Besonders auffällig ist, dass junge Hamburger:innen deutlich häufiger Produkte direkt über Social-Media-Apps kaufen als ältere Generationen: Fast die Hälfte der 18- bis 29-Jährigen hat bereits über Plattformen wie TikTok oder Instagram ein Produkt gekauft. Mehr als ein Drittel der unter 40-Jährigen gibt an, schon zu spontanen oder emotionalen Käufen durch Social-Media-Inhalte verleitet worden zu sein. Rund 22 Prozent der unter 29-Jährigen berichten, durch solche Käufe bereits in finanzielle Schwierigkeiten geraten zu sein.
Wichtige Ergebnisse im Überblick
- Social Commerce in Hamburg: Gut ein Viertel (27 Prozent) der Hamburger:innen haben bereits Produkte direkt in einer Social-Media-App gekauft.
- Junge Zielgruppe besonders aktiv: Fast die Hälfte (46 Prozent) der 18- bis 29-Jährigen kaufen über Social Media ein, bei den 60- bis 74-Jährigen sind es nur 7 Prozent.
- Geschlechterunterschiede: Männer nutzen Social Commerce häufiger als Frauen (32 Prozent versus 22 Prozent).
- Spontankäufe durch Social Media: 22 Prozent der Befragten wurden schon zu spontanen oder emotionalen Käufen verleitet – bei den unter 40-Jährigen sogar bis zu 36 Prozent.
- Finanzielle Schwierigkeiten: 12 % der Befragten sind durch Social-Media-Käufe bereits in finanzielle Schwierigkeiten geraten; bei den unter 29-Jährigen sogar 22 %.
- Informationsstand über Vertragspartner: Nur gut die Hälfte der Käufer:innen fühlt sich (eher) gut über den tatsächlichen Vertragspartner informiert.
- Wunsch nach klaren Regeln: 86 Prozent der Befragten halten klare und einheitliche Regeln für die Kennzeichnung von Werbung und kommerziellen Inhalten in Social Media für wichtig. Hier werden die Unterschiede zwischen den Generationen besonders deutlich. Während die 18-29-Jährigen Werbekennzeichnungen nur zu 37 Prozent als sehr wichtig erachten, sind es bei den über 60-Jährigen ganze 72 Prozent.
Verbraucherschutzsenatorin Anna Gallina: “Das digitale Shoppen ist einerseits bequem, gleichzeitig müssen wir gerade junge Menschen besser vor den Risiken schützen. Unsere Umfrage zeigt, dass immer mehr Jugendliche ganz selbstverständlich und oft spontan Produkte direkt über Social Media kaufen. Neben den positiven Aspekten birgt das aber auch Gefahren. Es ist alarmierend, dass bereits jeder fünfte junge Mensch nach eigenen Angaben durch solche Impulskäufe in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist. Wir setzen uns deshalb dafür ein, dass junge Verbraucher:innen die nötigen Kompetenzen bekommen für einen sicheren und souveränen Umgang mit solchen Angeboten im Netz.“
Mehr zu den Ergebnissen und die Checkliste finden Sie auf dieser Seite.
Hinweise zur Methodik
Die nach Alter, Geschlecht und Bezirken repräsentative Befragung wurde von Gelszus rmm Marketing Research, Hamburg, durchgeführt. Die Online-Befragung lief vom 23. bis zum 30. Januar 2026 und richtete sich an Personen zwischen 18 und 74 Jahren, die in Hamburg wohnen. Die Stichprobe umfasste 1.000 Personen. Der Hamburger Verbraucherschutz-Pegel fragt seit 2016 jährlich Themen ab, die die Menschen in der Freien und Hansestadt Hamburg bewegen.