Universität Hamburg

Public History

Neuer Masterstudiengang Public History an der Universität Hamburg in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

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Die Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung, Dr. Sabine Bamberger-Stemmann (Mitte), mit den Lehrenden des Studiengangs Public History (v.l.n.r.) Prof. Dr. Nina Mackert, Nils Steffen, Prof. Dr. Thorsten Logge sowie der Gastreferentin zum Semesterauftakt, Medienphilosophin Prof. Dr. Sybille Krämer, Oktober 2025
Die Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung, Dr. Sabine Bamberger-Stemmann (Mitte), mit den Lehrenden des Studiengangs Public History (v.l.n.r.) Prof. Dr. Nina Mackert, Nils Steffen, Prof. Dr. Thorsten Logge sowie der Gastreferentin zum Semesterauftakt, Medienphilosophin Prof. Dr. Sybille Krämer, Oktober 2025 Elaine Mohr

Im Wintersemester 2025/2026 startete der neue Masterstudiengang Public History an der Universität Hamburg, an dem sich die Landeszentrale für politische Bildung als Kooperationspartnerin beteiligt. In dem hier angelegten Zusammenspiel bringt die Landeszentrale als zentrale Institution für historisch-politische Bildung in Hamburg Expertise und Erfahrungen in der Praxis der historischen Bildungsarbeit in den Studiengang ein. Sie eröffnet den Studierenden Einblicke, frühe Kontakte und Wirkungsmöglichkeiten in einem wichtigen Berufsfeld für zukünftige Absolventinnen und Absolventen und ist auch im Bereich der historischen Projektarbeit eine herausragende Partnerin bereits im Studienverlauf. 

Die geschichtswissenschaftliche Subdisziplin „Public History“ beschäftigt sich mit Geschichte in der Öffentlichkeit – vom geschichtswissenschaftlichen Text über historische Sachbücher bis hin zu Ausstellungen, Denkmälern, Geschichtsdokumentationen, historischen Stadtführungen oder medialen Unterhaltungsformaten in Form von Computerspielen oder Spielfilmen. Geschichtsbewusstsein in der Gesellschaft entsteht nicht nur im schulischen Geschichtsunterricht oder in pädagogisch aufbereiteten Formaten des historischen Lernens. Auch zahlreichen informelle mediale Geschichtsdarstellungen tragen erheblich zur Herausbildung und Transformation von Geschichtsbewusstsein und Geschichtsbildern bei. 

Die Studierenden beschäftigen sich im forschungsorientierten Studienprogramm mit den vielfältigen Praktiken des Geschichtemachens sowie mit medialen Formaten, in denen Geschichte in Vergangenheit und Gegenwart produziert, distribuiert und rezipiert wird. Die Studierenden lernen, wie Geschichte unter spezifischen zeitlichen, räumlichen, technischen, kulturellen und gesellschaftlichen Bedingungen entsteht und diskursiv verwendet werden kann. Ziel des Studiengangs ist die Vermittlung analytischer und generativer Geschichtssortenkompetenz. Diese umfasst die Fähigkeiten, verschiedene Geschichtssorten in ihren jeweiligen Kontexten wissenschaftsbasiert zu analysieren, kritisch zu reflektieren und kreativ auch selbst zu produzieren. Die Studierenden erwerben nicht nur Kenntnisse über bereits bestehende Geschichtsdarstellungen, sondern auch die nötigen Fähigkeiten und Fertigkeiten, eigenständig Geschichtsproduktionen zu konzipieren und zu realisieren. Dabei erwerben die Studierenden grundlegende Kenntnisse im Projektmanagement. Die Fähigkeit, Projekte effektiv zu planen, umzusetzen und zu evaluieren, ergänzt die fachlichen Kompetenzen der Studierenden und bereitet sie auf die Anforderungen eines dynamischen Arbeitsfeldes vor. 

Der Masterstudiengang eröffnet den Absolventinnen und Absolventen vielfältige berufliche Perspektiven in einem interdisziplinären Umfeld. Die erworbenen Kompetenzen in der Analyse, Produktion und Präsentation diverser Geschichtssorten qualifizieren für Tätigkeiten in der Wissenschaft, Institutionen der Geschichtskultur, wie Museen, Archiven und Gedenkstätten sowie in der Wissenschaftskommunikation und Medienarbeit.

Geschichte und historisch-politische Bildung

Die Praktiken des Geschichtemachens und ihre geschichts- und erinnerungskulturellen Kontexte haben immer auch politische Dimensionen. Die historisch-politische Bildung steht in Deutschland seit Jahren vor großen Herausforderungen, nicht zuletzt deshalb, weil die im Beutelsbacher Konsens formulierte Selbstverpflichtung auf Überwältigungsverbot, Multiperspektivität und Befähigung zur individuellen Handlungsfähigkeit in politischen Kontexten mit Angeboten konkurriert, die auf Emotionalität, Erleben und Eindeutigkeit in Botschaft und Zielrichtung setzen, da sie nicht den Prinzipien historisch-politischer Bildung in Deutschland verpflichtet sind. 

Der Masterstudiengang Public History geht explizit auf Aspekte der Geschichts- und Erinnerungskultur und deren politische Dimensionen ein und fördert die Herausbildung von Fähigkeiten zur kritischen Erschließung von Geschichte im öffentlichen Raum. Hier bestehen große Schnittmengen zur Arbeit der Landeszentrale für politische Bildung. Das Arbeitsfeld Public History und die Landeszentrale für politische Bildung setzen gemeinsam schon seit rund 15 Jahren erfolgreich Projekte im Feld der Public History und der historisch-politischen Bildung um. Diese Zusammenarbeit wird nun im Rahmen einer strukturierten Kooperation auch im Masterstudiengang Public History verstetigt und ausgebaut. 

Master Public History: Universität Hamburg 
www.geschichte.uni-hamburg.de/arbeitsbereiche/public-history/studium/master.html

 

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