Personalwechsel auf der Führungsebene der Bildungs- und Familienbehörde: Seit dem 1. Juni ist Christoph Brümmer neuer Leiter des Amts für Verwaltung. Der 43-Jährige folgt auf Ralf Staack und übernimmt damit eine Schlüsselposition in Hamburgs größter Behörde. Brümmer verantwortet fünf Abteilungen mit rund 600 Beschäftigten und einen Haushalt von 6,36 Milliarden Euro. Die Dimension der Aufgabe habe ihn gereizt – vor allem aber die Möglichkeit, seine bisherigen beruflichen Erfahrungen an einem Ort einzubringen.
„Ich habe in meinen bisherigen Stationen immer wieder genau an den Themen gearbeitet, die auch hier zusammenkommen: Haushalt und Finanzen, Organisation, Personal sowie IT- und Veränderungsprojekte. Diese Erfahrungen nun in einer so großen und vielfältigen Behörde einbringen zu können, ist für mich eine großartige Aufgabe“, so Brümmer. Gerade die derzeit angespannte Haushaltslage mache die Aufgabe dabei nicht einfacher, aber umso interessanter. „Natürlich sind die Rahmenbedingungen herausfordernd. Aber gerade dann zeigt sich, wie wichtig gute Steuerung, klare Prioritäten und leistungsfähige Strukturen sind.“
Dass er einmal in einer solchen Position landen würde, war für Brümmer offenbar früh angelegt. Bereits als Jugendlicher habe er „irgendetwas im Bereich kaufmännische Geschäftsführung“ machen wollen, erzählt er. Nach einem Studium der Verwaltungswissenschaften und anschließendem Masterstudium der Personalentwicklung führten ihn seine beruflichen Stationen in die Gesundheits- und Sozialbehörde, den Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG), die Wissenschafts- und Finanzbehörde und zwischendurch auch einmal kurz in die Privatwirtschaft. Der rote Faden: Ressourcensteuerung, Haushalt, Organisation und Finanzen. Zuletzt leitete Brümmer im Bezirksamt Altona das Dezernat Steuerung und Service.
„Im Prinzip mache ich jetzt das, was ich eigentlich immer schon machen wollte“, sagt er. Dass sein beruflicher Weg ihn nun in die Bildungs- und Familienbehörde geführt hat, empfindet er als konsequent. Gleichzeitig sei ihm wichtig, die neue Aufgabe nicht nur aus der Perspektive von Zahlen und Strukturen zu betrachten. „Verwaltung ist kein Selbstzweck. Am Ende geht es immer darum, dass die Fachbereiche gut arbeiten können und die Organisation die Menschen bestmöglich dabei unterstützt, ihre Aufgaben zu erfüllen.“
Auf seinem neuen Posten will Brümmer die Behörde vor allem fit für kommende Veränderungen machen. „Wir brauchen Strukturen, die angesichts der anstehenden Veränderungen auch zukünftig leistungsfähig sind.“ Veränderungsprozesse müssten deshalb stärker in der Organisation verankert werden. Ein Schwerpunkt ist die Digitalisierung – vom Recruiting und der Fachkräftesicherung über die Qualifizierung der Beschäftigten bis zum Wissensmanagement. „Die Entwicklungen gehen ja rasend schnell, weshalb auch wir eine Geschwindigkeit vorlegen müssen, die konkurrenzfähig ist.“
Eine Herausforderung von beträchtlicher Größe: Die Mammutbehörde BSFB beschäftigt fast 30.000 Menschen. Hinzu kommen nachgelagerte Landesbetriebe, Institute und die Berufliche Hochschule. Umso wichtiger sei Zusammenarbeit. „Das geht nur, wenn man als Team agiert“, betont Brümmer. Es brauche klare Zuständigkeiten, Entscheidungswege und Prozesse – zugleich aber die Einbindung der Beschäftigten und ihrer unterschiedlichen Professionen. Das Potenzial dafür sieht er in der Behörde selbst. „Das ist schon beeindruckend, was hier an Wissen und Kompetenzen vorhanden ist.“
Besonders wichtig ist ihm der direkte Kontakt zu den Mitarbeitenden. „Einfach mal zuhören, mit den Menschen reden und auch vor Ort sein, das versuche ich so oft es mein Terminkalender zulässt, möglich zu machen“, sagt der Verwaltungsleiter. Nach vielen Jahren in Leitungspositionen ist er überzeugt: Veränderung gelingt nur, wenn das Wissen derjenigen genutzt wird, die täglich mit den Herausforderungen zu tun haben. „Ich glaube, dass wir eine ganze Menge Herausforderungen lösen können, wenn wir den Menschen, die damit jeden Tag zu tun haben, zuhören. Und die Beschäftigten auch mal fragen, welche Ideen sie haben.“ Für den neuen Verwaltungsleiter ist damit eine zentrale Aufgabe klar umrissen: Strukturen verändern, ohne den Kontakt zu den Menschen zu verlieren, die diese Organisation jeden Tag am Laufen halten.