Ergebnisse der Frühjahrskonferenz der Justizministerinnen und Justizminister

Hamburger Initiativen geben wichtige Impulse

17. Juni 2021 Pressemitteilung

Pakt für den Rechtsstaat 2.0, höhere Strafen für gefälschte Gesundheitszeugnisse und die Stärkung der Rechte Transgeschlechtlicher: Bei ihrer Frühjahrskonferenz haben die Justizministerinnen und Justizminister diese und andere Initiativen beschlossen, die von Hamburg eingebracht wurden oder bei denen die Freie und Hansestadt Mitantragsteller war.

  • Justiz und Verbraucherschutz
Logo der 92. Konferenz der Justizministerinnen und Justizminister
Die Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen

Bereits im Februar forderte Justizsenatorin Anna Gallina gemeinsam mit Stimmen aus der Hamburger Justiz, dass der Ende 2021 auslaufende Pakt für den Rechtsstaat verlängert werden muss. "Der Pakt muss weiterentwickelt werden, damit die Justiz die an sie gestellten aktuellen und zukünftigen Herausforderungen insbesondere im Hinblick auf die Digitalisierung zuverlässig meistern und weiterhin effektiven Rechtsschutz gewähren kann. Die gute personelle und sachliche Ausstattung der Justiz muss für einen funktionierenden Rechtsstaat Priorität haben." so Gallina. Die Justiz wird in den kommenden Jahren durch die Pandemiefolgen, weitere Gesetzgebungsvorhaben und die fortschreitende Digitalisierung zusätzliche Aufgaben bewältigen müssen. Die Justizministerinnen und Justizminister fordern den Bund zu einer Fortschreibung und Intensivierung des Paktes für den Rechtsstaat auf. Sie sehen neben den Ländern auch den Bund in der Verantwortung, den Rechtsstaat und das Vertrauen in diesen weiter und nachhaltiger zu stärken. Der Bund soll zeitnah mit den Ländern in Verhandlungen über eine Verlängerung des finanziellen Engagements eintreten. Dies betrifft neben dem Erhalt des bisher erreichten Stellenaufbaus auch Mittel für die Digitalisierung der Justiz.

Gefälschte Impfpässe und falsche Testzertifikate sind ein besonderes Problem der Corona-Pandemie. Immer häufiger werden Sie im Internet oder in Chatgruppen zum Kauf angeboten. Die Justizministerinnen und Justizminister haben vor dem Hintergrund der andauernden Corona-Pandemie die strafrechtlichen Gesichtspunkte der Herstellung und des Gebrauchs von gefälschten und unrichtigen Impfdokumentationen, Testzertifikaten und sonstigen Gesundheitszeugnissen diskutiert. Der Hamburger Beschlussvorschlag fordert die Bundesministerin für Justiz und Verbraucherschutz zur sachgerechten Gleichstellung der Fälschung von Gesundheitszeugnissen mit der Urkundenfälschung auf. Derzeit wird die Fälschung von Gesundheitszeugnissen gegenüber der Fälschung anderer Urkunden durch einen weitaus geringeren Strafrahmen privilegiert. Justizsenatorin Anna Gallina sagt: "Das Vertrauen in Gesundheitszeugnisse, insbesondere in Covid-19-PCR-Tests und Impfbescheinigungen ist für die Bekämpfung der Corona-Pandemie ungemein wichtig. Fälscher von Gesundheitszeugnissen dürfen nicht geringer bestraft werden als Fälscher anderer Urkunden. Die Unterscheidung entbehrt jeder Grundlage."

In einer gemeinsamen Initiative mit Thüringen, Berlin, Sachsen und Bremen hat sich Hamburg für eine Stärkung der Rechte Transgeschlechtlicher ausgesprochen. Sie bekräftigten das Selbstbestimmungsrecht transgeschlechtlicher Menschen und deren verfassungsmäßigen Anspruch auf Achtung ihrer geschlechtlichen Identität. Die Justizministerinnen und Justizminister sprechen sich für ein Gesetz aus, das das Selbstbestimmungsrecht der Betroffenen besser gewährleistet als es die bestehenden Gesetze tun. Hamburg hat sich zudem zu einer stärkeren evidenzbasierten Strafgesetzgebung bekannt. Justizsenatorin Anna Gallina sagt: "Systematisch gewonnenes empirisches Wissen über Kriminalität und Strafe ist das wesentliche Fundament einer evidenzbasierten Strafgesetzgebung."

Zum Weiterlesen

Justizministerinnen und Justizminister der Länder sitzen auf Stühlen an Tischen, die in einer geschlossenen U-Form angeordnet sind. In der Mitte stehen Monitore.
BJV / Ulrich Perrey
Impulse für die Rechtspolitik

Justizministerkonferenz in Hamburg mit Beschlüssen zu sexualisierter Gewalt, Bekämpfung von extremistisch motivierten Anschlägen auf kritische Infrastruktur, Resilienz der Justiz

Im Mittelpunkt standen aktuelle rechtspolitische Themen und die vielfältigen Herausforderungen für Justiz und Rechtsstaat: In Hamburg haben die Länder und der Bund auf der Frühjahrstagung der Justizministerkonferenz beraten.

12. Juni 2026 Pressemitteilung
Justizministerinnen und Justizminister der Länder sitzen auf Stuhlen an Tischen, die in einer geschlossenen U-Form angeordnet sind.
BJV / Ulrich Perrey
Beratungen in Hamburg

Achter Bund-Länder-Digitalgipfel der Justizminister:innen

Die Justizminister:innen von Bund und Ländern haben sich heute in Hamburg zu ihrem achten Bund-Länder-Digitalgipfel getroffen. Bei dem Treffen wurde über anstehende Vorhaben zur Förderung der Digitalisierung der Justiz gesprochen.

11. Juni 2026 Pressemitteilung
Die Grafik eines Vorhängeschlosses leuchtet blau. Sie ist auf der Platine eines Computers dargestellt.
IMAGO / Westlight
Bundesratsinitiative

Mehr Akzeptanz für einen starken Datenschutz: Hamburg setzt sich für moderne Regeln ein

Die Freie und Hansestadt Hamburg wird sich im Bundesrat für grundlegende Veränderungen in der Struktur des Datenschutzes in Deutschland einsetzen. Er soll für Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Bürger:innen einheitlicher, verlässlicher und effizienter werden.

09. Juni 2026 Pressemitteilung