In seiner Lage wirkt der Untersuchungsbereich als süd-östlicher Eingangsbereich des Binnenhafens, an dem sich drei wichtige Hauptverkehrswege in zentraler Lage kreuzen. Er ist wichtiger Knotenpunkt im Gefüge der Harburger Innenstadt und Eingang zum neuen Quartier Binnenhafen zugleich und dient damit auch als Aushängeschild für den gesamten Stadtteil. Diesen Funktionen und der damit einhergehenden städtebaulichen Bedeutung wird der Bereich derzeit jedoch nicht gerecht. Insbesondere die Trennung der Bereiche Binnenhafen und Innenstadt durch die Verkehrstrasse von Buxtehuder Straße / Bundesstraße 73 und Bahngleisen stellt ein maßgebliches städtebauliches Hindernis für die zukunftsgerichtete Entwicklung des Binnenhafens sowie des Bezirks Harburg insgesamt dar.
Die vorbereitenden Untersuchungen haben das Ziel, die stadtstrukturellen, städtebaulichen, freiraumplanerischen und verkehrlichen Qualitäten des Untersuchungsbereiches zu analysieren und zu bewerten. Hierfür wurde zunächst eine umfassende Bestandsaufnahme durchgeführt. Darauf aufbauend wird ein städtebaulich-freiraumplanerischer Rahmenplan erarbeitet, der die Möglichkeiten für eine künftige Entwicklung des Gebiets aufzeigt und die Entwicklungsziele der Stadt definiert. Der Rahmenplan bildet damit das Grundgerüst für die folgenden Planungs- und Realisierungsschritte. Flankierend wurde ein Strukturplan erarbeitet, der die Zielaussagen der Rahmenplanung in einen beispielhaften Entwurf übersetzt. Der Strukturplan ist nicht bindend. Ergänzt werden Rahmen- und Strukturplan durch mehrere Fachkarten, in denen konzeptionelle Aussagen und Maßnahmen zu fachplanerischen Themen dargestellt werden (siehe Download-Bereich).
Aktueller Stand und nächste Schritte
Nach Erarbeitung des Rahmenplanentwurfs wurde im Dezember 2024 die zweite Phase der Beteiligung eingeleitet, bei der alle (betroffenen) Eigentümerinnen und Eigentümer sowie ggf. sonstige Betroffene (z.B. Mieterinnen und Mieter, Pächterinnen und Pächter), die Träger öffentlicher Belange (TöB) sowie die interessierte Öffentlichkeit in unterschiedlichen Verfahren einbezogen werden. In diesem Zug fand am 24.02.2025 eine öffentliche Veranstaltung zur Vorstellung des Rahmenplanentwurfs statt. Die Ergebnisse der zweiten Beteiligungsphase wurden ausgewertet und fanden Einfluss in die finale Rahmenplanung. Dieser Stand wurde am 01. September 2025 dem Stadtentwicklungsausschuss der Bezirksversammlung Harburg in einer öffentlichen Sitzung vorgestellt.
Seit November 2025 liegt nunmehr der Abschlussbericht der beauftragten Dienstleister vor (siehe Download-Bereich). Im ersten Quartal des Jahres 2026 werden die Rahmenplanung sowie die Ergebnisse der VU Harburg dem Senat und der Bürgerschaft vorgelegt werden.
Wesentliche Ziele des Rahmenplans sind insbesondere:
- Den östlichen Teil des Harburger Binnenhafens von einem Gewerbe- und Industriestandort zu einem durchmischten Quartier (mit einer ausgewogenen Mischung aus bestehenden und traditionellen Gewerbebetrieben, innovativen Start-Ups, Büros, Gastronomie und Wohnen) zu transformieren,
- den Städtebau klarer zu strukturieren, u.a. indem Raumkanten baulich gefasst werden,
- die Aufenthaltsqualität von öffentlichen Freiräumen zu steigern und attraktive Wasserlagen zugänglich und erlebbar zu machen; u.a. wird eine öffentliche Grün- und Wegeachse entlang des Seevekanals, des östlichen Bahnhofskanals und über den Treidelweg ausgestaltet, die mit einer Kurbelfähre in Richtung Norden (Hafenbezirk) überleitet und so an den Rundweg um die Hafenbecken anschließt,
- bestehende Wegeverbindungen zu verbessern bzw. neue zu schaffen, um die trennenden Barrieren (B 73 und Bahnstrecke) für Fuß- und Radverkehr zu überwinden und den Harburger Binnenhafen besser an die Harburger Innenstadt sowie den Bahnhof Hamburg-Harburg anzubinden,
- das Gebiet an die Anforderungen des Klimawandels anzupassen, u.a. durch gezielte Baumpflanzungen, eine ganzheitliche Niederschlagsbewirtschaftung und den Einsatz von begrünten Retentionsdächern, und
- dabei die Identität der unterschiedlichen Quartiere im Gebiet zu erhalten und auszubauen.
Bei der Erarbeitung des städtebaulich-freiraumplanerischen Rahmenplans wurden zum einen die bereits bestehenden Planungen, wie zum Beispiel der Rahmenplan Innenstadt Harburg 2040 sowie das Rahmenkonzept Harburger Binnenhafen, berücksichtigt.
Zum anderen sind die Ziele und Planungen der örtlichen Fördergebiete des Rahmenprogramms Integrierte Stadteilentwicklung (RISE) „Harburger Binnenhafen / Neuland-Nordwest“ sowie „Harburger Innenstadt / Eißendorf-Ost“ in die VU Harburg mit eingeflossen.