Zwei 1. Preise gehen an Hamburger Schülerinnen

Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten

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Die Preisträgerinnen Lara Ahlers (l.) und Hanshu Zhang strahlen in die Kamera
Die Preisträgerinnen Lara Ahlers (l.) und Hanshu Zhang strahlen in die Kamera Anja Lindenau

Beim 29. Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten sind bundesweit mehr als 6.720 Kinder und Jugendliche auf historische Spurensuche gegangen und haben 2.289 Beiträge eingereicht. Damit ist die aktuelle Wettbewerbsrunde die erfolgreichste seit 30 Jahren. Das Wettbewerbsthema „Grenzen in der Geschichte“ hat unter den Jugendlichen offensichtlich einen Nerv getroffen. Allein aus Hamburg wurden 184 Beiträge eingeschickt – so viele wie nie zuvor. Entsprechend groß ist die „Ausbeute“: Gleich zwei 1. Preise gehen an zwei Jugendliche aus der Hansestadt: Lara Ahlers, Zwölftklässlerin am Gymnasium Altona, und Hanshu Zhang, die im Sommer am Gymnasium Buckhorn ihr Abitur bestanden hat, wurden am Dienstag in Anwesenheit der Tutoren und Schulleitungen im Schloss Bellevue in Berlin ausgezeichnet. 

Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer setzten sich in ihren Beiträgen mit der ehemaligen, innerdeutschen Grenze auseinander. Oft spielen dabei die eigene Familiengeschichte und persönliche Grenzerfahrungen eine tragende Rolle. Spurensuchen zur eigenen Familie führten die jungen Forschenden beispielsweise auch nach Ungarn, Südkorea oder in südamerikanische Länder. Die eingereichten Arbeiten zeigen in beeindruckender Vielfalt: Grenzen sind mehr als Linien auf der Landkarte, sie tauchen ebenso in gesellschaftlichen, politischen und räumlichen Strukturen auf. Dabei wirken sie nicht nur als Barrieren oder Hindernisse, sondern auch als Räume der Begegnung, des Schutzes oder der Überwindung. Die Teilnehmenden haben eindrucksvoll gezeigt, wie vielschichtig das Thema „Grenzen“ ist – und wie sehr es Vergangenheit und Gegenwart prägt.

Lara Ahlers vom Gymnasium Altona schaffte es mit ihrem Beitrag „Kapitänin ohne Schiff: Annaliese Teetz und ihr Kampf gegen die Ausgrenzung auf See“ auf den ersten Platz. Unterstützt wurde die Schülerin von ihrer Tutorin Elke Niesters. Bereits in den 1930er Jahren fuhr Annaliese Teetz oft als Mann verkleidet auf Schiffen mit, da Frauen offiziell nicht zur Seefahrt zugelassen waren. Trotzdem erwarb sie 1955 als erste deutsche Frau das Kapitänspatent. Doch obwohl sie eine Sondergenehmigung und die nötigen Qualifikationen besaß, wurde sie nie von einer Reederei als Kapitänin eingesetzt. In ihrem Beitrag fragt Lara Ahlers, inwiefern Teetz die gesellschaftlichen Grenzen für Frauen in der Seefahrt beeinflusste. Dafür führte sie Archivrecherchen durch, wertete den Schriftverkehr aus dem Reichsministerium aus und führte Interviews mit Zeitzeuginnen.

Ebenfalls auf den ersten Platz schaffte es die Hamburger Schülerin Hanshu Zhang mit ihrem Beitrag „Die Schaffung einer neuen Grenze: Das Ghetto Hongkew. Jüdisches Exil in Shanghai zwischen 1938 und 1943“. Die Flucht vor den Nationalsozialisten führte ab den 1930er Jahren zu jüdischen Exilen in weiten Teilen der Welt. Eines dieser Exile war das Ghetto Hongkew in Shanghai, welches jüdischen Geflüchteten als letzte offene Zuflucht diente. Hanshu Zhang analysierte die diplomatischen, politischen und sozialen Hintergründe. Dabei kam es ihr darauf an, die Perspektive der jüdischen Organisationen zentral miteinzubeziehen und in Resonanz mit der japanischen Regierung zu stellen. Unterstützt wurde sie bei ihrer Arbeit von ihrem Tutor Eilert Mittwollen vom Gymnasium Buckhorn. 

Der Geschichtswettbewerb wurde 1973 durch den damaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann und den Stifter Kurt A. Körber ins Leben gerufen. Seitdem haben sich über 163.000 Kinder und Jugendliche mit gut 38.800 Beiträgen daran beteiligt. Damit ist der Geschichtswettbewerb der größte historische Forschungswettbewerb für junge Menschen in Deutschland. 

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