Tiergesundheit

Gefahren für Wildtiere durch den Einsatz von Rasenmährobotern

Der Hamburger Tierschutzbeirat und die Behörde für Justiz und Verbraucherschutz bitten um Ihre Unterstützung.

  • Justiz und Verbraucherschutz
Ein Mähroboter auf einem Rasen
Colourbox.de / alho007

Gartenbesitzer und für die Pflege von großen Grünflächen verantwortlichen Personen z.B. auf Golfplätzen werden gebeten Rasenmähroboter möglichst nur am Tage und soweit möglich unter Aufsicht einzusetzen. So können Verletzungen von kleinen Wirbeltieren wie Igeln, Amphibien und Reptilien und damit großes Tierleid vermieden werden.

Warum Ihre Unterstützung notwendig ist

Mähroboter arbeiten auf Rasenflächen völlig autonom und kürzen die Rasenhalme mit rotierenden scharfen Messern. Trotz eingebauter Sensorik erkennen die Mähroboter in der Regel keine Hindernisse, die unter den Geräterand passen. Daher werden Tiere wie kleine Igel, Kröten, Eidechsen oder Insekten nicht als Hindernis erfasst und die Geräte stoppen nicht. Durch die Zunahme der Mähroboter dürfte die Anzahl verletzter bzw. getöteter Tiere zunehmen.

Zu dieser Gefährdungseinschätzung kommt auch eine Studie von dänischen Wissenschaftlern aus dem Jahr 2021[1] und die Stiftung Warentest in einem Report aus dem Jahr 2020[2]. In der dänischen Studie wurde bei 18 Modellen getestet, ob Igel als Hindernisse erkannt werden. Kein einziges Model war in der Lage kleine Igel zu erkennen, auch ältere Igel wurden oft verletzt.

Die Geräte werden häufig in den Abendstunden oder nachts ohne Aufsicht genutzt. In dieser Zeit sind aber viele nachtaktive Tiere wie z.B. Igel unterwegs. Damit steigt die Verletzungsgefahr. Aus diesem Grund gilt: Der Betrieb von Mährobotern in Hamburg ist nur in der Zeit von 30 Minuten nach Sonnenaufgang bis 30 Minuten vor Sonnenuntergang zulässig.

Hamburger Tierschutzstationen[3] berichten, dass immer mehr verletzte Igel abgegeben werden. Zugleich muss davon ausgegangen werden, dass viele Igel, die von Mährobotern verletzt werden, sich rasch im Gebüsch oder anderen Verstecken zurückziehen und diese Tiere völlig unbemerkt versterben.

Hinzu kommt noch, dass Mähroboter in den Sommermonaten nahezu täglich eingesetzt werden und somit öfter als herkömmliche Rasenmäher. Durch häufiges Mähen bleiben im Rasen nur dominante Gräser zurück. So werden Blühpflanzen verdrängt und Insekten finden keine Nahrung. Diese wiederum sind die Nahrungsgrundlage für viele Wildtiere. Wenn Gartenbesitzer seltener mähen, kann die Artenvielfalt im Garten auf einfache Weise gestärkt werden.

[1] Animals 2021, 11, 1191. https://doi.org/10.3390/ani11051191https://www.mdpi.com/journal/animals
[2] https://www.test.de/Maehroboter-im-Test-4698387-0/
[3] LOOKI e.V. - Verein zur Tierrettung

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