„Nicht das Kind muss sich an die digitale Welt anpassen, sondern die digitale Welt an das Kind!“ - so die zentrale Forderung der bundesweiten unabhängigen Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“, die jetzt ihre Ergebnisse vorgelegt hat. Die Expertinnen und Experten sind sich einig, dass Kinder vor Informationen geschützt werden müssen, denen sie noch nicht gewachsen sind. Außerdem müssen sie durch geeignete Rahmenbedingungen befähigt werden, sich selbst im Netz zu informieren, ohne Schaden zu nehmen. Genau hier setzt das Projekt „News-Navigator - Stärkung von Nachrichten- und Informationskompetenz“, kurz NIK, an. Bildungsangebote sollen gebündelt und Medienhäuser und Schulen miteinander verknüpft werden.
Die Kooperationspartner – die Initiative #UseTheNews, Hamburgs Ausbildungskanal TIDE und das Landesinstitut für Qualifizierung und Qualitätsentwicklung in Schulen (LI) – werden das neue Projekt für zwei Grundschulen, zwei Stadtteilschulen und eine Gesamtschule konkret und mit Begleitung durch Experten und Expertinnen aus den kooperierenden Medienhäusern umsetzen. Die fünf Pilotschulen verankern NIK systematisch im Unterricht. Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen lernen dabei das Handwerk einer Redaktion von der Recherche bis zum Produkt: In der Sekundarstufe werden Podcasts und Social-Media-Beiträge, im Primarbereich eine vertonte Zeitung erstellt. Medienhäuser unterstützen punktuell mit Redakteuren und Redakteurinnen; das LI und ein Team aus der Medienpädagogik begleiten die Schulen und entwickeln übertragbare Unterrichtsmodule und Kooperationsformate.
„Social Media ist für viele Jugendliche ein zentraler Raum nicht nur für die Informationsgewinnung, sondern auch für die Identitätsbildung geworden. Dies kann problematisch sein, weil Desinformationen, Manipulationsstrategien sowie Algorithmen, die Hass und Polarisierung fördern, oftmals den Feed junger Menschen bestimmen“, so Bildungssenatorin Ksenija Bekeris. Kinder und Jugendliche müssten einschätzen können, wie Informationen entstehen und woran sie verlässliche Quellen erkennen. Besonders wichtig sei es deshalb, dass Schülerinnen und Schüler in den Pilotschulen selbst journalistisch arbeiten und erleben könnten, wie wichtig ihre Themen sind. Bekeris: „Der News-Navigator bringt Schulen und Hamburger Medienhäuser dafür enger zusammen.“
Mit NIK entsteht eine neue Plattform für Nachrichten- und Informationskompetenz, auf der Lehrkräfte eine zentrale Übersicht über bestehende Angebote von Initiativen und Medienhäusern sowie über Materialien, Fortbildungen und Projekte in Hamburg erhalten. Darüber hinaus gibt es mit dem NIK-Helpdesk das Angebot einer persönlichen Beratung für Lehrkräfte, die passgenau für die einzelne Schule oder Lerngruppe NIK-Angebote und Medienpartner vermittelt.
Auftakt für den News Navigator war am Montag eine Paneldiskussion auf dem Kunst- und Mediencampus Hamburg mit Kultursenator Carsten Brosda, RTL-Geschäftsführerin Sonja Schwetje, Nord, wedium-Chefin Nele Meissner und Angelo Kwarteng von der Schüler:innenkammer Hamburg. Die Beteiligten waren sich einig, dass Schülerinnen und Schüler auch und gerade in der Schule einen kritischen und bewussten Umgang mit Social-Media erlernen müssen – und dass NIK wichtiger ist als bloße Verbote. Unverzichtbar hierbei sei die Möglichkeit, bessere und vor allem seriöse Plattformen zu nutzen - wie den News Navigator.