Am 18. März 2026 haben die Bündnispartner aus Senat, Wohnungswirtschaft und Hamburger Bezirken zum vierten Mal eine Vereinbarung für die laufende Legislaturperiode unterzeichnet, um die erfolgreiche Arbeit der zurückliegenden 15 Jahre fortzuführen. Ziel ist es, die Kräfte aller relevanten Akteure zu bündeln, um die Wohnraumversorgung in Hamburg bedarfsgerecht, sozial ausgewogen, ökologisch verantwortungsvoll und wirtschaftlich tragfähig auszubauen.
Hamburg benötigt auch weiterhin mindestens 10.000 genehmigte Wohnungen pro Jahr. Die Bündnispartner halten aufgrund der weiterhin hohen Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum an diesem Ziel fest, auch wenn es aufgrund ungünstiger Rahmenbedingungen (z. B. Bauzinsen und Baukosten) in den kommenden Jahren kaum zu erreichen ist. Sie unternehmen aber alle Anstrengungen, die Zahl der genehmigten Wohnungen nach dem starken Einbruch im Jahr 2023 wieder schrittweise zu erhöhen.
Seit seiner Gründung im Jahr 2011 hat das Bündnis für das Wohnen gezeigt, was erreicht werden kann, wenn Politik, Verwaltung und Wohnungswirtschaft an einem Strang ziehen. In den vergangenen 15 Jahren wurden in Hamburg rund 145.000 Wohnungen genehmigt und über 110.000 neue Wohnungen fertiggestellt, davon allein über 30.000 neue Sozialwohnungen. Auch die im Metropolenvergleich moderate Durchschnittsmiete von 9,11 Euro pro Quadratmeter, die die aktuelle Hamburger Mietenstudie ausweist, zeigt, dass die kooperative Wohnungsbaupolitik des Bündnisses erfolgreich ist und die Situation des Hamburger Wohnungsmarkts trotz anhaltender Krisenlagen positiv beeinflusst.
Um günstiger und schneller bauen zu können, wurden in der letzten Legislatur mit der Novellierung der Hamburgischen Bauordnung, der Digitalisierung des Baugenehmigungsverfahrens, dem Hamburg-Standard sowie der sozialen Wohnraumförderung die Weichen gestellt. Auch auf Bundesebene wurden mit der Novellierung des Baugesetzbuches (Bauturbo) und einer Förderung für den Bauüberhang unterstützende Rahmenbedingungen geschaffen, die es nun zu nutzen gilt.
Neben dem Wohnungsneubau wird in der laufenden Legislatur ein besonderer Fokus auf dem Bestandsumbau liegen. Das Ziel, den Wohngebäudebestand möglichst schnell und sozialverträglich klimaneutral umzubauen, nimmt für die Bündnispartner eine besondere Bedeutung ein. Sie sind sich dabei einig, den bereits begonnenen Weg zur Umsetzung der Machbarkeitsstudie zur Erreichung der Klimaziele fortzusetzen. Die Priorität wird weiterhin darauf liegen, schnellstmöglich die Wärmeversorgung der Wohngebäude auf erneuerbare Energien umzustellen und den Energieverbrauch durch maßvolle energetische Sanierung zu reduzieren. Ähnlich dem Vorgehen zur Reduzierung der Neubaukosten im Hamburg-Standard wollen die Bündnispartner auch gemeinsam prüfen, wie Modernisierungs- und Betriebskosten gesenkt werden können.
Das Bündnis für das Wohnen umfasst die Stadtentwicklungspolitik in ihrer ganzen thematischen Vielfalt. Die Bündnispartner wollen über die Neubauziele und den Klimaschutz hinaus:
- Wohnraum für unterschiedliche Lebenslagen und Zielgruppen schaffen (Fokus auf Einpersonenhaushalte und Familien, Menschen mit Pflege- und Assistenzbedarf, Studierende und Azubis, vordringlich Wohnungssuchende),
- die wachsende Stadt gestalten (Innenentwicklung vor Außenentwicklung, Nachverdichtung im Bestand, Wohnraum bedarfsgerechter verteilen, soziales Bodenmanagement mit Konzeptausschreibungen, strategischen Flächenankäufen und Erbbaurecht),
- Wohnen und Arbeiten zusammen denken (Umnutzung und Neuorganisation von Gewerbeflächen und -gebäuden bei ausbleibender Nachfrage),
- bezahlbare Mieten sichern für einen fairen Wohnungsmarkt (konsequente Anwendung der Regeln gegen unrechtmäßig hohe Mietforderungen, Anstieg der Betriebskosten begrenzen),
- Verfahren beschleunigen, Kosten senken (Kultur des Ermöglichens in Planungs- und Genehmigungsprozessen stärken) und
- die Digitalisierung vorantreiben.
Zusammen weiter für Hamburg die Zukunft gestalten – dafür steht das Bündnis für das Wohnen in Hamburg.