Das Abitur oder die allgemeine Hochschulreife gibt es in Hamburg an den Gymnasien nach der 12. und an den Stadtteilschulen nach der 13. Klasse. In jedem Fall muss man dafür die zweijährige Studienstufe der Oberstufe (vier Semester oder Halbjahre) erfolgreich abgeschlossen haben.
Für das Abitur müssen alle Schülerinnen und Schüler in der Studienstufe die Kernfächer Deutsch und Mathematik, eine durchgängig gelernte Fremdsprache sowie ein künstlerisches Fach (Kunst, Musik oder Theater), ein gesellschaftswissenschaftliches Fach (Geografie, Geschichte oder Politik/Gesellschaft/Wirtschaft – PGW), ein naturwissenschaftliches Fach (Chemie, Biologie oder Physik) und Sport verpflichtend belegen. Die Kernfächer und die weiteren Fächer können grundsätzlich auf zwei Niveaustufen belegt werden: auf grundlegendem Niveau (Grundlagen) oder erhöhtem Niveau (vertieftes wissenschaftliches Arbeiten). In der Regel werden zwei Kernfächer auf erhöhtem Niveau belegt.
Die Profile können mit sprachlichen, naturwissenschaftlich-technischen, gesellschaftswissenschaftlichen, künstlerischen oder sportlichen Schwerpunkten gewählt werden. Die Abiturprüfungen sind ähnlich wie die zuvor beschriebenen Abschlussprüfungen organisiert. Es gibt auch hier zwei Teile: den schriftlichen Teil sowie die mündliche Prüfung. Für den schriftlichen Teil wird in drei Fächern jeweils eine Klausur geschrieben. Die Länge der Klausur hängt vom jeweiligen Anforderungsniveau des Prüfungsfaches ab. Prüfungsklausuren auf erhöhtem Niveau dauern jeweils fünf Stunden (300 Minuten), während man für Prüfungen auf grundlegendem Niveau vier Stunden (240 Minuten) Zeit hat. Mindestens eines der Kernfächer auf erhöhtem Niveau sowie ein profilgebendes Fach müssen schriftlich geprüft werden. Neben den drei schriftlichen Prüfungen gibt es eine mündliche Prüfung. Diese kann auch in Form einer Präsentation stattfinden.
Zur Verbesserung der Abiturnote kann man freiwillig und zusätzlich eine fünfte Prüfung absolvieren. Die Ergebnisse der einzelnen Prüfungen werden zusammen mit den Leistungen aus den einzelnen Semestern im Verhältnis ein Drittel (Prüfungsleistungen) zu zwei Dritteln (Semesterleistungen) zur eigentlichen Abiturnote zusammengerechnet.
In der Studienstufe gibt es keine Zensuren von 1 bis 6, sondern Punkte von 0 bis 15, wobei 13 bis 15 Punkte einer 1 entsprechen und 0 Punkte eine 6 bedeuten (vgl. S. 29). Für die Abiturnote werden einfach alle Ergebnisse zusammengezählt. Das bedeutet: Je höher die Zahl, desto besser ist das Abitur. Um zu bestehen, braucht man mindestens 300 Punkte – das wäre dann eine 4,0 oder „ausreichend“. Die Traumnote 1,0 („sehr gut“) ist mit 823 bis 900 Punkten erreicht.