Um Mädchen mit essgestörtem Verhalten darüber zu informieren, dass sie sich kostenlos und ohne ihre Eltern zu informieren Hilfe holen können, startet jetzt die Informationskampagne „Ein Scan. Ein Anfang.“ an Hamburger Schulen. Das gemeinnützige Kommunikationsbüro wokidoki aus Eimsbüttel hat dazu Sticker und Flyer erstellt, die in Schulen ausgelegt werden können. Ein QR-Code darauf leitet auf eine Webseite, auf der per Eingabe der eigenen Postleitzahl schnell die nächste Fachberatungsstelle für Essstörungen gefunden werden kann. Das Landesinstitut für Qualifizierung und Qualitätsentwicklung in Schulen (LI) unterstützt die Kampagne. „Gestörtes Essverhalten ist für die betroffenen Jugendlichen oft schambesetzt. Die Kampagne soll dazu beitragen, die Hemmschwelle zu senken, sich selbst Hilfe zu suchen“, erklärt LI-Mitarbeiterin Nicola Vogel.
Studien zeigen, dass immer mehr Jugendliche von Essstörungen betroffen sind: Der Kinder- und Jugendreport 2022 der DAK Krankenkasse zeigt einen starken Anstieg der Neuerkrankungen von Essstörungen bei Jugendlichen, insbesondere bei Mädchen. Bei 15 bis 17-jährigen Mädchen gab es gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg um 54 Prozent, bei den 10 bis 14-Jährigen sind die Zahlen um 33 Prozent gestiegen. Auch die Daten aus der SCHULBUS Studie 2024/2025, die Schülerinnen und Schüler sowie und Lehrkräfte aus Hamburg zum Umgang mit Suchtmitteln befragt hat, zeigen, dass bei 49 Prozent der Mädchen in der Altersgruppe der 14 bis 17-Jährigen in Hamburg der Verdacht einer möglichen Essstörung vorliegt. „Das sind alarmierende Zahlen“, sagt Andrea Rodiek, Referatsleiterin des SuchtPräventionsZentrums (SPZ) im Landesinstitut. „Wir unterstützen die Kampagne und liefern die Flyer an Hamburgs weiterführenden Schulen aus, damit betroffene Jugendliche schnell und niedrigschwellig Hilfe bekommen können.“
Sonderzeichen und Namen können fälschlicherweise übersetzt werden