Justizvollzug

Hamburg stärkt psychiatrische Versorgung von Gefangenen

30. September 2026 Pressemitteilung

Die Zahl psychisch erkrankter Gefangener in Hamburg ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Um dieser Entwicklung zu begegnen, wurde im Zentralkrankenhaus der Untersuchungshaftanstalt eine psychiatrische Kurzzeitstation mit 14 Behandlungsplätzen eröffnet. Sie schließt die Versorgungslücke zwischen ambulanter Behandlung im Justizvollzug und stationärer Aufnahme in einer externen psychiatrischen Klinik. Sie ist zugleich ein wichtiger Baustein des gesamtstädtischen Psychiatriekonzepts.

  • Justiz und Verbraucherschutz
Untersuchungshaftanstalt Hamburg
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Die Station richtet sich an akut psychisch erkrankte Gefangene, die auf einen externen Klinikplatz warten oder aber keine externe vollstationäre Betreuung benötigen. Aufgenommen werden auch Gefangene, bei denen die Diagnosestellung noch unklar ist oder die nach einem externen Klinikaufenthalt noch nicht stabil genug für die Rückkehr in den Regelvollzug sind. Die Station steht allen sechs Hamburger Justizvollzugsanstalten zur Verfügung. Die Behandlungsdauer kann bis zu 12 Wochen betragen.

Justizsenatorin Anna Gallina: "Viele Gefangene kommen mit psychischen Problemen in den Vollzug und erhalten hier erstmals überhaupt eine Versorgung. Deshalb haben wir bereits die ambulante psychiatrische Versorgung massiv aufgestockt. Die Zahl der Behandlungsstunden hat sich seit 2013 nahezu verdreifacht. Mit der psychiatrischen Kurzzeitstation haben wir einen Ort geschaffen, an dem wir psychisch erkrankte Gefangene schneller versorgen, frühzeitiger stabilisieren und gezielter weiterbehandeln können. Die neue Station stärkt die psychiatrische Versorgung im Justizvollzug und schließt Versorgungslücken. Als starken medizinischen Partner haben wir das UKE an unserer Seite."

Prof. Peer Briken, Stellv. Leiter des Zentrums für Psychosoziale Medizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE): "Es ist für uns eine wichtige und zugleich verantwortungsvolle Aufgabe, die psychiatrische Versorgung auf der neuen Kurzzeitstation im Auftrag der Stadt Hamburg zu übernehmen. Unser gemeinsames Ziel ist, psychisch erkrankte Menschen in Haft in akuten Phasen frühzeitig und bedarfsgerecht zu behandeln und zu stabilisieren. Damit schließt das neue Versorgungsangebot eine wichtige Lücke zwischen ambulanter Behandlung und externer stationärer psychiatrischer Versorgung. Wir freuen uns auf unsere Tätigkeit auf der neuen Station und darauf, das dortige Angebot mit der Justizbehörde gemeinsam weiterzuentwickeln."

Für die psychiatrische Kurzzeitstation stehen in den nächsten zweieinhalb Jahren rund 7,6 Mio. Euro zur Verfügung. Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf übernimmt die psychiatrische Versorgung mit einem interdisziplinären Team aus Fachärztinnen und Fachärzten für Psychiatrie, Fachpersonal für Psychotherapie, Ergotherapie, Sporttherapie und Musiktherapie sowie Pflegefachpersonen. Die Station bietet einen modernen Wohngruppenbereich mit Gemeinschaftsräumen und Gemeinschaftsküche sowie helle Patientenzimmer. Für Bewegungs-, Gesprächs-, Ergo-, und Musiktherapie stehen rund 160 qm zur Verfügung.

Zugleich wird die klinische Arbeit auf der neuen psychiatrischen Kurzzeitstation von Forschung zu gefängnispsychiatrischer Versorgung begleitet, um ihre Wirksamkeit kontinuierlich auszuwerten und weiterzuentwickeln.

Video: Psychiatrische Kurzzeitstation

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