In Bedrohungslagen und Kriegen werden Atomkraftwerke als Druckmittel eingesetzt. So ist es möglich, der Zivilbevölkerung einen immensen und langfristigen Schaden zuzufügen, ohne Atomwaffen einzusetzen. Möglicherweise ist die Wahrnehmung der Bedrohung vor allem dem historischen Reaktorunfall in Tschernobyl am 26.4.1986 geschuldet. Er hat sich tief in unser kollektives Bewusstsein eingebrannt und die europäische Literatur, den Film, die Kunst und die Fotografie geprägt. Vor dem Hintergrund der veränderten Sicherheitslage in Europa und auf der ganzen Welt entfaltet dieses nun 40 Jahre zurückliegendes Ereignis eine erneute Wirkungsmacht. In dem Workshop möchten wir uns aus verschiedenen Perspektiven mit den historischen sowie den aktualisierten Wahrnehmungen des Reaktorunfalls beschäftigen. Dabei werden wir unter anderem Literatur, zivilgesellschaftliche Initiativen, Sicherheits- und Friedensforschung sowie Ansätze zur nuklearen Abrüstung betrachten.
- 10.00-13.00: Literarische und filmische Rekonstruktion
Gemeinsame Diskussion der Lektüre von Swetlana Alexijewitsch, Tschernobyl. Eine Chronik der Zukunft (Berlin Verlag, 1997); Christa Wolf, Störfall. Nachrichten eines Tages (1987), (Suhrkamp, 2009).
Roman Zipperling, Osteuropastudien NF-BA, Mediale Rezeption zur HBO-Serie „Chernobyl“ - 14.00-14.45: PRYVIT. Hilfe für Tschernobyl-Kinder e.V.
Regina Fiebig, Vorstand von PRYVIT - 15.00-16.00: Kernwaffen, Kernkraftwerke, Krieg
Prof. Dr. Moritz Kütt, Physiker, Hamburg Nuclear Disarmament Laboratory, UHH. - 16.30-17.30: Revealing My Invisible Catastrophe
Serafima Bresler, Künstlerin, Hamburg.
Artist: www.serafima-bresler.com
Infostand: Greenpeace
www.greenpeace.de/frieden/risiko-saporischschja-droht-atomarer-notfall
Weitere Informationen unter: www.slm.uni-hamburg.de/osteuropastudien/ueber-osteuropastudien/aktuelles/2026-07-10-tschernobyl-workshop.html
Downlaod: Plakat zum Workshop
Auf Seiten der LZ verantwortlich: Dr. Sabine Bamberger-Stemmann