Die meisten Hamburger Schulhöfe sind für alle geöffnet

Bis 20 Uhr können sich Kinder und Jugendliche aus der Nachbarschaft hier aufhalten

  • Schule, Familie und Berufsbildung
Schüler und Schülerinnen sitzen auf einer Bank im Schhulhof und sehen sich ihre Hefte an.
Modelfoto:Colourbox.de/Syda Productions

In Hamburg gibt es jede Menge gut ausgestattete Schulhöfe, die auch nach Schulschluss für die Kinder und Jugendlichen aus der Nachbarschaft geöffnet sind. Die Bildungsbehörde hat jetzt eine Übersicht erstellt, welche der insgesamt 326 Schulhöfe außerhalb der Unterrichtszeiten öffentlich zugänglich sind. Das Ergebnis: Bei den Grundschulen sind es 58 Prozent, bei den Gymnasien 72 Prozent und bei den Stadtteilschulen sogar 82 Prozent. An der weit überwiegenden Mehrheit der allgemeinbildenden Schulen sind die Spiel-, Sport- und Bewegungsflächen also bis 20 Uhr für alle geöffnet, solange dort kein Unterricht und keine Ganztagsbetreuung stattfindet.

Grundlage für die Nutzung von Schulhöfen als öffentlicher Raum ist die Rahmenvereinbarung zwischen der Bildungsbehörde und den Bezirksämtern aus dem Jahr 2017. Diese sieht vor, dass während der unterrichtsfreien Zeit grundsätzlich alle nach Lage, Beschaffenheit und Ausstattung geeigneten Schulhofflächen als öffentliche Kinderspielplätze freigegeben werden, sofern Bedarf besteht und die Schulen zustimmen. Gleichzeitig sind jedoch auch entgegenstehende Interessen und mögliche Konflikte zu berücksichtigen. So muss etwa die Sicherheit während der Nutzung gewährleistet werden können und es muss darauf vertraut werden können, dass die Flächen anschließend wieder für ihren eigentlichen Zweck - die schulische Nutzung - zur Verfügung stehen. Auch die Belange der Nachbarschaft sind zu berücksichtigen – Stichwort Lärmbelästigung. 

Beschwerden von Anwohnenden wegen Lärmbelästigung, Alkohol- oder Drogenkonsum oder auch Prostitution auf dem Schulhof sind Gründe, warum einige Schulen sich gegen eine Öffnung des Schulhofs entscheiden. Weitere Gründe sind Vorfälle wie Brandstiftung, Einbrüche oder Vandalismus. Die Vandalismuskosten an Schulen betrugen für das Jahr 2025 rund 2,65 Millionen Euro und für das Jahr 2024 rund 2,45 Millionen Euro. Den Schulen selbst entstehen durch Vandalismus allerdings keine Kosten, die Reparatur übernehmen die städtischen Bildungsbauunternehmen. Diese reagieren jedoch nicht nur, sondern handeln gemeinsam mit Polizei und Sozialarbeitenden auch präventiv, beispielsweise mit einem legalen Graffiti-Spray-Angebot.

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