Ort:
Ausstellungsraum der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky | Von-Melle-Park 3 | 20146 Hamburg
Öffnungszeiten der Ausstellung:
Montag bis Freitag 9:00 bis 24:00 Uhr, Samstag 10:00 bis 24:00 Uhr
Die Veranstaltungen und der Besuch der Ausstellung sind kostenfrei.
Ab Mitte der 1980er-Jahre forderten in der Sowjetunion mehr und mehr Menschen die Aufarbeitung der Verbrechen des kommunistischen Regimes und die Anerkennung seiner Opfer. Die Aufklärung und Erinnerung der jahrzehntelangen Geschichte staatlicher Repression und des Terrors, der Massenerschießungen und des Gulag-Systems galt als Voraussetzung für die angestrebte demokratische Verfassung von Staat und Gesellschaft.
Nach der Gründung der Internationalen Gesellschaft für historische Aufklärung, Menschenrechte und soziale Fürsorge MEMORIAL 1989 begannen die über die Sowjetunion verteilten Memorial-Organisationen, Zeugnisse und Erinnerungen Überlebender zu sammeln und die Geschichte der staatlichen Gewalt zu dokumentieren. Es entstand die weltweit größte Sammlung zur Dokumentation der staatlichen Verbrechen in der Sowjetunion.
MEMORIAL trat und tritt auch für den Schutz und die Rechte staatlich diskriminierter und bedrohter Gruppen ein und hat seit dem ersten Tschetschenienkrieg (1994–1996) Informationen zu russischen Kriegsverbrechen gesammelt. Seit 2009 dokumentiert Memorial politische Gefangene in Russland. Nach der gewaltsamen Annexion der Krim 2014 verstärkte das Putin-Regime seine Attacken auf die demokratische Zivilgesellschaft und klassifizierte 2016 die Dachorganisation von MEMORIAL – Memorial International – als „ausländischen Agenten“. Die behördliche Auflösung folgte im Dezember 2021.
Trotz Repression und Verhaftungen setzt MEMORIAL die Arbeit für ein demokratisches Russland fort und tritt der staatlichen Desinformation und Propaganda entgegen. Im Dezember 2022 wurde MEMORIAL mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet, gemeinsam mit dem ukrainischen ZENTRUM FÜR BÜRGERLICHE FREIHEITEN und dem belarussischen Menschenrechtsaktivisten Ales Bjaljazki.
Die Ausstellung „Das andere Russland“ präsentiert in zehn Kapiteln schlaglichtartig die Geschichte MEMORIALS und gibt einen Einblick in die bedrohten und versteckten Sammlungen der Organisation.
Weitere Informationen über die Ausstellung – mit Texten, Fotos und Kommentaren – finden Sie hier: newrussland.zukunft-memorial.de.
Und über die Zukunft von Memorial können Sie sich hier informieren: zukunft-memorial.org.
Dienstag, 13. Januar 2026, 18:00 Uhr
Ausstellungseröffnung
Ort: Vortragsraum der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky | Von-Melle-Park 3 | 20146 Hamburg
Mit Grußworten von Prof. Robert Zepf (Direktor SUB) und Dr. Sabine Bamberger-Stemmann (Direktorin LZ) sowie einer Einführung in die Ausstellung von Elena Zhemkova (MEMORIAL)
Im Anschluss: Besichtigung der Ausstellung
Um eine Anmeldung zur Eröffnung unter pr@sub.uni-hamburg.de wird gebeten.
Mittwoch, 28. Januar 2026, 19:00 bis 21:00Uhr
MEMORIAL. Erinnern ist Widerstand
Podiumsgespräch mit Irina Scherbakowa (MEMORIAL) und Alice Bota (DIE ZEIT)
Ort: Lichthof der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky | Von-Melle-Park 3 | 20146 Hamburg
Die Germanistin und Kulturwissenschaftlerin Irina Scherbakowa ist Gründungsmitglied der Menschenrechtsorganisation MEMORIAL, die sich für eine kritische Erinnerungskultur in Russland einsetzt und 2022 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Nachdem MEMORIAL Ende 2021 nach Jahren der staatlichen Repression behördlich aufgelöst wurde, ging Scherbakowa ins Exil nach Deutschland, wo sie und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter ihre Arbeit fortsetzen. Im Gespräch mit Alice Bota (DIE ZEIT) gibt sie über das Wirken von MEMORIAL vor und nach 2022 Auskunft und diskutiert die in Deutschland vorherrschenden Russlandbilder und die Russlandpolitik.
Der Eintritt ist frei.
Eine Anmeldung unter pr@sub.uni-hamburg.de ist erforderlich.
Verantwortlich: Dr. Sabine Bamberger-Stemmann