Klare Regeln statt pauschaler Verbote

Neue Empfehlungen zur Handynutzung für Hamburgs Schulen

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Bildungssenatorin Ksenija Bekeris (re.) mit Niedersachsens Kultusministerin Julia Hamburg vor dem Bildungsministerium in Hannover
Bildungssenatorin Ksenija Bekeris (re.) mit Niedersachsens Kultusministerin Julia Hamburg vor dem Bildungsministerium in Hannover Peter Albrecht/BSFB

Smartphones oder Smartwatches gehören längst zum Alltag von Kindern und Jugendlichen – und damit auch zu ihrem Schulalltag. Sie ermöglichen Kommunikation, Information und Kreativität. Gleichzeitig zeigen Studien zunehmend die Risiken einer unreflektierten Nutzung. Junge Menschen sind heute immer länger am Handy – mit teils gravierenden negativen Folgen für ihre Entwicklung. Wie Schulen mit dieser Realität umgehen, wird gerade bundesweit kontrovers diskutiert. Viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind der Ansicht, dass ein pauschales Verbot nicht ausreicht. In Hamburg und Niedersachsen entscheidet deshalb jede Schule selbst, ob und wie Schülerinnen und Schüler Handys nutzen dürfen. Um den Schulen den Rücken zu stärken und ihnen Handlungssicherheit zu geben, haben beide Länder in den vergangenen Wochen gemeinsam mit Expertinnen und Experten Empfehlungen zur Handynutzung entwickelt.  

Passend zum heutigen Tag der Medienkompetenz hat Hamburgs Bildungssenatorin Ksenija Bekeris gemeinsam mit Niedersachsens Kultusministerin Julia Hamburg die gemeinsam erarbeiteten Handyhandreichungen auf einer Pressekonferenz in Hannover vorgestellt. „Zahlreiche Schulen in Hamburg haben sich bereits auf den Weg gemacht, Regelungen zur Nutzung privater Smartphones zu entwickeln. Wir wollen die Schulen dabei mit klaren Leitplanken unterstützen, die Orientierung geben und zugleich rechtssicher, praxisnah sowie pädagogisch fundiert sind“, so Bekeris. Mit der neuen Handreichung bekommen die Schulen einen klaren Auftrag: verbindliche Regeln entwickeln und Medienkompetenz stärken. „Entscheidend ist, dass die Schulgemeinschaft die Regeln auf Basis unserer Empfehlungen gemeinsam erarbeitet“, so die Senatorin. Die Empfehlungen werden fortlaufend überprüft und bei Bedarf weiterentwickelt.

Die wichtigsten Eckpunkte in Kurzform: Bei der Erarbeitung der Regeln soll der Schutz der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen durch einen altersangemessenen Umgang mit digitalen Endgeräten im Vordergrund stehen. In Grundschulen wird die Nutzung von Smartphones und Smartwatches ausdrücklich nicht empfohlen, gleiches gilt für die Klassen 5 und 6 der weiterführenden Schulen. Ab Klasse 7 werden an den weiterführenden Schulen differenzierte Modelle empfohlen, etwa „handyfreie Zeiten und Zonen“ statt genereller Verbote. Für den Sekundarbereich II empfiehlt die Handreichung die Integration digitaler Geräte in den Unterricht, beispielsweise für Recherche, Kommunikation und Organisation, gleichzeitig sollte es klare Regeln für störungsfreie Lernphasen geben. 

Hamburgs 381 staatliche Schulen sind gestern im Rahmen eines Schulbriefes über die Handreichung und das weitere Verfahren informiert worden. Die Schulen sind nun aufgefordert, auf Basis der Empfehlungen einen schulinternen Beratungs- und Entscheidungsprozess zu starten und innerhalb eines Jahres in ihrer Schulkonferenz eine Entscheidung zu treffen. Die Handlungsempfehlungen stehen ab sofort online als Download zur Verfügung. Zusätzlich können sich die Schulen einen „Werkzeugkasten“ mit praxisnahen Materialien herunterladen – etwa Vorlagen für Schulordnungen, Projektideen, Beteiligungsformate und weiterführende Links.

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