40 Jahre nach Tschernobyl

Radioaktivitätsmessung in Hamburg – modern und gut vernetzt

20. April 2026 Pressemitteilung

Am 26. April jährt sich die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl zum 40. Mal. Das Ereignis von 1986 markiert eine Zäsur für den Strahlenschutz in Deutschland und Europa. Auch die Katastrophe von Fukushima im Jahr 2011 hat nochmals verdeutlicht, wie wichtig funktionierende Überwachungssysteme sind. Die Hamburger Landesmessstelle für Radioaktivität erfasst kontinuierlich die Radioaktivität in der Umwelt.

  • Justiz und Verbraucherschutz
An einer Tür ist das Zeichen für Radioaktivität angebracht.
IMAGO / HalfPoint Images

Die Hamburger Landesmessstelle für Radioaktivität, angesiedelt im Institut für Hygiene und Umwelt, ist ein zentraler Baustein der radiologischen Überwachung in Norddeutschland. Seit mehr als 60 Jahren überwacht sie Lebensmittel, Trinkwasser, Boden und Oberflächengewässer, kontrolliert Importe und bewertet die seit Jahrzehnten rückläufige Belastung durch den Tschernobyl-Fallout. Sie liefert kontinuierlich Daten zur radiologischen Lage in Hamburg an Landes- und Bundesbehörden und wirkt im Notfallschutz sowie in bundesweiten Messprogrammen mit.

Tschernobyl 1986: Der Ausgangspunkt für moderne Strukturen

Der Unfall von Tschernobyl führte in Deutschland zu tiefgreifenden strukturellen Veränderungen. Die Gründung des Bundesumweltministeriums, der Aufbau des Bundesamts für Strahlenschutz und die Einführung des Integrierten Mess- und Informationssystems (IMIS) legten den Grundstein für ein flächendeckendes, transparentes und wissenschaftlich fundiertes Strahlenschutzsystem. Die radiologische Überwachung wurde systematisch ausgeweitet, und erstmals entstand ein bundesweit einheitliches Netzwerk zur Erfassung und Bewertung von Radioaktivität in der Umwelt.

Fukushima 2011: Bestätigung und Weiterentwicklung der Vorsorge

Die Reaktorkatastrophe von Fukushima bestätigte die Bedeutung dieser Strukturen und führte zu weiteren Anpassungen und einer Ausweitung der Untersuchungen: In Hamburg wurden aufgrund der schon etablierten Messstelle in den Jahren 2011 bis 2017 insgesamt über 500 zusätzliche Importproben aus Japan untersucht; allesamt ohne Beanstandung. Darüber hinaus wurden Notfallpläne überprüft und modernisiert, radiologische Lagezentren aufgebaut und die internationale Zusammenarbeit intensiviert. Auch die Anforderungen an Krisenkommunikation und Datenverfügbarkeit wurden erweitert, um im Ernstfall schneller und präziser reagieren zu können. Fukushima war damit ein zweiter Impuls, der die Bedeutung schneller, verlässlicher Messdaten und klarer Entscheidungswege unterstrich. 

Strahlenschutzgesetz 2017: Konsequente Weiterentwicklung

Mit dem Strahlenschutzgesetz von 2017 wurden europäische Vorgaben umgesetzt und das frühere Strahlenschutzvorsorgegesetz – eine direkte Reaktion auf Tschernobyl – integriert. Das Gesetz regelt heute sowohl den Schutz vor ionisierender Strahlung im Alltag als auch die radiologische Notfallvorsorge und die Überwachung von Umwelt, Lebensmitteln und Importen. Deutschland verfügt damit über eines der umfassendsten Strahlenschutzsysteme weltweit.

Heute kaum noch messbar – aber weiterhin wachsam

Die Spuren von Tschernobyl sind in Hamburg heute nur noch geringfügig messbar. Die Messdaten der Landesmessstelle zeigen einen stetigen Rückgang der Belastung in Lebensmitteln und Umweltmedien. Dennoch bleibt die kontinuierliche Überwachung essenziell, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen und im Ernstfall schnell handeln zu können.

Rückfragen der Medien

Behörde für Justiz und Verbraucherschutz
Pressestelle
Telefon: 040 42843 3143
E-Mail: pressestelle@justiz.hamburg.de  

Institut für Hygiene und Umwelt
Pressestelle
Telefon: 040 42845 7304
E-Mail: pressestelle@hu.hamburg.de

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