Zukunftsbild
Karl Anders
mehr erfahren Ein dynamisches Leitbild für die Innenstadt

Das Zukunftsbild

Einordnung

Wie sieht unsere Innenstadt in der Zukunft aus? Welche gemeinsamen Ziele werden mit den Akteurinnen und Akteuren in der Innenstadtentwicklung geteilt? Diese und weitere Fragen werden im Zukunftsbild festgehalten, das in den vergangen anderthalb Jahren entwickelt wurde. Download Zielkompass

Zielkompass Grafik
Zielkompass Urbanista

Das Zukunftsbild verfolgt das Ziel einer vielseitigen und multifunktionalen Innenstadt. Der Prozess begann im Herbst 2023. Im März 2024 wurde der Entwurf gemeinsam mit eingeladenen Akteurinnen und Akteuren weiter geschärft, bevor die Stadtöffentlichkeit in einem Online-Dialog einbezogen wurde. Einen weiteren Meilenstein bildete der 1. Zukunftsdialog im Dezember 2024, bei dem der überarbeitete Entwurf erneut mit der Stadtgesellschaft diskutiert wurde. Anschließend wurde es bis Ende März 2025 in der Innenstadtkoordination ausgestellt. Rückmeldungen aus dem 1. Zukunftsdialog sowie weiteren Formaten wurden eingearbeitet. Im Juni 2025 wurde das Zukunftsbild der Öffentlichkeit vorgestellt. 

Hier können Sie das Zukunftsbild in voller Länge herunterladen. 

Ziel des Zukunftsbilds ist es, Hamburgs Innenstadt als lebendiges, vielfältiges und zukunftsfähiges Zentrum weiterzuentwickeln. Es reagiert auf zentrale Herausforderungen wie den Strukturwandel im Einzelhandel, die Mobilitätswende, den Klimawandel sowie gesellschaftliche Veränderungen. Dabei versteht sich das Dokument nicht als starrer Maßnahmen­plan, sondern als lernendes und dynamisches Konzept. 

 

Abbildung Zeitstrahl des Zukunftsbildes
Zeitstrahl des Zukunftsbildes Urbanista

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Das Raumgerüst verankert die strategischen Ziele räumlich und zeigt, wo diese konkret wirksam werden können. Vier Karten bilden den Rahmen: das Netz prägnanter Orte, aktuelle Projekte und Dynamiken, identifizierte Veränderungsräume sowie die daraus abgeleiteten Schlüssel- und Potenzialräume. Diese dienen als räumliche Orientierung für künftige Maßnahmen und Investitionen. 

Abbildung: Diese Orte und Räume prägen die Innenstadt
Diese Orte und Räume prägen die Innenstadt Urbanista

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Abbildung: Hier verändert sich die Innenstadt aktuell
Hier verändert sich die Innenstadt aktuell Urbanista

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Abbildung: Verborgene Potenziale: Welche Orte im Dialog genannt wurden
Verborgene Potenziale: Welche Orte im Dialog genannt wurden Urbanista

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Abbildung: In diesen Räumen werden neue Akzente gesetzt
In diesen Räumen werden neue Akzente gesetzt Urbanista

In diesen Räumen werden neue Akzente gesetzt: Download als PDF

Ziel 1: Die Innenstadt ist der Ort für besondere Stadterlebnisse rund um den Einzelhandel

Der Einzelhandel ist in Zukunft weiterhin eine der tragenden Säulen der Hamburger Innenstadt. Als eine der attraktivsten Einkaufs- und Erlebnis-Destinationen Europas zieht die Innenstadt Gäste aus aller Welt an, die das urbane Flair, die Wasserlage und die einzigartige Mischung aus Tradition und Moderne schätzen.

Speziell die hochfrequentierten Handelslagen in den Quartieren der Innenstadt sind zu Orten eines ganzheitlichen, digital unterstützten und sicheren Stadterlebnisses geworden. Hier verschmelzen Einkaufen, Gastronomie und kulturelle Angebote nahtlos miteinander. Dank eines flächendeckenden WLAN-Netzes und eines interaktiven Innenstadtplans wird die Navigation durch die Stadt vereinfacht, und Besucherinnen und Besucher können die Stadt auf völlig neue, interaktive Weise erleben. Multi-Channel-Ansätze ermöglichen es, sowohl online als auch offline einzukaufen, wodurch diese Orte bis weit nach Geschäftsschluss belebt bleiben und personalisierte Shopping- und Freizeiterlebnisse bieten.

Aber auch abseits der zentralen Geschäftslagen hat sich ein System hoch attraktiver Routen und Adressen für urbane Entdeckerinnen und Entdecker etabliert – mit individuellen, Hamburg-typischen Angeboten, einer großen Vielfalt gastronomischer Angebote sowie Orten der Kreativwirtschaft und der Produktion. Hier verbinden sich Handel, Design und Handwerk auf innovative Weise, zum Teil unterstützt durch digitale Technologien wie Augmented Reality, die die Stadt als Bühne nutzen und neue Zielgruppen erreichen.

Wege zum Ziel 

  1. Das Profil der zentralen Geschäfts-lagen stärken und sichtbar machen
  2. Die bestehenden Angebote in den Geschäftslagen innovativ und erlebnisorientiert weiterentwickeln und Möglichkeiten digitaler Technologien für die Entwicklung neuer Stadterlebnisse ausschöpfen
  3. Die Aufenthaltsqualität der öffentlichen Räume weiter steigern
  4. Die bestehenden Kooperations- und Managementinstrumente weiterentwickeln

Ziel 2: Die Innenstadt ist ein vielfältiger Ort des Arbeitens und Wissens

2040 haben sich in der Hamburger Innenstadt neue Orte der urbanen Produktion, der Bildung und des Wissensaustausches etabliert, die den traditionellen Stellenwert der Innenstadt als Arbeitsstandort weiter ergänzt haben.

Neben dem weiterhin bestehenden guten Angebot an flexiblen Büros für Unternehmen jeder Größe sind eine Reihe neuer strahlkräftiger Orte entstanden, an denen sich die Lebensbereiche Arbeiten, Bildung, Kultur und Freizeit mischen – und die damit als Knotenpunkte des sozialen Lebens fungieren. An diesen multifunktionalen Treffpunkten begegnen sich Menschen aller Altersgruppen und Hinter­gründe, tauschen Ideen aus, bilden sich weiter und entdecken neue Perspektiven – so z. B. im Haus der digitalen Welt (Arbeitstitel), das als Gesellschaftsort in der Innenstadt entstanden ist und mit seinem vielfältigen Bildungsprogramm, einer modernen Zentralbibliothek und flexibel nutzbaren Flächen ein Treffpunkt und Wohnzimmer der Stadtgesellschaft ist.

Gleichzeitig kehrt die urbane Produktion, die im 20. Jahrhundert weitgehend aus dem Kernbereich der Stadt verschwunden ist, in die Innenstadt zurück. Kleine Manufakturen und kreative Werkstätten, die zunehmend digital gestützte Fertigungstechniken einsetzen, bilden neue Zentren des Handwerks und der Innovation, in denen auch Produkte verkauft werden. Diese Orte sind neben der Herstellung von Gütern auch Schauplätze für kulturelle Veranstaltungen und Räume der Weiterbildung, die das Interesse an traditionellem Handwerk und modernem Design fördern und so ein lebendiges Stadterlebnis schaffen.

Wege zum Ziel

  1. Bestehende Flächen und Standorte zukunftsorientiert umbauen und mit anderen Nutzungen mischen
  2. Standorte für urbane Manufakturen und urbane Produktion im Mix mit Handel und Wohnen etablieren und erhalten, dabei auch bezahlbare Standorte für Laden- und Dienstleistungshandwerk ermöglichen
  3. Die Innenstadt als starken Wissenschafts-, Bildungs- und Innovationsstandort sichern und dabei digitale und analoge Angebote vernetzen
  4. Die Landschaft multifunktionaler Treffpunkte, an denen sich Arbeiten, Kultur und Bildung mischen, systematisch ausbauen

Ziel 3: Die Innenstadt bietet urbane Kultur in allen Facetten – auch nach Geschäftsschluss

In der Innenstadt mischen sich 2040 Kultur, Kreativwirtschaft, Bildung und Gastronomie zu einem kulturellen Leben, das auch nach Geschäftsschluss pulsiert und eine Vielzahl auch kostenloser Angebote für alle Altersklassen bietet. Die gastronomische Vielfalt reicht von anspruchs­vollen Restaurants bis hin zu Streetfood und Events, die lokalen Spezialitäten eine Bühne geben. 

Die Anzahl der Galerien, Performanceräume und Produktionsstätten der Kreativ­­wirtschaft ist in den vergangenen 15 Jahren signifikant gestiegen. Zahlreiche Clubs und Musikveranstaltungsorte sowie neue Showtheater ergänzen dieses Angebot und tragen zur lebhaften Abend- und Nachtkultur bei. 

Im Zusammenspiel mit den großen Museen und Bühnen – und auch den Kirchen der Innenstadt – ist die Innenstadt eine wichtige Plattform für etablierte Kreative und aufstrebende Talente aller Genres geworden. Dabei spielt die Verbindung von digitalem und Vor-Ort-Erleben eine immer größere Rolle. Bildungseinrichtungen und Stiftungen tragen aktiv zum Kulturleben bei, bieten Vorträge, Workshops und Diskussionsrunden zu gesellschaftspolitischen und kulturellen Themen sowie Orte, an denen man sich austauschen und kreativ sein kann. 

Die Landschaft der Innenstadt-Events hat sich so weiterentwickelt, dass sie eine große Bandbreite unterschiedlicher Interessen der Hamburgerinnen und Hamburger sowie der Besucherinnen und Besucher spiegelt und ein vielfältiges kulturelles Angebot schafft.

Wege zum Ziel

  1. Orte schaffen, an denen sich Kultur, Wissenschaft, Bildung, Gastronomie und kostenlose Angebote mischen
  2. Angebote auch nach Geschäftsschluss ermöglichen die Stärkung der Abend- und Nachtkultur
  3. Engagement von Kreativschaffenden und weiteren Akteurinnen und Akteuren für die Aktivierung von öffentlichen Räumen fördern
  4. Bestehende und neue Kulturorte weiter stärken und vernetzen – analog und digital

Ziel 4: Die Innenstadt stärkt ihre Rolle als facettenreicher Wohnort

Die Innenstadt 2040 ist als Wohnort mit neuem und bezahlbarem Wohnraum und gut durchdachten Alltagsstrukturen weiter aufgeblüht. Diese Entwicklung erstreckt sich nicht nur auf etablierte Wohnquartiere wie die Neustadt oder die südliche Altstadt, sondern zunehmend auch auf bisher weniger bewohnte Gebiete wie das Gertrudenviertel (vom Gertrudenkirchhof bis zum Ballindamm).

Besonderer Wert wird dabei auf die Vielfalt von Wohnangeboten gelegt, mit einer großen Bandbreite von Wohnungen unterschiedlicher Größen und Preisklassen, um sozial gemischte und inklusive Nachbarschaften zu fördern. Auch das Wohnumfeld in der Innenstadt wird immer weiter aufgewertet: Das Angebot an Grünflächen, Spielplätzen und Treffpunkten im öffentlichen Raum, die zum sicheren Verweilen und sozialen Austausch einladen, wurde durch die Freie und Hansestadt Hamburg weiter ausgebaut.

Durch den Anstieg der Wohnbevölkerung in der Innenstadt ist die Anzahl an Geschäften für den täglichen Bedarf sowie von Cafés, Restaurants und Dienstleistungsanbietern in der Innenstadt gestiegen – ein Gewinn für die Menschen, die in der Innenstadt arbeiten oder sie als Gäste besuchen.

Wege zum Ziel

  1. Neue (bezahlbare) attraktive und bedarfsgerechte Wohnlagen schaffen
  2. Potenzielle Konkurrenzen zwischen Wohnnutzungen und anderen Innenstadtnutzungen vorausschauend behandeln
  3. Die Nachbarschaften für die Innenstadtbewohnerinnen und -bewohner stärken 
  4. Mischkonzepte für Wohnen, Arbeiten und Kultur sowie Umnutzungen fördern

Ziel 5: Die öffentlichen Räume werden als Bühne des Innenstadtlebens weiterentwickelt

Im Jahr 2040 hat die im Innenstadtkonzept 2014 angelegte und im Grundsatzpapier von 2020 verstärkte Strategie, die öffentlichen Räume zu lebendigen Bühnen des Stadtlebens umzubauen, ihre volle Wirkung entfaltet. Dank gemeinsamer Anstrengung der Stadt und der privaten Akteurinnen und Akteure – im Rahmen der BIDs und darüber hinaus – sind die Plätze und Straßen der Innenstadt zu inklusiven, barrierefreien Orten der Begegnung und lebendigen Bühnen des öffent­lichen Lebens geworden. Sie bieten für die Nutzenden ein sicheres Umfeld und stehen zugleich allen offen. Die Beteiligten sorgen­ gemeinsam dafür, dass der öffentliche Raum ansprechend gestaltet und in einem guten Zustand ist. 

Dank klimaangepasster Umgestaltung und Begrünung konnte die Aufenthaltsqualität in den Freiräumen verbessert werden – sowie durch verkehrsberuhigende Maßnahmen, die im Einklang mit den Mobilitätsbedürfnissen der Menschen umgesetzt wurden. Neue Erdgeschossnutzungen beleben aktiv den öffentlichen Raum und sorgen für ein vielfältiges und familienfreundliches Straßenleben auch nach Ladenschluss. Alltags-Bewegungsangebote, die online vernetzt sind und an das Konzept der Active City Hamburg angelehnt sind, fördern körperliche Aktivität im Alltag und laden Menschen jeden Alters ein, öffentliche Räume aktiv zu nutzen. Auch die Wasserlagen der Innenstadt sind aufgeblüht: Durch neue Zugangspunkte am und auf dem Wasser sind die Fleete zu attraktiven Anziehungspunkten in der Innenstadt geworden, die neue Perspektiven auf die Stadt und kühlen Aufenthalt an heißen Tagen bieten. Neben den Hamburgerinnen und Hamburgern profitieren auch Gäste von dieser Entwicklung. 
Die Innenstadt ist weiterhin ein wichtiger Anziehungspunkt für den Tourismus.

Wege zum Ziel

  1. Wichtige Plätze und Verbindungsräume zwischen den Quartieren weiter aufwerten
  2. In allen Quartieren der Innenstadt klimaangepasste Frei- und Grünräume schaffen
  3. Die Wasserlagen der Innenstadt inszenieren und zugänglich machen
  4. Öffentliche Räume durch Angebote für alle Generationen beleben
  5. Öffentliche Räume werden gemeinsam von öffentlichen und privaten Akteurinnen und Akteuren instandgehalten und gepflegt
  6. Die öffentlichen Räume der Innenstadt werden dem Sicherheitsbedürfnis der Menschen gerecht

Ziel 6: Die Stadtmobilität von morgen ermöglicht das lebendige Innenstadtleben

Im Jahr 2040 hat sich die heute schon hervorragende Erreichbarkeit der Innenstadt sowohl mit dem Umweltverbund als auch im Wirtschaftsverkehr weiter verbessert. Der positive Trend hin zu mehr umweltfreundlichen Verkehrsmitteln hat sich fortgesetzt. Der starke Frequenzbringer ÖPNV wurde durch die Umsetzung des Hamburg-Taktes, dem Bau der neuen S4, U5 und S6 und der Erweiterung des Hauptbahnhofs deutlich gestärkt. 

Dank der Projekte des aktualisierten Handlungskonzeptes Innenstadt ist ein attraktives Netz aus Flanierräumen entstanden. Die Fußgängerinnen und Fußgänger erleben die neue Aufenthaltsqualität auf großzügigen Gehwegen und können sich dank eines attraktiven engmaschigen Fußwegenetzes – auch in Richtung HafenCity – barrierefrei und verkehrssicher in den neu gestalteten Straßenräumen bewegen und verweilen. Komfortable Radwege sorgen dafür, dass die innerstädtischen Ziele auch bequem und sicher mit dem Fahrrad erreichbar sind. 

Die neu definierten Straßenräume orientieren sich an den zukünftigen Mobilitätsbedürfnissen der Menschen, die in der Innenstadt wohnen, arbeiten oder zu Besuch sind. Schmalere Fahrbahnen und weniger Durchgangsverkehr ermöglichen eine hohe Aufenthaltsqualität und schaffen Raum für eine klimaangepasste grüne Infrastruktur. Die Innenstadt ist weiterhin gut mit dem privaten PKW erreichbar – dafür steht eine ausreichende Anzahl an Parkplätzen zur Verfügung. Die Abwicklung der innerstädtischen Liefer- und Wirtschaftsverkehre­ folgt einem nachhaltigen Logistikkonzept und der private PKW-Verkehr wird an den zu Mobilitätshubs weiterentwickelten Parkhäusern gebündelt.

Wege zum Ziel

  1. Der Mobilität der Zukunft mehr Raum geben
  2. Die Attraktivität des Frequenzbringers ÖPNV weiter erhöhen
  3. Die Erreichbarkeit für alle bedarfsgerecht und nachhaltig gestalten
  4. Den ruhenden Verkehr klug bündeln

Ziel 7: Die Innenstadt stellt sich dem Klimawandel

Im Jahr 2040 ist die Hamburger Innenstadt durch Begrünung und wassersensible Stadtgestaltung klimagerecht ertüchtigt und Wärmeinseln im zentralen Stadtgebiet mit hohem Versiegelungsgrad wurden reduziert. Für den besonderen baulichen Charakter der Innenstadt sind kreative Lösungen gefunden worden, die mit einer qualitätsvollen (Freiraum-)Gestaltung selbst auf begrenztem Raum das Stadtklima verbessern. Öffentliche Freiflächen sowie Fassaden, Dächer und Plätze bieten neuen Lebensraum für Pflanzen und Tiere, verbessern die Luftqualität und verhindern eine starke Aufheizung der Innenstadt. Gezielte Gebäudebegrünung verringert im Sommer ein Aufheizen der Innenräume und kann im Winter isolierend wirken.

Öffentliche Räume sind so umgestaltet, dass sie Starkregen aufnehmen können und von schützenswerten Bereichen fernhalten. Eine gezielte Entsiegelung ermöglicht Pflanzenwachstum und Versickerung, während mit gespeichertem Regenwasser das Stadtgrün bewässert und das Mikroklima verbessert wird. Mit dem Einsatz intelligenter Fassadenmaterialien wurde ein Aufheizen von Gebäuden und Umgebung reduziert.

Die klimaangepasste Innenstadt bietet eine angenehme Aufenthaltsqualität und fördert Klimagerechtigkeit. Trinkwasserspender, Wasserspiele aus Regenwasser, grüne Plätze und Straßenzüge laden zum Verweilen ein, neue Zugangspunkte zu den Fleeten bieten Orte, an denen man im Sommer Frische genießen kann. Die Wasserqualität der Gewässer hat sich durch die verringerte Ableitung von verunreinigtem Regenwasser verbessert. Kühle Orte und neue Aufenthaltsqualitäten bieten Raum für Pausen und Begegnungen.

Wege zum Ziel

  1. Die Innenstadt wird zum anerkannten Beispiel für innerstädtische Hitzevorsorge
  2. Die Innenstadt gibt dem (Stark-)Regen sowie der Stadtnatur Raum und nutzt das Regenwasser 
  3. Die Innenstadt setzt auf zirkuläres Bauen und ressourcensparende Energieversorgung
  4. Der Klimawandel wird als Faktor für eine attraktive, nachhaltige, architektonische und technische Entwicklung berücksichtigt
  5. Die Innenstadt und ihre Wasserwege – innovativ und im Einklang mit schifffahrtsverkehrlichen, städtebaulichen Anforderungen des Denkmalschutzes

Ziel 8: Die Innenstadt kultiviert ihre bauliche Attraktivität

Die stadträumliche und architektonische Qualität der Hamburger Innenstadt ist auch im Jahr 2040 ungebrochen hoch. Die Identität und der Charakter der Innenstadt spiegeln sich im gebauten Erbe wider – von der Alltagsarchitektur über das Weltkulturerbe Speicherstadt und Kontorhausviertel bis hin zu den Kulturdenkmälern. Auch die Stadtsilhouette sowie
die Wasserflächen von Alster und Elbe gehören zu den bewahrten und identitätsstiftenden Elementen.

Gleichzeitig folgt die Innenstadt dem Wandel und wurde weitergebaut. Die Qualität von vielen gut geplanten, offen kommunizierten und professionell realisierten Weiterentwicklungen ist nun erkennbar in einer angemessenen und bereichernden Gestalt des Stadtbilds. Grundlage ist die seit Jahrzehnten eingeübte Tradition einer Planungskultur und Prozessqualität. Bei der Gestaltung des öffentlichen Raums und der Umsetzung von stadtbildprägenden (Um-)Bauvorhaben helfen eine kooperative Zusammenarbeit zwischen privaten und öffentlichen Akteurinnen und Akteuren, eine frühe Einbindung der 
Öffentlichkeit und Gestaltungswettbewerbe, die baukulturelle Qualität 
zu sichern und zu stärken.

Das Motto lautet: Qualität vor Quantität – und wo es möglich ist: Umbau statt Neubau. Nicht mehr gut nutzbare und in die Jahre gekommene Gebäude wurden so umgebaut, dass sie die Innenstadt mit neuen Nutzungen und architektonischer Qualität bereichern. Und immer wieder fügen neue, mutige Bauten dem Stadtbild eine weitere Facette hinzu – wobei als oberste Maßgabe gilt, die Qualität und den Charakter der Quartiere zu erhalten und zu stärken.

Wege zum Ziel

  1. Die zentralen Stadträume der Innenstadt werden unter Beachtung ihrer historischen Prägung mit höchstem Anspruch weiterentwickelt
  2. Neue bautypologische Ansätze entstehen für und sorgen ein Miteinander unterschiedlicher Nutzungen
  3. Die Innenstadt entwickelt ihre gestalterische Attraktivität zur Verbesserung der Lebensqualität mit Sorgfalt weiter

Ziel 9: Die Innenstadt ist ein sicherer und einladender Ort für alle

Die Hamburger Innenstadt ist ein Raum, in dem sich alle Menschen sicher, wohl und willkommen fühlen – unabhängig von Alter, Herkunft oder Lebensweise. Alle Akteurinnen und Akteure arbeiten koordiniert und eng abgestimmt zusammen, um dieses Ziel zu erreichen. 

Wirkungsvolle Sicherheitsmaßnahmen stellen die Bedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt. Dabei ist eine Balance zwischen präventiven Maßnahmen, konsequenter Strafverfolgung und sozialer Verantwortung entscheidend. Ein sicheres und lebenswertes Umfeld wird durch Ansprechbarkeit und die enge Zusammenarbeit zwischen Polizei, Bezirksamt, sozialen Einrichtungen und der Bevölkerung geschaffen. Durch intelligente Sicherheitslösungen, sichtbare Präsenz und gemeinschaftliches Engagement entsteht eine Innenstadt, in der sich Bürgerinnen und Bürger zu jeder Zeit geschützt und wohl fühlen. Schnelle Genehmigungsverfahren für Veranstaltungen und Außengastronomie schaffen einen belebten und attraktiven öffentlichen Raum. Die Sauberkeit wird bedarfsgerecht durch digitale Meldesysteme sichergestellt. Mit Pflanzen, intelligenter Beleuchtung und Sitzmöglichkeiten wird eine hohe Aufenthaltsqualität und subjektive Sicherheit geschaffen.

Die Innenstadt ist nicht nur ein physischer Raum, sondern eine Schnittstelle ins Digitale. Durch enge Zusammenarbeit zwischen Handel, Sicherheitsbehörden und Bezirken ist die Widerstandsfähigkeit der Innenstadt in Bezug auf Kriminalitätsphänomene gestärkt. Regelmäßige Aufklärungskampagnen der Polizei Hamburg zu Betrugsmaschen, Datenschutz und sicheren Zahlungsmethoden werden vom Handel unterstützt und tragen maßgeblich zur Kriminalprävention bei. Die Innenstadt ist ein Ort gelebter Demokratie. Meinungsfreiheit und Versammlungen im Allgemeinen werden als zentraler Wert unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung von allen Akteurinnen und Akteuren getragen. 

Wege zum Ziel

  1. Sicherheit im öffentlichen Raum stärken – durch eine Kombination von sichtbaren Ansprechpersonen, kluger Stadtgestaltung und optimaler Pflege
  2. Alle Nutzungsperspektiven werden berücksichtigt
  3. Großveranstaltungen attraktiv und sicher gestalten – die Innenstadt als Ort gelebter Demokratie
  4. Digitale Möglichkeiten werden eröffnet und Sicherheit erhöht

Die Präambel: Grundsätze der Innenstadtentwicklung

I. Die Innenstadt ist das Herz Hamburgs für alle

In der Hamburger Innenstadt vereinen sich Tradition und Moderne – geprägt von der maritimen Geschichte und der weltoffenen Handelsstadt. Hier kommen Menschen aller Altersgruppen und verschiedener Hintergründe zusammen, um zu arbeiten, zu leben, einzukaufen und zu genießen. Die Innenstadt ist ein barrierearmer, inklusiver und sicherer Ort der Vielfalt, der Begegnung und des gemeinsamen Erlebens. Zukünftige Maßnahmen sollen weiterhin darauf ausgerichtet sein, eine breite Zielgruppe anzusprechen sowie die Identifikation der Hamburgerinnen und Hamburger mit ihrer Innenstadt zu sichern und zu stärken.

II. Die Attraktivität der Innenstadt entsteht aus dem Zusammenspiel der Quartiere

Die Hamburger Innenstadt ist geprägt durch die Qualität und die starken Profile der eigenständigen Quartiere zwischen Alster, Fleeten und Elbe. Um ein ganzheitliches Stadterlebnis zu schaffen, ist es wichtig, die vielfältigen Quartiere zu vernetzen. Durch eine koordinierte Weiterentwicklung von Nutzungsschwerpunkten sowie durch die Verbesserung der räumlichen Verbindungen und der Erlebbarkeit der Wasserlagen, die sich durch die ganze Innenstadt ziehen, wird die Vernetzung gestärkt.

III. In der Innenstadt werden aktuelle Zukunftsfragen mit Mut angegangen

Die Innenstadt ist das Herz einer der dynamischsten Städte Nordeuropas. Sie ist ein Ort, an dem innovative Nutzungen von Ladenflächen, die Vermischung von digitalen und analogen Erlebnissen oder neue Mobilitätskonzepte realisiert werden. Um auch künftigen technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen Raum zu geben, ist es notwendig, auf allen Feldern der Entwicklung offen für neue Lösungen und Experimente zu sein. Dabei müssen die besonderen Bedingungen der Innenstadtentwicklung berücksichtigt werden, wie die Vielfalt der Bedürfnisse auf kleinstem Raum oder der Anspruch, eine Stadt für alle zu sein. Neue Lösungen sind erwünscht!

IV. Die Entwicklung der Innenstadt ist ein Gemeinschaftswerk

In der Hamburger Innenstadt gibt es eine lange Tradition des öffentlich-privaten Zusammenwirkens, die fest in der Kaufmannstradition der Stadt verwurzelt ist. Daher ist die Gestaltung der Innenstadt ein Gemeinschaftswerk der zuständigen Landesbehörden, des Bezirks Hamburg-Mitte, der Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer sowie weiterer privater Akteurinnen und Akteure. Darauf kann auch künftig aufgebaut werden, um neue Wege der Kooperation zu stärken und die Attraktivität sowie Lebensqualität der Innenstadt weiter zu verbessern.

Worauf baut das Zukunftsbild auf?

Das Zukunftsbild baut auf bestehenden Konzepten und Strategien, sowie privaten und öffentlichen Maßnahmen auf. Insbesondere die Ziele und räumlichen Schwerpunktsetzungen aus dem  Innenstadtkonzept von 2014 und aus dem Anfang 2020 vorgestellten Handlungskonzept „Eine attraktive Innenstadt für alle, sind weiterhin gültig und werden aktuell umgesetzt. Darüber hinaus wurden das Hamburger Zentrenkonzept, übergeordneten Positionspapiere sowie Impulse von Hamburger Schlüsselakteurinnen und -akteuren berücksichtigt. Hinzu kamen spannende Erkenntnisse aus dem laufenden Akteursdialog der Innenstadtkoordination mit über 50 Einzelgesprächen und sechs Fachgesprächen.

Warum bedarf es einer Aktualisierung?

Seit dem Erscheinen des Innenstadtkonzeptes von 2014 haben sich einige Rahmenbedingungen der Innenstadtentwicklung grundlegend verändert. Schon 2014 war absehbar, dass Trends wie die Zunahme des Online-Handels oder die Veränderung der Arbeitswelt die Innenstadt verändern würden, diese Entwicklungen haben sich aber deutlich verstärkt. Zudem ergaben und ergeben sich durch die Corona-Pandemie und eine Reihe internationaler politischer Konflikte neue Herausforderungen für die Innenstadt. Auch die Notwendigkeit, dem Klimawandel durch Anpassungs­maßnahmen und CO2-Vermeidung ent­gegenzutreten, hat sich seit 2014 nochmals verschärft.

Übersichtsgrafik: Warum bedarf es einer Aktualisierung?
Warum bedarf es einer Aktualisierung? Urbanista

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Einordnung im Programmpaket „Verborgene Potenziale Innenstadt“

Ein wesentlicher Bestandteil des Förderprogramms Verborgene Potenziale Innenstadt“ ist die Entwicklung des Zukunftsbildes Innenstadt Hamburg. Diese gemeinsame Handlungsgrundlage für die Hamburger Innenstadt wird auf der Basis bestehender Konzepte entwickelt. Um auf die sich ständig verändernden Rahmenbedingungen zu reagieren, sind die darin enthaltenen Ziele und Handlungsstrategien so angelegt, dass sie als dynamisches Konzept auch in Zukunft kontinuierlich überprüft und ergänzt werden können.