Das bestätigten 2019 die Ergebnisse aus dem Internationalen Bauforum zu den Magistralen, der größten Planungswerkstatt in der Geschichte Hamburgs. 100 Jahre nachdem bereits Hamburgs prägender Oberbaudirektor Fritz Schumacher in seinem Federplan (1919) eine Vision für Hamburgs Stadtentwicklung entwarf und die Magistralen damit dauerhaft zum bedeutenden Element im Ordnungssystem der Stadt machte, rückten diese Räume damit erneut in den Fokus der Stadtentwicklung.
Die Magistralen sind Stadteingang, erste Adresse, Quartierszentrum und zugleich Zäsur, Barrieren und Transitraum. Mit ihren heterogenen architektonischen, städtebaulichen, verkehrlichen, freiräumlichen und sozialen Strukturen prägen sie das Gesicht der Metropole. Entlang der großen Straßenzüge, die an vielen Stellen unterdimensioniert und lückenhaft bebaut sind, steht längerfristig ein erhebliches Potenzial für verschiedenste städtische Nutzungen und Funktionen zur Verfügung. Allerdings treffen an den Magistralen auch unterschiedliche Ansprüche aufeinander: Sie sind einerseits Räume von gesamtstädtischer Bedeutung, denn sie sammeln und verteilen vor allem den motorisierten Verkehr, entlasten damit die Quartiere und sind für die Versorgung der Stadt essenziell. Andererseits wohnen hier bereits knapp 550.000 Hamburgerinnen und Hamburger und sie sind Arbeitsort für viele weitere Menschen.
Der Masterplan Magistralen betrachtet diese Räume integriert und ganzheitlich aus gesamtstädtischer Perspektive, bezieht alle Aspekte von Stadtentwicklung ein und stimmt diese miteinander ab. Mit dem Zeithorizont 2040+ formuliert der Masterplan Ziele, enthält räumlich-strategische Aussagen (Wo gibt es Entwicklungspotenzial für verschiedene Funktionen?), qualitativ-gestalterische Zielbilder (Wie sollen die Magistralenräume in verschiedenen räumlichen Situationen zukünftig aussehen?) sowie Instrumente zur Umsetzung.
In einem kooperativen Prozess mit Fachleuten ist eine übergeordnete räumliche Strategie als Orientierungsrahmen für alle zukünftigen Planungen und Projekte an Magistralen entstanden.