Rechte von Reisenden stärken

Entschädigungen automatisiert auszahlen

26. Oktober 2020 Pressemitteilung

Justiz- und Verbraucherschutzsenatorin Gallina setzt sich dafür ein, dass Reisende nach Verspätungen und Ausfällen zeitnah und ohne bürokratischen Aufwand entschädigt werden. Sie spricht sich deshalb für den verbindlichen Einsatz entsprechender Algorithmen bei Transportunternehmen aus.

  • Justiz und Verbraucherschutz
Hamburg Airport
www.mediaserver.hamburg.de/M.Penner

Von der Reiselust zum Entschädigungsfrust: Die Amtsgerichte haben im Jahr 2019 mehr als 100.000 Verfahren zu Reiseausfällen und Verspätungen verzeichnet – nahezu eine Verdopplung zum Vorjahr. Nicht zuletzt wegen der Corona-Pandemie dürfte es in diesem Jahr einen weiteren Anstieg geben. Reisende berichten, dass Fluggesellschaften selbst offensichtlich berechtigte Forderungen zunächst ablehnen. Den Unternehmen wird regelmäßig der Vorwurf gemacht, darauf zu spekulieren, dass Kundinnen und Kunden irgendwann ihre Ansprüche aus Frust nicht mehr geltend machen.

Auf ihrer Herbstkonferenz werden sich die Justizministerinnen und Justizminister mit einem Beschlussvorschlag aus Hamburg befassen, der eine automatisierte Auszahlung von Entschädigungen vorsieht. Die Transportunternehmen sollen demnach verpflichtet werden, entsprechende Legal-Tech-Anwendungen einzusetzen. Durch die Zusammenführung aller erforderlichen Daten könnten Ansprüche der Passagiere automatisch abgewickelt werden. Die Beträge würden grundsätzlich sofort zur Auszahlung kommen. In Streitfällen stünde der Weg zu den Gerichten aber weiterhin beiden Parteien offen.

Justiz- und Verbraucherschutzsenatorin Anna Gallina sagt dazu: "Es ist nicht hinnehmbar, wenn Reisende ihrer Entschädigung hinterher rennen müssen und dieser bürokratische Abwehrreflex seitens der Unternehmen auch noch die Justiz belastet. Hier kann Digitalisierung helfen, die Hilflosigkeit der Reisenden zu durchbrechen und die Durchsetzung der Rechte so einfach wie möglich zu machen. Entsprechende Algorithmen, die die Ansprüche automatisch abwickeln, bedeuten für die Reisenden schnelle und verlässliche Entschädigung. Durch Legal Tech würden künftig offenkundig begründete Ansprüche der Reisenden nicht mehr einfach abgelehnt."

Solche Systeme sind technisch möglich und werden von Fluggesellschaften bereits eingesetzt, etwa für Gutscheine für Verpflegung und Hotel im Fall einer Flugstörung. Durch den Einsatz von Legal-Tech-Anwendungen bei Entschädigungen würden die Reisenden die ihnen zustehenden Ansprüche zeitnah und ohne bürokratischen Aufwand ausgezahlt bekommen, ohne sie an Fluggastportale abtreten zu müssen. Diese verlangen von Verbraucherinnen und Verbrauchern für den Fall einer erfolgreichen Geltendmachung der Ansprüche regelmäßig eine hohe Gebühr.

In dem Hamburger Beschlussvorschlag wird die Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz aufgefordert, die Möglichkeiten zu prüfen, den Unternehmen verbindlich Legal-Tech-Anwendungen für die Abwicklung von Fahrgastansprüchen vorzuschreiben.

Zum Weiterlesen

Das Denkmal "Hier und jetzt" vor dem Hanseatischen Oberlandgericht
BJV

Erinnerung an die Opfer der NS-Justiz Wiedereröffnung des Denkmals „Hier + Jetzt“

Das Denkmal „Hier + Jetzt“ vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht erinnert an die Opfer der nationalsozialistischen Justiz. Im Sommer wurde es umfassend saniert. Heute wurde das Denkmal wiedereröffnet.

09. Oktober 2026 Pressemitteilung
Die Flaggen der 16 Bundesländer.
Franziska Gilli

Konferenz der Justizminister:innen Hamburg führt Vorsitz im Jahr 2027 fort, Hessen übernimmt im Sommer

Die Justizminister:innen aus Bund und Ländern tagen auch bei der Frühjahrskonferenz 2027 unter dem Vorsitz Hamburgs. Hamburg führt den Vorsitz bereits und wird die Geschäfte nach der Herbstkonferenz im November zunächst weiterführen.

04. Oktober 2026 Pressemitteilung
Untersuchungshaftanstalt Hamburg
BJV

Justizvollzug Hamburg stärkt psychiatrische Versorgung von Gefangenen

Die Zahl psychisch erkrankter Gefangener in Hamburg ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Um dieser Entwicklung zu begegnen, wurde im Zentralkrankenhaus der Untersuchungshaftanstalt eine psychiatrische Kurzzeitstation mit 14 Behandlungsplätzen eröffnet.

30. September 2026 Pressemitteilung