Seit 25 Jahren wird der Hamburger Inklusionspreis an besonders engagierte Betriebe und Unternehmen verliehen. Im Rahmen eines Senatsempfangs würdigten Gleichstellungssenatorin Katharina Fegebank und die Senatskoordinatorin für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen, Ulrike Kloiber, mehrere Unternehmen, die sich in außergewöhnlicher Form für inklusive Beschäftigung von Menschen mit Beeinträchtigungen in ihren Unternehmen einsetzen. Der Inklusionspreis 2024 wurde zusammen mit dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft der Vertrauenspersonen der Hamburger Wirtschaft, Jens Nübel und der Sozialbehörde, vertreten durch Susanne Hüchtebrock, vergeben.

Dörte Maack führte die Gäste kurzweilig durch den Abend.

Gleichstellungssenatorin Katharina Fegebank: "Der Hamburger Inklusionspreis zeichnet Unternehmen und Betriebe aus, die Inklusion jeden Tag vorleben. Diese Leuchttürme brauchen wir, damit eine inklusive Arbeitswelt selbstverständlich wird. Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger zeigen deutlich: Inklusion ist keine Last, sondern ein echter Wettbewerbsvorteil und ein wichtiger Schritt für eine Stadtgesellschaft, die wirklich alle Hamburgerinnen und Hamburger mitgestalten."

Ulrike Kloiber, Senatskoordinatorin für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen: "Wir dürfen in unseren Bemühungen um inklusive Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen nicht nachlassen. In Hamburg kommen nach wie vor etwa ein Drittel der Betriebe ihrer Integrationsverpflichtung nicht nach und zahlen dafür eine Ausgleichsabgabe. Aber ich sehe schon Licht am Ende des Tunnels: Der Hamburger Inklusionspreis zeigt, welch innovative Unternehmen konsequent inklusiv auf dem Arbeitsmarkt vertreten sind, insbesondere auch, wie kreativ manche Unternehmen dabei agieren, um Menschen mit Beeinträchtigungen zu beschäftigen. Für alle anderen gilt: Hier können Sie gerne abschauen, wie es gehen kann."

Jens Nübel, Vorstandsvorsitzender Arbeitsgemeinschaft der Vertrauenspersonen – Hamburger Wirtschaft: "Wir machen durch den Hamburger Inklusionspreis aus der Hamburger Arbeitswelt positive Beispiele für eine exzellente, vorbildliche, visionäre und erfolgreiche Umsetzung von Inklusion in Hamburger Betrieben sichtbar. Kontinuität für das Thema Inklusion im Arbeitsleben ist eine starke Basis dafür, um Betriebe auch wirtschaftlich zu festigen."

Die Preisträgerinnen und Preisträger 2024
Das Geld hängt an den Bäumen gGmbH
Die Preisträgerin bewirtschaftet nach eigenen Angaben 21 Hektar Streuobstwiesen, pflanzte über 15.000 Bäume, legt Wildblumenwiesen und Rhabarberfelder an und unterhält 16 Bienenvölker. Die geernteten Früchte werden zu Säften und Schorlen verarbeitet und in den Verkauf gebracht. Der Erlös finanziert die Arbeitsplätze. Nach eigenen Angaben haben 40 Prozent der Mitarbeitenden Einschränkungen physischer oder psychischer Natur. Von der Entstehung der Idee im Jahre 2008 bis zum aktuellen Zeitpunkt hat sich die Preisträgerin zu einer CSR-Plattform (Corporate Social Responsibility) entwickelt und sich über das gesetzliche Maß hinaus der Nachhaltigkeit verpflichtet. Die Verbindung von Inklusion sowie Klima- und Umweltschutz überzeugte die Jury.

MEININGER Hotel Hamburg
Der Preisträger bildet in Zusammenarbeit mit der Hamburger Arbeitsassistenz Menschen mit Behinderungen aus. Teilweise werden auch neue Stellen für eine Weiterbeschäftigung geschaffen. Der Preisträger verfolgt das Ziel, eine Vorbildfunktion im Bereich der Inklusion im Hotelbetrieb und darüber hinaus einzunehmen und vermittelte der Jury überzeugend, dass Vielfalt eine Bereicherung für das Hotel ist.

UKE-Guides
Die Jury bewertete die UKE-Guides als ein ausbaufähiges Projekt mit Zukunft und zeichnet dieses Engagement mit dem dritten Platz aus.
Die Aufgabe der UKE-Guides besteht darin, Patientinnen und Patienten auf dem UKE-Gelände die Orientierung zu erleichtern und diese bei Bedarf auch zu begleiten. Die UKE-Guides werden ausschließlich mit Menschen mit Behinderungen besetzt und vom UKE sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag zur Patientenorientierung im Krankenhaus und tragen zum Wohlbefinden der Patientinnen und Patienten sowie zur Entlastung des Pflegepersonals bei.

Wie auch in den Vorjahren wurde zusätzlich ein Innovationspreis vergeben. Gewinnerin ist die SUPR SPORTS gGmbH "Sit 'n' Skate".
SUPR SPORTS gGmbH "Sit'n'Skate"
SIT'N'SKATE ist eine inklusive Initiative von Menschen mit Behinderung für Menschen mit Behinderung. Der Träger bringt rollstuhlfahrenden Menschen das Skaten im Skatepark bei, sodass diese bestmöglich für die Hürden des Alltags im Rollstuhl vorbereitet sind. Dies fördert das selbstbestimmte Leben der Menschen und sorgt dafür, dass Rollstuhlfahrende in der Gesellschaft besser wahrgenommen werden. Die Initiative SIT'N'SKATE verfügt über ein inklusives Team und koordiniert verschiedene Rollstuhl-Angebote in Hamburg und an weiteren Standorten.

Die Auszeichnung Inklusiver Betrieb 2024
Alle bewerbenden Betriebe erfüllten die Voraussetzung, sich "Inklusiver Betrieb 2024" nennen zu dürfen. Um dies zu ehren und sichtbar zu machen, haben die Senatskoordinatorin Ulrike Kloiber und der Vorstandsvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Vertrauenspersonen der Hamburger Wirtschaft, Jens Nübel, alle anwesenden Betriebe mit einem entsprechenden Türschild ausgestattet. Diese Betriebe haben die Inklusion zum Teil ihrer Philosophie gemacht und bringen damit Hamburg und seine Wirtschaft ein großes Stück voran.

Der Studierendenchor des UKE begleitete den Abend musikalisch und präsentierte den Gästen zum Ende des Empfangs seine Version des Liedes Otra Vision. Eine Aufnahme des UKE-Studierendenchors ist unter diesem Link zu finden:
(658) Otra Visión (Die andere Sicht) vom UKE-Studierendenchor & Laura Diepstraten García (MIT UNTERTITELN) - YouTube

Die Bilder, die an diesem Abend entstanden sind, können Sie sich unter diesem Link downloaden. Alle Bildrechte liegen bei der Senatskoordinatorin für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (SKBM).
Hamburger Inklusionspreis_06.12.2024 – Dropbox