfen Sie Aufträge an Planungs- und Architekturbüros oder Handwerksbetriebe in der Regel erst nach der erfolgten Bewilligung Ihres Förderantrags erteilen!
Das richtige Vorgehen
Schritt 1: Informieren und vorbereiten
Wie sieht der Ist-Zustand Ihres Gebäudes aus? Gemeinsame Analyse und Erstellung eines Sanierungsplans mit einer Energieberatung.
- Nutzen Sie dafür zunächst die kostenfreie Energieerstberatung der Hamburger Energielotsen.
- Halten Sie die wichtigsten Daten Ihres Wohngebäudes bereit.
- Nehmen Sie je nach Bedarf die Beratung durch zertifizierte Energieeffizienz-Fachleute, durch ein Architektur- oder Planungsbüro oder durch einen Handwerksbetrieb in Anspruch.
Schritt 2: Finanzierung planen
Welche Kosten kommen für die geplante Sanierung auf Sie zu? Welches Budget und welche Kreditmöglichkeiten stehen zur Verfügung?
Die Energieerstberatung liefert Ihnen eine grobe Kosteneinschätzung und erste Informationen zu möglichen Förderungen. Für die Beantragung von Bundesmitteln (KfW) wenden Sie sich an Ihre Bank. Bei Landesförderungen steht Ihnen die IFB zur Verfügung.
3. Schritt: Fördermittel beantragen
Achtung: Fördermittel müssen meist vor der Auftragsvergabe und dem Baubeginn beantragt werden, d. h. Sie müssen normalerweise erst auf die Förderbewilligung warten. Planen Sie deshalb für die Antragstellung und Umsetzung unbedingt genug Zeit ein.
4. Schritt: Handwerksunternehmen beauftragen
Vergleichen Sie die Angebote von Handwerksfirmen. Je präziser die Beschreibung der gewünschten Leistung ist, desto leichter lassen sich die Angebote vergleichen. Falls Sie sich dabei unsicher fühlen, können Sie sich an ein Planungs- oder Architekturbüro wenden.
5. Schritt: Sanierung
Ohne die Unterstützung eines Architektur- oder Planungsbüros müssen Sie möglicherweise verschiedene Aufträge koordinieren. In jedem Fall sind Sie dafür verantwortlich, die ausgeführten Arbeiten zu überprüfen und abzunehmen. Wenn Sie dabei unsicher sind, können Sie ein separates Ingenieur- und Architekturbüro beauftragen, das Ihnen bei der Prüfung der Angebote und der Abnahme hilft. Und das können Sie sich auch noch im Rahmen einiger BAFA-Programme fördern lassen.
6. Schritt: Förderung erhalten
Begleichen Sie alle Rechnungen fristgerecht. Wenn Sie Fördermittel beantragt haben, so reichen Sie bei der Bewilligungsstelle die entsprechenden Verwendungsnachweise ein. Die Auszahlung der Fördermittel erfolgt normalerweise erst nach der Genehmigung Ihres Verwendungsnachweises.
Energetische Sanierungsmaßnahmen: Darauf kommt es an
Stellen Sie zuerst fest, wo die energetischen Schwachstellen Ihrer Immobilie liegen. Dafür arbeiten Sie am besten von Anfang an mit einer Expertin oder einem Experten zusammen. Nehmen Sie beispielsweise eine kostenfreie Erstberatung der Hamburger Energielosten in Anspruch, die Ihnen eine erste Orientierung und Einschätzung für Ihren eigenen energetischen Sanierungsprozess bietet.
Eine genaue Planung der Maßnahmen und Kosten unter Berücksichtigung von Förderungen erhalten Sie in einer vertieften Energieberatung. Einen Großteil der Beratungskosten können Sie sich vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz erstatten lassen.
Teil des ersten Energie-Checks sollte sein,
- wo Ihre Immobilie energetisch optimiert werden kann,
- was die damit verbundenen Kosten und
- wie hoch die damit verbunden Einsparungen sind
Dabei erstellen Sie gemeinsam einen detaillierten Ablaufplan. Gehen Sie die Sanierungsschritte in einer sinnvollen Reihenfolge durch. Lassen Sie einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellen: Er zeigt Ihnen auf, welche energetischen Sanierungmaßnahmen in den nächsten 15 Jahren bei Ihnen anfallen. Ebenfalls gut daran: Den iSFP können Sie sich zu einem Großteil fördern lassen.
Welche Maßnahmen die richtigen sind, hängt vom energetischen Zustand Ihres Hauses ab. Deshalb muss immer separat geprüft werden, welche Maßnahmen sinnvoll kombiniert werden sollten. Hier erfahren Sie alles zum Thema Sanierungsmaßnahmen.