Senatsempfang für die Summer Academy 2025

Austausch mit Internationalem Seerechtsnachwuchs

08. August 2025 Pressemitteilung

Einmal im Jahr kommen der Internationale Seegerichtshof (ISGH) und die Internationale Stiftung für Seerecht (International Foundation for the Law of the Sea IFLOS) im Rahmen der Summer Academy mit internationalem Nachwuchs in Hamburg zusammen. Das Treffen dient dazu, das Wissen über Seerecht und Seehandelsrecht zu fördern. Bei dem vierwöchigen Kurs teilen Richter:innen sowie viele weitere Expertinnen und Experten ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit insgesamt 40 Teilnehmenden aus 33 Nationen.

  • Justiz und Verbraucherschutz
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Anna Gallina, Senatorin für Justiz und Verbraucherschutz: „Es freut mich sehr, dass wir in unserer Stadt über ein so großes Fachwissen im Bereich des internationalen Seerechts verfügen, was auch zur Stärkung des Rechts- und Wirtschaftsstandorts Hamburg beiträgt. Die Weltmeere spielen seit jeher eine immense und lebenswichtige Rolle für die Gesellschaft, ob als Transport- und Handelswege, als Quelle für Nahrung und Rohstoffe sowie für Energieerzeugung und Klimaschutz. Unser globalisierter Lebensstil beruht auf den Regelungen des Seerechts. Während wir fortwährend neue Nutzungsmöglichkeiten erschließen, stehen die marinen Ökosysteme unter zunehmendem Druck. Die Verbindung von Schutz und Nutzung der Meere muss daher dringend miteinander verknüpft werden. Bei der Bewältigung dieser Herausforderungen wächst auch die Bedeutung der Gerichte im Klimaschutz.“

Dr. Andreas Dressel, Senator für Finanzen und Bezirke: „Hamburg ist und bleibt mit seiner langen Geschichte des Handels und des Hafens auf der einen Seite und als moderner Innovations- und Wissenschaftsstandort der perfekte Ort für die Summer Academy der Internationalen Stiftung für Seerecht. Dass Expertinnen und Experten aus dem Bereich See- und Seehandelsrecht sich hier bei uns austauschen, ist also mehr als passend und wir als Stadt können davon nur profitieren.“

Ximena Hinrichs Oyarce, Geschäftsführende Kanzlerin des Internationalen Seegerichtshofs: „Der Seegerichtshof bekräftigt mit Initiativen wie der Summer Academy und seinen umfassenderen Kapazitätsaufbauprogrammen sein Engagement nicht nur für die friedliche Beilegung von Streitigkeiten, sondern auch für die Förderung einer globalen Gemeinschaft, die auf rechtlichem Wissen und Zusammenarbeit basiert. Angesichts der zunehmenden Herausforderungen für die internationale Rechtsordnung nimmt der Internationale Seegerichtshof eine Wächterrolle für das Seerecht ein. Er stellt sicher, dass die Ozeane nach den Grundsätzen und Bestimmungen der Vereinten Nationen zum Seerecht geregelt werden.“

Prof. Dr. Nele Matz-Lück, Vorsitzende der Stiftung für Seerecht: „Wissen über die rechtliche Regulierung des Ozeans ist der Grundstein für die Anwendung und Fortentwicklung internationaler Standards im Umgang mit aktuellen Herausforderungen. Die Weltgemeinschaft kann nur gemeinsam die Auswirkungen des Klimawandels auf die Meere, den Umgang mit Schiffen der so genannten „Schattenflotte“ und andere wichtige Themen reagieren. Wir freuen uns, dass wir mit der Summer Academy jährlich einen Beitrag zum globalen Wissenstransfer in diesem Bereich leisten.“

Hintergrund Internationale Stiftung für Seerecht

Die Internationale Stiftung für Seerecht wurde im Dezember 2003 von Hamburger Unternehmen und Privatleuten mit Unterstützung des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg gegründet. Hauptprojekt der Stiftung ist die jährliche Summer Academy, deren Ziel es ist, jüngere Nachwuchskräfte aus Wissenschaft, Verwaltung und maritimer Wirtschaft weiterzubilden. Seit dem Start im Jahr 2007 konnte die Stiftung insgesamt 606 Teilnehmende aus 140 Nationen in Hamburg begrüßen. Die Summer Academy 2025 findet vom 13. Juli bis zum 8. August statt.

Hintergrund Internationaler Seegerichtshof

Der Internationale Seegerichtshof ist ein unabhängiges Gericht, das im Rahmen des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen gegründet wurde. Die 21 internationalen Richter:innen des ISGHs haben seit 1996 in zahlreichen seerechtlichen Streitfällen Entscheidungen getroffen. Dabei ging es um ein breites Spektrum von Rechtsfragen, zum Beispiel die Abgrenzung von Meeresgebieten, die Schifffahrt, die Erhaltung und Bewirtschaftung der lebenden Ressourcen des Meeres sowie den Schutz und die Erhaltung der Meeresumwelt und die Umwelt- und Haftungsstandards bei Aktivitäten auf dem Meeresboden.

 

Rückfragen der Medien

Behörde für Justiz und Verbraucherschutz
Pressestelle
Linda Luft
Telefon: 040 42843 3238
E-Mail: pressestelle@justiz.hamburg.de

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