Fortsetzung der Veranstaltungsreihe

Antisemitismus im 21. Jahrhundert

Was kann man dagegen tun?

  • Schule, Familie und Berufsbildung
Text auf blauem Grund: Antisemitismus im 21. Jahrhundert
Antisemitismus im 21. Jahrhundert - Was kann man dagegen tun? Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

Antisemitismus ist ein gravierendes Problem in der Gegenwart. Das war in der jüngsten Vergangenheit nicht zu übersehen. Schon vor dem Anschlag in Halle 2019 sind Jüdinnen und Juden auf der Straße attackiert worden, neue rechte Bewegungen und Parteien fordern ein Ende der „Erinnerungsdiktatur“ und antisemitische Verschwörungstheorien finden immer mehr Verbreitung. Die Veranstaltungsreihe beschäftigt sich mit den aktuellen Erscheinungsformen der Judenfeindschaft in verschiedenen politischen, weltanschaulichen und religiösen Milieus und stellt zugleich Initiativen und Handlungsmöglichkeiten vor, wie man sich gegen Antisemitismus im 21. Jahrhundert engagieren kann.

Für alle Veranstaltungen ist eine Anmeldung erforderlich!

Bitte, melden Sie sich mit Ihrem vollständigen Namen per E-Mail (abut.can@bsb.hamburg.de) an und bringen Sie die ausgedruckte Teilnahmebestätigung mit zu dem jeweiligen Vortrag.

Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Verantwortlich: Abut Can

Die Vortragsreihe wird mit folgenden Veranstaltungen fortgesetzt:

8. Oktober 2024, 18:30 bis 20:00 Uhr

Die TikTok-Intifada – Antisemitismus im Netz nach dem 7. Oktober

Deborah Schnabel im Gespräch mit Olaf Kistenmacher
Ort: Warburg-Haus | Heilwigstraße 116 | 20249 Hamburg

Diese Veranstaltung findet zugleich im Rahmen der Reihe „Was wäre, wenn …? Über aktuelle Gefährdungen der Demokratie“ statt.

Antisemitismus, Hate Speech, Verschwörungsideologien verbreiten sich schon lange in Sozialen Medien. Auf TikTok, einer der bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen am häufigsten genutzten Plattform, werden antisemitische Vorstellungen nicht nur offen und mit Falschinformationen reproduziert und verstärkt. Zum Teil werden sie in Codes versteckt oder in scheinbar unpolitischen Formaten wie Schminktipps eingebaut. Die Bildungsstätte Anne Frank hat für die Studie „Die ­TikTok-Intifada – Der 7. Oktober & die Folgen im Netz“, Frankfurt am Main, die drastischen Auswirkungen solcher Videos untersucht und beschreibt, was die Provider dagegen tun müssen. Zusätzlich macht sie Vorschläge, wie wir im Alltag und in der politischen Bildung gegen die Online-Hetze ­aktiv werden können.

Dr. Deborah Schnabel ist Direktorin der Bildungsstätte Anne Frank. Zusammen mit Eva Berendsen publizierte sie Anfang des Jahres die Studie „Die TikTok-Intifada – Der 7. Oktober & die Folgen im Netz“, www.bs-anne-frank.de/mediathek/publikationen/die-­tiktok-intifada-der-7-oktober-die-folgen-im-netz.

Moderation: Dr. Olaf Kistenmacher, Historiker und Journalist

Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Warburg-Haus Hamburg statt.

10. Oktober 2024, 18:30 bis 20:00 Uhr

Siebter Oktober Dreiundzwanzig. Antizionismus und ­Identitätspolitik

Buchvorstellung mit dem Herausgeber Vojin Saša Vukadinović und dem Autor Ali Ertan Toprak im Gespräch mit Olaf Kistenmacher

Ort: Tschaikowsky-Saal I Tschaikowskyplatz 2 I 20355 Hamburg

Der Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023, bei dem 1.200 Menschen ermordet und mehrere Tausend verletzt wurden, stellt eine Zäsur dar. Weltweit wurde das Massaker nicht einhellig verurteilt, sondern auch gefeiert. Sogar manche Linke sahen darin einen „Befreiungskampf“. Somit markiert dieses Datum auch eine Zäsur für die Debatten um Antizionismus und Identitätspolitik, wenn selbst ein „progressives“ Milieu die Motive für den Massenmord beschweigt und die unmittelbare Aufforderung zur Zerstörung des jüdischen Staates akzeptiert. Der Sammelband „Siebter Oktober Dreiundzwanzig“ versucht eine erste Einordnung des 7. Oktober und seiner Folgen.

Moderation: Dr. Olaf Kistenmacher, Historiker und Journalist

Dr. Vojin Saša Vukadinović ist Historiker, Buchautor und Journalist. Er promovierte über die Rezeption politischer linksextremer Gewalt in der Bundesrepublik Deutschland der 1970er Jahre. Zuletzt veröffentlichte er „Zugzwänge – Flucht und Verlangen“ (2020).

Ali Ertan Toprak ist Bundesvorsitzender der Kurdischen Gemeinde Deutschlands und Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände in Deutschland.

Eine Veranstaltungsreihe der Landeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit „Hamburg vernetzt gegen Rechts" – Koordinierungsstelle des Beratungsnetzwerkes gegen Rechtsextremismus in Hamburg

Als Veranstaltende behalten wir uns bei allen Veranstaltungen vor, von unserem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die extrem rechten Parteien oder Organisationen angehören, der extrem rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch antisemitische, rassistische, völkische, nationalistische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zu Veranstaltungen zu verwehren oder sie von diesen auszuschließen.

Vergangene Veranstaltungen in 2024

Donnerstag, 11. Januar 2024, 18.30 bis 20:00 Uhr

Was tun gegen Antisemitismus in Hamburg?
Stefan Hensel im Gespräch mit Olaf Kistenmacher

Ort: Zentralbibliothek der Bücherhallen Hamburg | ­Hühnerposten 1 (Eingang Arno-Schmidt-Platz) | 20097 Hamburg

Seit dem Terrorangriff der Hamas auf Menschen in Israel kommt es in Deutschland wie in Europa zu einem massiven Anstieg antisemitischer Vorfälle. Schon zuvor hat die Stadt Hamburg eine Landesstrategie gegen Antisemitismus beschlossen, deren genauere Ausformulierung in diesem Jahr ausgearbeitet werden soll. Mit Blick auf die Eckpunkte dieser Strategie wollen wir im Gespräch mit dem Antisemitismusbeauftragten der Stadt, Stefan Hensel, klären, was in Hamburg im Engagement gegen Antisemitismus getan wird und was noch dringend zu tun ist: in der Justiz und den Ermittlungsbehörden bei der Erfassung und Verfolgung antisemitischer Straftaten, in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen, für ­Antidiskriminierungsstellen usw.

Stefan Hensel, als Geschäftsführer eines Trägers der Kinder- und Jugendhilfe tätig, ist auf Vorschlag der Jüdischen Gemeinde am 1. Juli 2021 zum Beauftragten für jüdisches Leben und die Bekämpfung und Prävention von Antisemitismus in Hamburg ernannt worden.

Moderation: Dr. Olaf Kistenmacher, Historiker und Journalist

Diese Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe „Was wäre, wenn …? Über aktuelle Gefährdungen der Demokratie“ statt.

Mittwoch, 31. Januar 2024, 18.30 bis 20:00 Uhr

Antisemitismus an Hochschulen in Deutschland
Rebecca Vaneeva und Hanna Veilig im Gespräch mit Olaf Kistenmacher

Ort: Zentralbibliothek der Bücherhallen Hamburg | ­Hühnerposten 1 (Eingang Arno-Schmidt-Platz) | 20097 Hamburg

Seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 hat sich der Alltag für viele Jüdinnen und Juden in Deutschland verändert. Anfeindungen und Bedrohungen nehmen zu, die Sorge vor Übergriffen wächst. Die Jüdische Studierendenunion Deutschland berichtet im November 2023 von „verbalen Angriffen“, „physischen Bedrohungen“ und „Terror-Relativierungen“ auf dem Campus und hat deswegen Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger aufgefordert, mehr gegen Antisemitismus an deutschen Hochschulen zu unternehmen. Wir sprechen mit zwei Vertreterinnen jüdischer Studierendenorganisationen über die aktuelle Lage im Bildungsbereich, um mehr darüber zu erfahren, was die Hochschulen und nicht jüdische Studierende gegen diese Entwicklung machen können.

  • Rebecca Vaneeva ist Präsidentin des Verbands Jüdischer Studierender Nord e. V. und seit vielen Jahren bei „Meet a Jew“ aktiv.
  • Hanna Veiler (angefragt) ist Präsidentin der Jüdischen Studierendenunion Deutschlands, Publizistin und politische Bildnerin.

Moderation: Dr. Olaf Kistenmacher, Historiker und Journalist

Diese Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe „Was wäre, wenn …? Über aktuelle Gefährdungen der Demokratie“ statt.

Donnerstag, 15. Februar 2024, 19:00 bis 20:30 Uhr

Ursachen des Nahostkonflikts bis zur Gründung Israels 1948
Vortrag von Martin Cüppers

Ort: Zentralbibliothek der Bücherhallen Hamburg | Hühnerposten 1 (Eingang Arno-Schmidt-Platz) | 20097 Hamburg

Die Hamas-Verbrechen vom 7. Oktober 2023 und der damit begonnene Krieg unterstreichen die Notwendigkeit, den Beginn der Konfliktgeschichte nicht erst – wie vielfach üblich – auf die Gründung Israels 1948 zu datieren. Die Folgen des Ersten Weltkrieges und die Gewaltausbrüche ab den 1920er-Jahren im britischen Mandatsgebiet markieren schon maßgebliche Grundbedingungen, die bis in die Gegenwart nachwirken. Eine bedeutende Rolle spielte dabei Mohammed Amin al-Husseini, den die britische Mandatsmacht 1921 zum Mufti von Jerusalem ernannte. Nachhaltigen Einfluss entfaltete nicht zuletzt auch das nationalsozialistische Deutschland, das 1942 sogar versuchte, die Region militärisch zu erobern. Der Vortrag wird diese bedeutungsvollen Jahrzehnte darstellen.

PD Dr. Martin Cüppers ist seit 2014 wissenschaftlicher Leiter der Forschungsstelle Ludwigsburg und lehrt an der Universität Stuttgart. Zusammen mit Klaus-Michael Mallmann veröffentlichte er 2006 die Studie „Halbmond und Hakenkreuz. Das Dritte Reich, die ­Araber und Palästina“.

Moderation: Dr. Olaf Kistenmacher, Historiker und Journalist

6. Juni 2024, 18:30 bis 20:00 Uhr

Antisemitismus in der migrantischen und postmigrantischen ­Gesellschaft

Kim Amon, Yaşar Aydın, Ali Ertan Toprak und Rebecca Vaneeva im Gespräch mit Olaf Kistenmacher

Ort: Warburg-Haus I Heilwigstraße 116 I 20 249 Hamburg

Neben Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus in der Mehrheitsgesellschaft existieren in Deutschland auch faschistische, nationalistische und islamistische Einstellungen in migrantischen Communitys, zum Beispiel mit Bezügen zur Türkei oder zu Russland. In Diskussionen über extrem rechte Einstellungen und Antisemitismus unter Migrantinnen und Migranten wird seit Langem über grundsätzliche Fragen gestritten: Unterscheiden sich antisemitische Einstellungen unter Migrantinnen und Migranten grundlegend von denjenigen der Mehrheitsgesellschaft? Welche Rolle spielt die Religion? In welchem Verhältnis stehen extrem rechte Gruppierungen von Migrantinnen und Migranten zum Rassismus in Deutschland? Und was bedeutet das jeweils für unser Engagement gegen Antisemitismus, Verschwörungsideologien und rechtsextreme Einstellungen? Um diese Fragen zu klären, haben wir Expertinnen und Experten zum Thema eingeladen.

Kim Amon ist Bildungsreferent im Ausstiegs- und Distanzierungsprojekt „perspek’tif:a – (extrem) rechte Einstellungen in postmigrantischen Communitys“, Dr. Yaşar Aydın arbeitet bei der Stiftung Wissenschaft und Politik (Berlin) und war von 2015 bis 2020 Leiter des Projekts „Neue Wege – Prävention von Antisemitismus“ bei der Türkischen Gemeinde Hamburg, Ali Ertan Toprak ist Präsident der Bundes­arbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände und Rebecca Vaneeva ist Präsidentin des Verbands Jüdischer Studierender Nord sowie Teamerin bei „Meet a Jew“.

Moderation: Dr. Olaf Kistenmacher, Historiker und Journalist

Als Veranstaltende behalten wir uns bei allen Veranstaltungen vor, von unserem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die extrem rechten Parteien oder Organisationen angehören, der extrem rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch antisemitische, rassistische, völkische, nationalistische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zu Veranstaltungen zu verwehren oder von diesen auszuschließen.

Ansprechpartner:
Abut Can
Wissenschaftlicher Referent, Migration und Integration
Tel: 42823-4812, E-Mail: abut.can@bsb.hamburg.de

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