Die Hände stecken tief in der Erde. Ein Kind zieht vorsichtig an den grünen Blättern, dann kommt sie zum Vorschein: eine Kartoffel, noch mit feuchter Erde bedeckt. Kurz darauf landet die nächste im Eimer. Etwa 18 Kinder aus der Kita Baumacker und der benachbarten Max-Traeger-Schule in Eidelstedt sind in diesem Tag gemeinsam auf dem Acker unterwegs. Sie ernten Kartoffeln, pflegen die Beete und zeigen ihren Gästen, was sie bereits gelernt haben. Beim Bildungsprogramm AckerRacker geht es aber nicht nur darum, Gemüse anzubauen, sondern hier erfahren Kinder ganz praktisch, wo Lebensmittel herkommen und was nötig ist, damit aus einem kleinen Samen irgendwann etwas Essbares auf dem Teller wird. Die Budnianer Hilfe ermöglicht jetzt drei weiteren Kitas die Teilnahme am Programm und stellt dafür bis 2029 knapp 40.000 Euro zur Verfügung.
Im Rahmen des mehrjährigen Programms des gemeinnützigen Vereins Acker säen, pflanzen und pflegen Kinder ihr Gemüse über Monate hinweg. In der kalten Jahreszeit beschäftigen sie sich mit Gemüse, Ernährung und natürlichen Kreisläufen. Beim gemeinsamen Erntetag am gestrigen Donnerstag waren neben den Kindern auch Bildungssenatorin Ksenija Bekeris, Julia Wöhlke, Vorsitzende der Budnianer Hilfe, Acker-Gründer Christoph Schmitz sowie die Hamburger Köchin und Budnianer-Hilfe-Botschafterin Zora Klipp dabei. Stolz präsentierten die Kinder aus Kita und den dritten und vierten Klassen ihren Gästen die Früchte ihrer Arbeit: Selbst geerntetes Gemüse und Kräuterfrischkäse, den sie zuvor selbst zubereitet hatten, wurden gemeinsam probiert.
„Die Kita ist für Kinder der erste Bildungsort“, betonte Bildungssenatorin Ksenija Bekeris. „Hier am Baumacker sind auch die Kinder der benachbarten Schule dabei. Genau solche Verbindungen zwischen Kita und Schule wünsche ich mir.“ Denn Verbindungen wie am Baumacker, wo Kita- und Schulkinder gemeinsam auf dem Acker Obst und Gemüse anbauten, seien besonders wertvoll. In diesem Fall ließ sich eine solche Verbindung ganz einfach herstellen, denn die Kita liegt direkt neben der Max-Traeger-Schule. Auch dort wird gegärtnert und praktisch gelernt, und zwar mit der GemüseAckerdemie, dem Acker-Bildungsprogramm für Schulen. Natur, Ernährung und nachhaltiges Handeln sind hier Teil des Schul- und Kita-Alltags.
Seit der Gründung 2014 haben bereits über 500.000 Kinder an den Acker-Bildungsprogrammen teilgenommen. Heute gibt es mehr als 2.000 Kitas, Kindergärten, Schulen, Fachschulen, Hochschulen, Kommunen, Unternehmen und Pflegeeinrichtungen, die mitackern. Gemeinsam mit rund 200 Partnern aus Wirtschaft, Stiftungen, Prävention und öffentlicher Hand wird mit Acker naturnahes Lernen erlebbar.