Nicht nur für Fachleute interessant

Schulbau-Messe erstmals für breites Publikum geöffnet – volles Haus!

  • Schule, Familie und Berufsbildung
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Referatsleiter Arne Offermanns (2.v.re.) am Stand des Ganztagsreferat der Bildungsbehörde
Referatsleiter Arne Offermanns (2.v.re.) am Stand des Ganztagsreferat der Bildungsbehörde Philine Hamann/BSFB

Schule als guter Ort - unter diesem Motto wurde Anfang der Woche die SCHULBAU Hamburg 2025 veranstaltet. Die zweitägige Fachmesse für Bildungsbau, Kita und Schularchitektur zog wieder jede Menge Besucherinnen und Besucher in das Hamburg Cruise Center in Altona und bot Expertinnen und Experten aus Architektur, Stadtentwicklung, Bildung und Politik eine Plattform für den Austausch. In diesem Jahr hatte sich die Fachmesse ganz bewusst einem breiten Publikum geöffnet und so tummelten sich diesmal neben vielen an Bildungsbau interessierten Menschen vom Fach auch zahlreiche Schulleitungen, Lehrkräfte und sogar einige Jugendliche auf der Messe und informierten sich darüber, was aus Schule einen guten Ort werden lässt. Auch Bildungssenatorin Ksenija Bekeris machte einen Rundgang durch die Ausstellung. 

Für Schülerinnen und Schüler wie auch für Lehrkräfte ist Schule längst nicht mehr nur der Ort des Unterrichts, sondern ein Ort, an dem den ganzen Tag lang Begegnungen, Austausch, Lernen, Spielen und Essen stattfindet, kurz: das Leben. Deshalb ist die Schulbaumesse auch für die Mitarbeitenden des Ganztagsreferats der Bildungsbehörde relevant, die seit vielen Jahren mit einem Stand auf der Messe vertreten sind. „Unsere Schulen sind zum Teil von 6 bis 18 Uhr geöffnet, mit einer Teilnahmequote von bis zu 90 Prozent in der Kernzeit“, erläutert Arne Offermanns, Leiter des Ganztagsreferats der Bildungsbehörde. Schulische Räume würden unterrichtlich und außerunterrichtlich genutzt. „Das bedeutet, dass man in der Lage sein muss, alle Funktionen, die über den Tag für die Kinder in unterschiedlichsten Settings erfüllt werden müssen, auch zu erfüllen.“ 

Dabei stelle man häufig fest, dass diese Funktionen gar nicht so unterschiedlich seien, so Offermanns weiter. Wenn es beispielsweise um Möglichkeiten des Rückzugs gehe oder darum, soziale Beziehungen zu pflegen, brauche man im Endeffekt dieselben räumlichen Settings, die man benötige, um konzentriert arbeiten und lernen zu können. Offermanns: „Es ist die Schnittstelle zwischen Raum und Pädagogik, die wir bedienen. Diese Messe gibt uns die Möglichkeit, Projekte vorzustellen, Rückmeldung zu bekommen und so Schritt für Schritt das Thema Ganztag tiefer zu verankern.“

Beim Thema der Raumentwicklung an Schulen sind auch die Schülerinnen und Schüler gefragt. An deren Mitbestimmung, da sind sich die Fachleute einig, führt kein Weg vorbei, wenn Schule gelingen soll. Professor Ina Herrmann von der Internationalen Hochschule (IU) hat dazu eine klare Haltung: „Partizipation, Partizipation, Partizipation! Das ist ein Game-Changer gegen Vandalismus, aber auch ein Game-Changer für gelebte Demokratie und das Verständnis, was es bedeutet, eine eigene Stimme zu haben.“ Mit gutem Beispiel geht beispielsweise das Gymnasium Buckhorn voran, das für einen geplanten Neubau ein Bau-Team gebildet hat. Zehntklässlerin Rivka, die zum ersten Mal die Messe besuchte, sagt: „Mir macht Spaß, dass wir mitbestimmen dürfen, mir persönlich macht Architektur sowieso Spaß und natürlich ist es auch ganz cool, auf einer Messe mit Experten zu sprechen und sich hier vor Ort schlau zu machen!“

Sich schlau zu machen, dazu luden an beiden Messetagen nicht nur Ausstellende jeder erdenklichen Schulausstattung ein – von Schultoiletten über Lärmschutz bis zu Schulkantinen –, sondern auch Vorträge, Velo-Talks und Workshops. Eine ganz wesentliche Rolle hatte auch die Agentur für Schulberatung des Landesinstituts für Qualifizierung und Qualitätsentwicklung in Schulen (LI). Das LI ist seit vielen Jahren einer der Kooperationspartner der Schulbau-Messe. Am LI-Infostand herrschte an beiden Tagen Hochbetrieb, zeitweise war sogar Schlangestehen angesagt. Ein Schwerpunkt der diesjährigen Messe lag auf der Frage, wie sich neue pädagogische Projekte in bestehende Gebäude integrieren lassen. Dafür ist Skandinavien ein Impulsgeber. Seit über 10 Jahren kooperiert die SCHULBAU mit Kopenhagen, einer Stadt, die Bildungsbau als sozialen Auftrag versteht. So zeigt etwa die Umnutzung denkmalgeschützter Gebäude, wie Architektur Teilhabe und Gemeinschaft fördern kann. Dänische Büros wie AART Architects sind auch in Hamburg aktiv und bringen ihre Expertise ein. 

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