Termine:
10. und 24. Februar sowie 17. und 31. März 2026
Jeweils 18:30 bis 20:00 Uhr
Ort:
Kulturhaus Süderelbe | Am Johannisland 2 | 21147 Hamburg
Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei.
Mit der neuen Veranstaltungsreihe „Madame Courage – Diversität und Demokratie weiblicher Stimmen“ laden die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und das Kulturhaus Süderelbe dazu ein, demokratische Courage aus weiblicher Perspektive neu zu denken. Im Mittelpunkt stehen vier Frauen, die mit ihren literarischen, essayistischen und wissenschaftlichen Arbeiten zeigen, wie Frauen heute Gewalt benennen, Widerstand organisieren, Sprache politisieren und Gleichstellung konkret einfordern.
Ausgehend von Bertolt Brechts „Mutter Courage“ überträgt die Reihe das Motiv der Zivilcourage in die Gegenwart: Wie sieht demokratischer Mut aus, wenn Frauen in Belarus an der Spitze von Protesten stehen, wenn Care-Arbeit als politischer Akt verstanden wird, wenn patriarchale Mythen in Medien und Alltag entlarvt oder Femizide als strukturelle Gewalt sichtbar gemacht werden? Die Lesungen, Vorträge und Gespräche eröffnen einen facettenreichen Zugang zu komplexen Fragen von Macht, Gerechtigkeit und Teilhabe.
Im JoLa des Kulturhauses Süderelbe, einem offenen Quartiersraum direkt an der S-Bahn Neugraben (S3/S5), entsteht so ein Forum für Austausch in einer postmigrantischen Stadtgesellschaft, in der Vielfalt längst Realität ist. Hier begegnen sich Besucherinnen und Besucher mit unterschiedlichen Biografien, um über Frauenrechte, Sprache und Demokratie ins Gespräch zu kommen und gemeinsam nach Handlungsspielräumen im Alltag zu suchen.
Eine Veranstaltungsreihe der Landeszentrale für politische Bildung und des Kulturhauses Süderelbe
Verantwortlich: Abut Can
Dienstag, 10. Februar 2026
Witches, Bitches, It-Girls – Wie patriarchale Mythen uns bis heute prägen
Rebekka Endler, renommierte Journalistin und Autorin, macht in ihrem Buch „Witches, Bitches, It-Girls“ sichtbar, wie patriarchale Frauenbilder und Mythen bis heute unseren Alltag und unser Denken prägen. Mit Witz, Sachkenntnis und Kampfgeist spürt sie den Ursprüngen diskriminierender Begriffe nach, analysiert den male gaze und entlarvt, wie Frauen als Hexen, Zicken oder It-Girls diffamiert werden, um gesellschaftliche Grenzen zu ziehen. Endler ermutigt dazu, diese Strukturen zu hinterfragen, Allianzen zu bilden und gesellschaftlichen Wandel zu gestalten.
Dienstag, 24. Februar 2026
Da, wo ich dich sehen kann
Jasmin Schreiber, vielfach preisgekrönte Autorin und studierte Biologin, verbindet in ihren Romanen feine Poesie mit gesellschaftlicher Relevanz. In „Da, wo ich dich sehen kann“ erzählt sie die Geschichte der neunjährigen Maja, die nach dem Femizid an ihrer Mutter Halt bei ihrer Patentante Liv und in der Astrophysik findet. Mit einfühlsamer Sprache beleuchtet Schreiber die Folgen von Gewalt, Trauer und familiärem Zerfall, schenkt aber auch Hoffnung auf neue Verbundenheit. Schreiber wurde unter anderem als „Bloggerin des Jahres“ und für ihr Erfolgsdebüt „Marianengraben“ ausgezeichnet. Ihre Lesung verspricht bewegende Einblicke und eine literarische Auseinandersetzung mit dem, was bleibt – und wie Mut entsteht, um das Schweigen zu brechen.
Dienstag, 17. März 2026
Das Recht auf gleiche Rechte
Frauen haben heute so viele Rechte und Freiheiten wie nie zuvor – doch die Realität sieht noch immer anders aus. In ihrer Lesung beleuchtet Rukiye Cankiran, Gleichstellungsbeauftragte, Kulturwissenschaftlerin und Autorin, den Stand der Gleichberechtigung, erzählt von täglichen Ungerechtigkeiten und gesellschaftlichen Hürden. Mit viel Sachverstand, Empathie und praxisnahen Tipps zeigt sie, dass Gleichstellung ein Thema für alle ist. Ihr neues Buch „Das Recht auf gleiche Rechte“ macht Mut, kritisch hinzuschauen, Vorurteile zu hinterfragen und gemeinsam für mehr Gerechtigkeit einzutreten. Ein Abend für alle, die sich für Frauenrechte und eine moderne Gesellschaft interessieren.
Dienstag, 31. März 2026
Die Revolution hat ein weibliches Gesicht. Frauen, Widerstand und demokratische Hoffnung in Belarus
Mutige Frauen ziehen in Belarus an der Spitze der Proteste gegen die Diktatur, setzen sich für Freiheit, Gerechtigkeit und Demokratie ein – und riskieren viel. Olga Shparaga, Philosophin, Aktivistin und eine der prominentesten Stimmen der belarussischen Opposition, berichtet von ihrem Engagement im Koordinationsrat und von Care-Arbeit als politischem Akt. Mit Auszügen aus ihrem Buch „Die Revolution hat ein weibliches Gesicht“ gibt sie Einblick in den Alltag der belarussischen Demokratiebewegung und zeigt, was Solidarität und weibliche Courage im 21. Jahrhundert bedeuten. Ein Abend über Zivilcourage, internationale Solidarität und die Frage: Was können wir von den belarussischen Erfahrungen für unsere Demokratie lernen?
Sonderzeichen und Namen können fälschlicherweise übersetzt werden