So schützen Sie sich beim Shopping in sozialen Medien
Ein Klick und das Produkt ist unterwegs: Shoppen in sozialen Medien ist einfach und macht Spaß, aber es lauern auch Fallstricke. In unserer Checkliste finden Sie alles, was Sie beim Social Commerce beachten sollten.
Justiz und Verbraucherschutz
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Social Commerce beschreibt das Einkaufen direkt in sozialen Netzwerken wie TikTok, Instagram, Facebook oder Pinterest – ohne zum Onlineshop des Anbieters wechseln zu müssen.
TikTok nimmt dabei eine Vorreiterrolle ein: Seit April 2025 ist der TikTok-Shop in Deutschland verfügbar und Nutzer:innen können Produkte seitdem mit einem Klick direkt in der App kaufen. Damit verbindet TikTok Unterhaltung und Shopping noch enger als andere Plattformen.
Auch in Hamburg ist Social Commerce beliebt. Der repräsentative Verbraucherschutz-Pegel vom Januar 2026 zeigt, dass bereits gut ein Viertel (27%) der Hamburger:innen Produkte in einer Social-Media-App gekauft haben. Kein Wunder, denn Social Commerce macht Einkaufen besonders bequem. Zudem erhalten Nutzer:innen personalisierte Empfehlungen, die zu ihren Interessen passen. Kreative Formate wie Livestream-Shopping oder Produktempfehlungen durch Influencer:innen lassen die angebotenen Waren in einem attraktiven Licht erscheinen.
Gleichzeitig kann die enge Verbindung von Unterhaltung, Werbung und Shopping zu emotional geleiteten Impulskäufen und Intransparenz führen – besonders wenn unklar ist, welcher Händler hinter dem angebotenen Produkt steht oder Werbekennzeichnungen nicht klar erkennbar sind.
Wir haben die wichtigsten Tipps zusammengestellt, die Verbraucher:innen beim Shoppen auf Social-Media-Plattformen vor bösen Überraschungen bewahren sollen.
Video: Senatorin Gallina zu Social Commerce
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BJV
Checkliste: Sicheres Social-Media-Shopping
Schnell geschnittene, kreativ gedrehte Videos können Kaufimpulse auslösen oder verstärken. Hier hilft es, innezuhalten und sich zu fragen, ob das Produkt wirklich unbedingt notwendig ist oder Sie sich bei der Kaufentscheidung eher von Ihren Emotionen leiten lassen.
Kurzzeitig befristete Angebote, Countdowns, künstliche Verknappung oder die Anzeige, wie viele Personen das Produkt aktuell ebenfalls im Warenkorb liegen haben – beim Online Shopping werden häufig sogenannte "Dark Patterns" eingesetzt. Diese manipulativen Designs sollen Impulskäufe beschleunigen. Achten Sie auf diese Art der Manipulation und lassen Sie sich nicht von der künstlich erzeugten Stresssituation zum Kauf verleiten. Schlafen Sie eine Nacht darüber und schlagen Sie am nächsten Tag zu, falls Sie das Produkt dann immer noch haben wollen.
Auf Social Media vermitteln Influencer:innen oft das Gefühl, dass das von ihnen beworbene Produkt ein absolutes Muss ist. Dabei sollten Sie immer im Kopf behalten, dass Influencer:innen in der Regel dafür bezahlt werden, für Produkte Werbung zu machen. Vor einem Kauf sollten Sie daher auf Werbekennzeichnungen achten und nicht jedem Like vertrauen – denn Bewertungen können gefälscht sein. Informieren Sie sich zusätzlich auf unabhängigen Plattformen über das Produkt.
Wer ist der Vertragspartner hinter dem angebotenen Produkt? Handelt es sich dabei um einen vertrauenswürdigen Anbieter oder könnte ein Fake Shop dahinterstecken? Achten Sie darauf, ob der Anbieter ein Impressum und Informationen zum Widerrufsrecht angegeben hat. Auch ein Blick auf die Fakeshop-Liste der Verbraucherzentrale Hamburg lohnt sich.
Viele Angebote können inzwischen mit sogenannte "Buy now, pay later"-Zahlfunktionen erworben werden. Dabei erhalten Sie die Ware sofort, müssen aber erst später zahlen. Das kann zu sorglosem Konsum verleiten, bei dem die Gesamtkosten der Einkäufe schnell aus dem Blick geraten. Wenn möglich, wählen Sie einen Kauf auf Rechnung. Alternativ zahlen Sie über Kreditkarte oder Zahlungsdienstleister wie PayPal. Bevorzugen Sie Methoden mit Käuferschutz. Eine Zahlung per Vorkasse sollten Sie vermeiden.
Um Impulskäufe zu minimieren oder ganz zu vermeiden, ist es hilfreich, wenn Sie Ihre Zahlungsinformationen nicht mit Ihren Social-Media-Apps verknüpfen.So erschweren Sie spontane Käufe und schützen sich vor ungewollten Abbuchungen
Wenn Sie merken, dass Sie zu spontanen Käufen neigen, kann es hilfreich sein, sich bewusst eine Auszeit von Social Media zu nehmen. So vermeiden Sie unnötige Impulskäufe und gewinnen Abstand zum ständigen Kaufanreiz.
Shopping per Klick in Social Media liegt im Trend – besonders bei jungen Menschen. Eine aktuelle Umfrage zeigt Risiken auf. Eine neue Checkliste hilft, finanzielle Fallen zu vermeiden.