In Deutschland wurden 2026 zwei unterschiedliche Kladen nachgewiesen. Diese werden als Shamonda-Virus Europe 1 (SHAV-EU1) und Shamonda-Virus Europe 2 (SHAV-EU2) bezeichnet.
Aktuell gibt es Nachweise des Virus bei Rindern, Schafen, Ziegen, Pferden und Alpakas.
Vor allem Rinder sind betroffen. Sie zeigen im Krankheitsverlauf häufig akuten Milchrückgang, Fieber, Inappetenz sowie wässrigen Durchfall. In der Regel erholen sich die erkrankten Tiere innerhalb weniger Tage.
Bei Pferden wurden im Zusammenhang mit einer SHAV-EU-1 Infektion neurologische Symptome beobachtet. Daher kann bei zentralnervöser Symptomatik, nach Ausschluss anderer wichtiger Ursachen (zum Beispiel Borna-Virus, West-Nil-Virus, EHV-1 etc.), eine Untersuchung auf SHAV sinnvoll sein.
Die Übertragung des Shamonda-Virus erfolgt über blutsaugenden Gnitzen (Stechmücken). Der Übertragungsweg ähnelt damit dem des Schmallenberg-Virus und des Blauzungen-Virus.
Hinweise auf Infektionen von Menschen mit dem Shamonda Virus liegen bislang nicht vor.
Tierhalterinnen und Tierhalter in Hamburg werden gebeten, aufmerksam zu sein. Bei gehäuftem und plötzlichem Auftreten von Fieber, Durchfall oder akutem Milchrückgang bei Rindern, Schafen und Ziegen sowie bei neurologischen Symptomen bei Pferden sollte umgehend die behandelnde Hoftierärztin beziehungsweise der behandelnde Hoftierarzt hinzugezogen werden.