Termin:
4. November 2024 bis 30. Januar 2025
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 10:00 bis 16:00 Uhr
Ort:
Foyer des Kulturhauses Süderelbe in Neugraben | Am Johannisland 2 | 21147 Hamburg
Wie haben Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die aus der DDR nach Hamburg gekommen sind, ihre Reise und ihr Ankommen erlebt?
Die Wanderausstellung „Demokratie vor Ort: Resonanz-Raum-Ausstellung“ ist ein Kooperationsprojekt der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und dem Arbeitsfeld Public History der Universität Hamburg, gefördert von der Stiftung „Orte der deutschen Demokratiegeschichte“. Sie wurde am 4. November 2024 in Neugraben-Fischbek eröffnet.
Mit den „Orten der (Un-)Sichtbarkeit“ gelang es, Geschichten von Menschen, die aus der DDR in die Hansestadt gekommen sind, für eine breite Öffentlichkeit, aber vor allem auch für junge Menschen in Hamburg sichtbar zu machen. Zentral dabei sind die Erzählungen und Erfahrungen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die an spezifischen Orten lokaler Erinnerung zusammenlaufen und zu einem Teil von Stadtgeschichte werden. Hier spielen auch konkrete Fragen nach dem Ankommen in einer Demokratie vor dem Hintergrund von Diktaturerfahrungen, aber auch die Aufnahme in einer neuen Gesellschaft eine Rolle. Das Projekt „Demokratie vor Ort: Resonanz-Raum-Ausstellung“ beleuchtet diese ersten Erkenntnisse aus dem Projekt „Orte der (Un-)Sichtbarkeit“ nun in einer Wanderausstellung genauer und legt dabei einen Schwerpunkt auf Demokratiegeschichte(n) im Hier und Jetzt.
Gezeigt werden drei Hörstationen sowie kontextualisierende Tafeln zu Flucht und Ankommen in Hamburg. Herzstück der Ausstellung wird ein partizipatives Element sein, das dazu einlädt, sich zu zentralen Fragen von Demokratie und Freiheit zu positionieren, gerade auch vor dem Hintergrund von Geschichten von SED-Diktatur und DDR-Unrecht. Damit erhalten Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, ihre eigene Stimme sichtbar zu machen und somit aktiv Teil der Wanderausstellung zu werden.
Den Auftakt bildete eine Eröffnung, bei der auch Zeitzeuginnen und Zeitzeugen anwesend waren, die mit ihren Geschichten maßgeblich zur Ausstellung beigetragen haben. Zudem wurde der Begleitband, der im Rahmen des Projekts „Orte der (Un-)Sichtbarkeit“ (2021–2023) entstand, der interessieren Öffentlichkeit präsentiert.
Rund um den Jahrestag von 35 Jahren Friedlicher Revolution am 9. November gab es ein vielfältiges Rahmenprogramm: Führungen der Kuratorinnen und Kuratoren durch die Ausstellung (teilweise mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen), Podiumsdiskussionen sowie Workshops für interessierte Schulklassen.
Weitere Informationen zum Projekt erhalten Sie über die Website www.orte-der-unsichtbarkeit.de oder die Onlinepräsenzen der Public History und der Landeszentrale für politische Bildung.
Begleitband zum Audiowalk „Orte der (Un-)Sichtbarkeit“ erscheint im November 2025
Die Geschichten von Menschen, die aus der DDR nach Hamburg gekommen sind, waren bisher kaum sichtbar. Es fehlte das Wissen um Orte, die an das Ankommen in der Hansestadt erinnern. Das ändert sich nun: Im Rahmen des Projektes „Orte der (Un-)Sichtbarkeit“ haben Zeitzeuginnen und Zeitzeugen ihre persönlichen Erlebnisse geschildert. Diese werden in einem Audiowalk erlebbar.
Die Verantwortlichen des Projektes hatten sich mit einem Aufruf an Menschen gewandt, die nach Hamburg geflüchtet oder ausgereist sind und bereit waren, über die Orte zu sprechen, die sie mit Flucht, Ankommen und Leben in der Hansestadt verbinden.
Insgesamt 80 Menschen hatten sich auf diesen öffentlichen Aufruf gemeldet. Auf Basis zahlreicher biografischer Gespräche mit diesen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie zusätzlicher ausführlicher Interviews mit 18 von ihnen sind fünf multimediale Touren zu 16 Stationen im gesamten Hamburger Stadtgebiet entstanden. Anhand dieser persönlichen Erinnerungsorte werden individuelle Schicksale, spezifische Jahre des Ankommens von 1953 bis zum Fall der Mauer und damit verbundene Ereignisse sowie das Leben in der Hansestadt erfahrbar.
Der im November erschienene Begleitband zum Audiowalk mit dem Titel „Orte der (Un-)Sichtbarkeit – Persönliche Erinnerungsorte von Hamburger:innen aus der DDR“ fasst die zentralen Ergebnisse aus dem Projekt zusammen.