Justizsenatorin Anna Gallina: "Die Hamburger Arbeitsgerichte erhalten ein zeitgemäßes, sicheres und energetisch saniertes Gerichtsgebäude, das die Anforderungen an einen modernen Justizstandort für die kommenden Jahrzehnte erfüllt. Außerdem werden beide Gerichte mit der Erneuerung bis mindestens Ende 2047 an ihrem jetzigen Standort bleiben. Die Arbeiten sind Teil der umfassenden Modernisierung der Hamburger Justiz – für ein Plus an Kapazitäten, Sicherheit, neuer Technik, modernem Arbeiten und Klimaschutz."
In diesen Bereichen werden die Arbeitsgerichte modernisiert:
- Sicherheit: Das Gebäude wird in klare Zonen aufgeteilt – in öffentliche, halböffentliche und interne Bereiche mit einem zentralen, übersichtlichen Empfangsbereich, gesichertem Zugang zu Mitarbeitendenbereichen und modernem Leitsystem.
- Gerichtssäle: Sie werden zeitgemäß mit neuer Hardware und Software für Videoverhandlungen und die Arbeit mit der E-Akte ausgestattet, erhalten eine zentrale Lüftungsanlage, eine verbesserte Raumakustik und komfortablere Wartebereiche vor den Sälen.
- Büroflächen: Mit flächendeckendem Desk-Sharing und zusätzlichen Kollaborationsflächen schaffen die Arbeitsgerichte optimale Bedingungen für Zusammenarbeit bei gleichzeitiger Optimierung der Flächeneffizienz.
- Klimaschutz: Das Gebäude wird an das Fernwärmenetz angeschlossen, erhält eine energetisch erneuerte Fensterverglasung und LED-Beleuchtung. In Planung ist zudem eine Photovoltaikanlage auf den Dächern sowie Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge auf dem Parkplatz.
- Barrierefreiheit: Barrierefreie Sanitäranlagen werden neu gebaut und Leitsysteme für blinde und sehbehinderte Menschen installiert, die Aufzugsanlage wird nachgerüstet und ein barrierefreier Empfangstresen eingerichtet.
Das Gebäude der Hamburger Arbeitsgerichtsbarkeit besteht aus einem denkmalgeschützten Altbau von 1912 und einem Erweiterungsbau von 1985 mit insgesamt rund 7.400 Quadratmetern. Es entsprach weder aktuellen Sicherheitsstandards noch den Anforderungen an Klimaschutz, Barrierefreiheit oder digitales Arbeiten. Eine umfassende Prüfung ergab, dass der Verbleib in der Osterbekstraße die wirtschaftlich und sachlich beste Lösung ist, weil keine geeigneten Alternativobjekte verfügbar waren.
Daraufhin schloss die Freie und Hansestadt Hamburg im Februar 2026 einen neuen 20-jährigen Mietvertrag ab. Der Vermieter investiert rund 6,7 Millionen Euro in die Modernisierung des Gebäudes, während die Nettokaltmiete nach Abschluss der Baumaßnahmen von bisher rund 62.000 Euro auf etwa 115.000 Euro monatlich steigt. Zusätzlich stellt die Stadt einmalig 1,5 Millionen Euro für IT, Sicherheit, Möblierung und Umzüge während der Bauphase bereit.
Die Bauarbeiten erfolgen in zwei Phasen: zunächst im Altbau, dann im Neubau. Während der Arbeiten im Altbau nutzt das Arbeitsgericht Ausweichflächen in der Nähe. Vom 13. bis 17. Juli 2026 pausiert der Verhandlungsbetrieb zur Vorbereitung, ab dem 20. Juli 2026 findet er voraussichtlich für die Dauer von 6 bis maximal 9 Monaten größtenteils in den Ausweichflächen in der Weidestraße statt.