In eigener Sache: Nachruf auf Harry Mayer
Mit großer Trauer verabschieden wir uns von unserem langjährigen Kollegen und Mitglied des Hamburger Lichtbeirats, Harry Mayer, der am 25. April 2026 verstorben ist. Von 2006 bis 2023 prägte Harry Mayer die Arbeit des Hamburger Lichtbeirats mit Leidenschaft, Klarheit und Haltung.
Nach seiner Ausbildung zum Goldschmied und einem Studium an der Hochschule für bildende Künste (HFBK) widmete er sich der Lichtplanung und gründete 1969 mit Jan Störmer und Harald Frackmann das Büro Hamburg Design. Ab 1971 führte er das Büro allein weiter und verwirklichte zahlreiche Projekte im In- und Ausland: von Theater- und Museumsbeleuchtungen über Fassaden- und Büroprojekte bis hin zu Hotels und innovativen Lasershows. Dabei verband er technische Innovation mit einem künstlerischen Blick auf Architektur und Raum.
Zu seinen Projekten zählen u.a. die Bucerius Law School sowie Hotels wie das Budersand Hotel auf Sylt und das The Fontenay in Hamburg und zuletzt das Upstalsboom auf Föhr. Seine Werke zeichneten sich durch eine besondere Sensibilität für Architektur und Licht aus. Ein Herzensprojekt war die Aula der Hochschule für bildende Künste Hamburg, seiner eigenen Alma Mater. Hier zeigte sich exemplarisch seine Arbeitsweise: Die Leuchten treten hinter die historische Architektur zurück und wirken fast ausschließlich durch ihr Licht. Mit technischer Finesse und gestalterischer Zurückhaltung schuf Harry Mayer eine Lösung, die den Raum in den Mittelpunkt rückt.
Harry Mayer war ein kreativer Freigeist, ein verlässlicher Kollege und ein Mensch, der mit seiner unkonventionellen Art neue Perspektiven eröffnete. Mit Humor, Scharfsinn und einem Augenzwinkern sprach er oft aus, was andere unausgesprochen ließen. So bereicherte er Diskussionen und setzte wichtige Impulse. Im Hamburger Lichtbeirat kämpfte er mit Nachdruck für eine ausgewogene und qualitätsvolle Beleuchtung der Stadt. Seine starke Stimme, seine Erfahrung und seine Haltung hinterließen dort bleibende Spuren.
Harry nahm sich selbst nie zu ernst und begegnete anderen mit Offenheit und Neugier. Seine Kreativität, seine Wärme und seine besondere Persönlichkeit werden uns fehlen.
Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und seinen Freunden.
Die Mitglieder des Lichtbeirats, Mai 2026
Im Einsatz für das nächtliche Stadtbild: Hamburgs Lichtbeirat
Dem Lichtbeirat gehören derzeit fünf Lichtplanerinnen und Lichtplaner, ein Vertreter des Amtes für Denkmalschutz und der Hamburger Verkehrsanlagen sowie der Oberbaudirektor als ständiger Vertreter der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen an. Durch diese Kooperation wird auf ehrenamtlicher Basis die in Hamburg vorhandene Kompetenz im Bereich der Lichtplanung eingebunden und ein hochwertiger Umgang mit den Themen Wirkung des Lichts, Zusammenspiel von Licht und Raum sowie von Licht und Architektur gewährleistet. Die Beiratsmitglieder werden für einen Zeitraum von fünf Jahren vom Senat berufen.
Der Lichtbeirat spricht als Gremium Empfehlungen aus. Er begutachtet und beurteilt aktuelle Lichtprojekte im Hinblick auf ihre städtebauliche, architektonische und ästhetische Qualität sowie ihre technischen Aspekte. Dies gilt besonders für Projekte, die z.B. wegen ihrer Größe, Lage, ihrer Ensemblewirkung oder ihrer Bedeutung für das Stadtbild prägend in Erscheinung treten. Im Gesamtbild einer Hamburger Lichtkultur sind die durch Normen geregelten Lichtstrukturen der öffentlichen Beleuchtung, die Belange des werblichen Lichts, der Darstellung von prioritären Gebäuden und der Lichtkunst aufeinander abzustimmen.
Der Beirat schafft Kriterien für urbane Lichtqualität, bietet objektive Beratung, versachlicht Diskussionen und formuliert Empfehlungen. Er schafft damit Entscheidungsgrundlagen für die Verwaltung und trägt so zu einer öffentlichen und politischen Akzeptanz bei der Verwendung von künstlichem Licht im städtischen Leben bei. Außerdem trägt der Beirat den Entwicklungen bei der Digitalisierung von Licht und ihrer Anwendung im Stadtraum Rechnung.
Erstes Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen den Lichtplanern und der damaligen Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt war 2005 das Lichtkonzept für die Hamburger Innenstadt. Dessen Zielsetzung besteht darin, ein charakteristisches Nachtbild der Hamburger Innenstadt herzustellen, etwa indem herausragende Bauwerke, stadtprägende Räume, Plätze, Wasserflächen oder Brücken besonders akzentuiert werden. Lichtstärke und -intensität sollten mit dem Stellenwert eines Gebäudes korrespondieren; das Rathaus z.B. sollte nicht von anderen Gebäuden überstrahlt werden.
Besonders hervorzuhebende Projekte des Leichtbeirats in den vergangenen Jahren waren die Neuausleuchtung der Binnenalster, die Beleuchtung im Quartier rund um den Hopfenmarkt sowie die Ausleuchtung der Stadtparkachse.
Der Wirkungskreis des Lichtbeirats ist nicht auf die Hamburger Innenstadt begrenzt. Bei den Sitzungen des Lichtbeirats, die drei Mal im Jahr stattfinden, werden auch Projekte, die außerhalb des Wallrings liegen, behandelt.
Kontakt
Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen
lichtbeirat@bsw.hamburg.de