Senat legt Gesetzentwurf vor

Begriff "Rasse" soll im Landesrecht ersetzt werden

23. August 2022 Pressemitteilung

Das Hamburgische Landesrecht verbietet an mehreren Stellen die Benachteiligung aufgrund der "Rasse" oder die "rassische Verfolgung". Die Formulierungen sind aber problematisch. Unterschiedliche Menschenrassen gibt es nicht. Die Begriffe sollen nun durch das Wort "rassistisch" ersetzt werden - als Distanzierung von Theorien, die die Existenz verschiedener menschlicher Rassen behaupten.

  • Justiz und Verbraucherschutz
Ein Text, bei dem "seiner Rasse" gelb markiert und der Rest des Textes unscharf ist
BJV

Justizsenatorin Anna Gallina: "Sprache beeinflusst unser Bild von anderen Menschen. Die Wissenschaft sagt, dass Menschen nicht in Rassen eingeteilt werden können. Nur rassistische Ideologien gehen von dieser Annahme aus. In Gesetzestexten hat der Begriff nichts zu suchen. Die Einteilung in Rassen widerspricht auch dem Geist und Menschenbild des Grundgesetzes. Die Änderung ist deshalb eine wichtige sprachliche Richtigstellung und benennt das Problem jetzt klar und unmissverständlich: Kein Mensch darf rassistisch diskriminiert werden. Menschliche Rassen gibt es nicht."

Die Bürgerschaft hatte den Senat im November 2020 aufgefordert, einen entsprechenden Gesetzentwurf vorzulegen. Der Begriff der "Rasse" und seine Abwandlungen wie "rassisch" im Hamburgischen Landesrecht sollten durch eine Formulierung ersetzt werden, die Schutz vor rassistischen Diskriminierungen gewährleistet, ohne das Schutzniveau abzusenken. Betroffen sind mehrere Normen in Gesetzen, die beispielsweise die Schulen, den Justizvollzug, die Polizei oder das Studium betreffen. 

Diese Normen sollen vor rassistischer Diskriminierung schützen und dienen der Abgrenzung zur nationalsozialistischen Ideologie. Die verwendeten Begriffe "Rasse" und "rassisch" können aber im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie von "Menschenrassen" interpretiert werden. 

Im Hamburgischen Landesrecht sollen der Begriff "Rasse" und seine Abwandlungen deshalb durch das Adjektiv "rassistisch" ersetzt werden. Diese Formulierung umfasst auch Zusätze wie "rassistische Behandlung/Diskriminierung/Verfolgung". Die Verwendung des Adjektivs "rassistisch" stellt sicher, dass der Schutz vor entsprechenden Diskriminierungen gewährleistet und der Schutzbereich der betroffenen Rechtsnormen erhalten bleibt. Bei einer ersatzlosen Streichung des Begriffs bestünde dagegen die Gefahr, dass das Schutzniveau abgesenkt wird. 

Das Deutsche Institut für Menschenrechte schreibt: "Es geht bei der Diskussion um den Begriff "Rasse" nicht um ein intellektuelles Gedankenspiel, sondern um einen Perspektivwechsel: Rassismus lässt sich nicht glaubwürdig bekämpfen, wenn der Begriff "Rasse" beibehalten wird. Dies gilt umso mehr, als seine weitere Verwendung das Konzept menschlicher "Rassen" akzeptabel erscheinen lässt und dazu beitragen kann, rassistischem Denken Vorschub zu leisten."

Zum Weiterlesen

Ein Vater trägt sein Baby auf dem Rücken in einer Trage.
colourbox.de
Marktüberwachung in Hamburg

Mehrere Kindertragen fallen bei Test durch

Im Jahr 2023 hatte die Behörde für Justiz und Verbraucherschutz Kindertragen aus dem Online- und dem stationären Handel testen lassen. Aufgrund der damals teils besorgniserregenden Ergebnisse wurden nun erneut Kindertragen getestet.

12. Mai 2026 Pressemitteilung
Geldscheine mit Taschenrechner
colourbox.de / mekcar
Hamburger Justiz

1,39 Millionen Euro aus Bußgeldern für das Gemeinwohl

Zweimal in Jahr werden in Hamburg Bußgelder aus Strafverfahren an gemeinnützige Einrichtungen und Vereine ausgeschüttet. Im Jahr 2025 waren es knapp 1,39 Millionen Euro.

06. Mai 2026 Pressemitteilung
Grelle Sonne an einem strahlend baluen Himmel
IMAGO / Bihlmayerfotografie
Gemeinsam für mehr UV-Schutz

Hamburger Kolloquium bringt Theorie und Praxis zusammen

Wie gelingt wirksamer UV-Schutz im Alltag? Antworten darauf gibt das UV-Schutz-Kolloquium „Von der Theorie zur Praxis – UV-Schutz gemeinsam gestalten“ am 7. Mai 2026. Die Behörde für Justiz und Verbraucherschutz lädt gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e.V. und der...

05. Mai 2026 Pressemitteilung