Was hat Demokratie mit Dekolonisierung zu tun und welche Rolle spielte Deutschland dabei? In manchen Staaten gelang nach der Unabhängigkeit eine Entwicklung hin zu demokratischen Strukturen, in anderen aber nicht. Unterschiedliche Akteure griffen in diese Prozesse ein und versuchten, diese mit Narrativen, ökonomischen und militärischen Interventionen, aber auch Unterstützung für Akteure der Unabhängigkeit, zu beeinflussen.
Die Veranstaltungsreihe Träume von der post-kolonialen Republik. Vergangenheit und Zukunft von Demokratien nach Unabhängigkeitskämpfen lädt ein, die komplexen Wechselwirkungen zwischen Dekolonisierung und Demokratie zu erkunden, Widersprüche kritisch zu beleuchten und alternative Perspektiven auf vergangene sowie gegenwärtige Herausforderungen der Demokratisierung nach Unabhängigkeitsprozessen zu entwickeln. Dabei wird sowohl gefragt, wie die post-koloniale Republik in den Utopien aussah, die vor der (formalen) Unabhängigkeit entwickelt wurden, als auch, was später daraus wurde.
Der nach Francis Fukuyama, dem gescheiterten Propheten einer liberalen Weltordnung, benannte Moment beleuchtet die Entstehung neuer multilateraler Ordnungsnarrative nach dem Interregnum einer von den USA dominierten unipolaren Periode.
Wie prägt die Erinnerung an die Dekolonisierung die Entwicklungen demokratischer Prozesse in der Gegenwart? Welche Bedeutung wird der Demokratie in den geopolitischen Verhältnissen des 21. Jahrhunderts beigemessen?
Referent*innen:
- Prof. Dr. Susan Arndt (Universität Bayreuth) arbeitet zu Themen wie Intersektionalität, Kritischer Weißseinsforschung und Sexismus sowie zu Shakespeare und zeitgenössischer Literatur in englischer Sprache.
- Mira Demirdirek (German Institute for Global and Area Studies, GIGA) arbeitet zu Themen wie globalen Ordnungen und Außenpolitiken, etwa der Türkei in Afrika.
- Prof. Dr. Nikita Dhawan (Technische Universität Dresden) arbeitet zu Themen wie Globaler Gerechtigkeit, Menschenrechten, Demokratie und Dekolonisierung.
- Prof. Dr. Gwendolyn Sasse (Humboldt-Universität zu Berlin / Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien) arbeitet zu Themen wie vergleichender Demokratie- und Autoritarismusforschung, zu Gesellschaften zwischen Stabilität und Wandel oder Konflikten und Kooperationen im östlichen Europa, insbesondere der Ukraine.
Moderation: Stephanie Rohde.
Die Journalistin moderiert Informationen am Morgen im Deutschlandfunk sowie das Philosophiemagazin Sein und Streit im Deutschlandfunk Kultur. Darüber hinaus hostet sie den WDR 5 Meinungspodcast Politikum und moderiert regelmäßig Podiumsdiskussionen zu Themen wie Demokratie, Postkolonialismus oder Feminismus.
Alle Informationen zur Reihe finden Sie hier.
Verantwortlich:
Markus Hengelhaupt (markus.hengelhaupt@bsfb.hamburg.de).
Kooperationspartner:
German Institute for Global and Area Studies I Leibniz Institut für Globale und Regionale Studien