Beziehungsgewalt in Hamburg

Staatsanwaltschaft richtet Sonderabteilung ein

24. Februar 2021 Pressemitteilung

Aktuelle Zahlen für Hamburg zeigen einen kontinuierlichen Anstieg der Verfahren im Bereich der Beziehungsgewalt, nicht erst seit Beginn der Corona-Pandemie. Um die Straftaten noch effektiver verfolgen zu können, bündelt die Staatsanwaltschaft Hamburg die Ermittlungsverfahren in einer neuen Sonderabteilung.

  • Justiz und Verbraucherschutz
Eine Person hält dem Betrachter die offene Hand entgegen
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Für das vergangene Jahr meldet die Staatsanwaltschaft 6.936 Verfahren im Bereich der Beziehungsgewalt. Im Jahr 2019 wurden 5.850 Verfahren eingeleitet. Dazu kommt eine hohe Dunkelziffer bei solchen Delikten.

Um in diesem Bereich noch schlagkräftiger zu werden, konzentriert die Staatsanwaltschaft die Verfahren nun in einer neuen Sonderabteilung. Dadurch werden die Ressourcen und Erfahrungen gebündelt. Zudem wird das Personal verstärkt. Für die neue Abteilung sind knapp 9 volle Stellen vorgesehen. Bisher wurden Beziehungsgewalttaten im Wesentlichen in den Sonderdezernaten der fünf Abteilungen der Hauptabteilung II der Staatsanwaltschaft bearbeitet – mit insgesamt gut vier vollen Stellen, die sich ausschließlich mit Beziehungsgewalttaten befassten.

Justizsenatorin Anna Gallina sagt: "Beziehungsgewalt ist alltäglich und zeigt sich in vielen schlimmen Formen. Frauen und Kinder werden überdurchschnittlich häufig Opfer. Häusliche Gewalt wird in Hamburg konsequent verfolgt. Die Staatsanwaltschaft stellt sich nun noch besser auf, um diese Taten zu verfolgen. In der neuen Sonderabteilung bündeln wir Kompetenzen, Ressourcen und Erfahrungen und stocken personell auf. Damit sorgen wir für noch mehr Tatkraft der Justiz."

Dr. Ralf Peter Anders, Leitender Oberstaatsanwalt, sagt: "Beziehungsgewalt, häufig gefährliche Körperverletzungen gegen Frauen, trifft die Opfer in einem vermeintlich geschützten Raum – der persönlichen oder familiären Beziehung –, aus dem sie nur schwer wieder in ein gewaltfreies Leben herausfinden. Strafverfolgung in diesem Bereich muss einerseits mit Blick auf die Opfer sensibel agieren, andererseits aber gegen die Täter konsequent durchgesetzt werden. Dazu bedarf es gerade in Zeiten der Pandemie der Effektivierung der Kräfte. Diese setzen wir auf Seiten der Staatsanwaltschaft mit der Neuausgründung der Spezialabteilung für Delikte der Beziehungsgewalt konsequent fort."

Um Ermittlungsverfahren aus dem Bereich der Beziehungsgewalt effektiv zu bearbeiten, besteht zudem ein enger Austausch zwischen Staatsanwaltschaft und Polizei. Das Jugendamt wird informiert, wenn es Anhaltspunkte für Gewalttaten innerhalb einer Familie gibt und Kinder davon betroffen sind. Bei Verhandlung steht den Betroffenen häuslicher Gewalt die Zeuginnen- und Zeugenbetreuung des Landgerichts vor allen Gerichten zur Seite. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter informieren die Betroffenen und begleiten sie auf Wunsch auch in den Gerichtssaal.

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