Nah an der Bahn und im Süden der Elbe, hier treffen große neue Stadtquartiere auf Natur und eine gute Anbindung ans Harburger Zentrum. Straße und Bahntrasse verlaufen parallel und stellen abschnittsweise die Magistralenentwicklung vor besondere Herausforderungen.
Verkehrliche Entlastungen durch die geplante Hafenpassage der A26 ermöglichen es, den Magistralenraum zugunsten des Umweltverbundes umzustrukturieren und aufzuwerten. Mehr Raum für Fuß- und Radverkehr entlang der gesamten M10 sind ein Schlüssel. Für die überörtliche Anbindung sorgt Busverkehr auf separaten Fahrstreifen. Wichtig wird zudem die Einbindung der entlang der Magistralen liegenden Zentren im Westen und Osten.
Wird der Magistralenraum als Teil des Harburger Zentrums gedacht, ist der Sprung über die Magistrale Richtung Binnenhafen denkbar nahe. Binnenhafen und Zentrum Harburg wachsen zusammen. Es gilt, die Barrierewirkung der Bahn zu nördlich gelegenen Quartieren zu überwinden und die Zentren Neugraben-Fischbek und Neuwiedenthal näher an die Magistrale heranzuführen.
Ihren Auftakt hat die M10 in Harburg. Hier verlaufen Bahn und vierspurige Magistrale als schwer überwindbare Hürde Seite an Seite. Künftig wird hier das Zusammenwachsen von Binnenhafen und Zentrum ermöglicht und für Flächengerechtigkeit gesorgt. Am Binnenhafen entsteht ein gemischt genutztes Quartier vornehmlich für innovative gewerbliche Arbeitsstätten unter Integration von hochwertigem Wohnungsbau. In der Harburger Innenstadt kommen die Städtebauförderprogramme „Sozialer Zusammenhalt“ und „Lebendige Zentren“ zum Einsatz.
Am Schwarzenberg-Park trennen sich Bahn und Magistrale, verlaufen jedoch weiterhin parallel nach Westen. Zwischen den beiden Verkehrslinien spannt sich von nun an ein schmaler, beidseitig begrenzter, hauptsächlich gewerblich genutzter Raum auf. Dieser weist herausfordernde Entwicklungsbedingungen auf, birgt aber großes gewerbliches Entwicklungspotenzial. Gerade um die Kreuzung mit der A7 ballen sich gewerbliche Nutzungen, die es künftig zu stärken und baulich zu ordnen gilt. Ein moderner Technologiepark bietet bereits jetzt Raum für innovative Unternehmen. Der südliche Magistralenraum ist durch dichtere Stadtbereiche im Osten und aufgelockerte Bebauung im Westen gekennzeichnet.
Wie eine große Klammer prägen großflächige, zusammenhängende Grünstrukturen den südlich gelegenen Geesthang. Die Verbesserung des Biotopverbunds über die Magistrale hinweg in die im Norden gelegenen Naturräume des Moorgürtels ist Ziel der Magistralenentwicklung. Westlich der Gewerbegebiete erstreckt sich die Siedlung Neuwiedenthal, deren Eingangssituation künftig gestaltet wird. Zudem finden sich hier zwischen Bahn und Magistrale Potenzialflächen für Mischnutzungen.
Ab dem Stadtteilzentrum Neugraben-Fischbek ist noch einmal viel in Bewegung. Durch drei große Neubauquartiere (Vogelkamp Neugraben, Fischbeker Reethen und Fischbeker Heidbrook) erfährt der Stadtteil großes Wachstum. Als Teil des RISE-Fördergebiets Neugraben-Fischbek wird das Zentrum künftig stärker mit der Magistrale vernetzt. Durch die geplante Hafenpassage der A26 und das potenziell sinkende MIV-Verkehrsaufkommen auf der B73 bieten sich entlang der M10 Möglichkeiten, um den öffentlichen Raum zu qualifizieren.