In Hamburg nehmen neun berufsbildende Schulen mit ihren dualisierten Bildungsgängen der Berufsvorbereitungsschule (AvDual, AvM-Dual und BvDual) am Startchancen-Programm teil. Auswahlkriterium war im Rahmen eines Interessenbekundungsverfahrens die Kooperation mit Stadtteilschulen mit einem Sozialindex von 1 oder 2. Das ermöglicht eine Begleitung von Jugendlichen im Startchancen-Programm kontinuierliche durch alle Bildungsphasen.
Zur Analyse der Ausgangslage sind für die Schülerinnen und Schüler in der dualisierten Berufsvorbereitung sowie für das dort eingesetzte pädagogische Personal in Zusammenarbeit mit dem IfBQ Onlinebefragungen entwickelt worden. Die Ergebnisse aus der Pilotierung an drei berufsbildenden Schulen liegen bereits vor und zeigen bei beiden befragten Gruppen eine sehr hohe Zustimmung zu den grundlegenden Strukturen der dualisierten Berufsvorbereitung mit der verlässlichen Begleitung durch Mentorinnen und Mentoren sowie dem individualisierten auf die Bedarfe der einzelnen Jugendlichen abgestimmten Lernkonzept. Die Detailanalyse der Ergebnisse ist ein wichtiger Ausgangspunkt für die einzelnen Schulen in der Setzung von schulgenauen Entwicklungsschwerpunkten.
Zur Entwicklung passgenauer Angebote erarbeiten Lehrkräfte aus berufsbildenden Schulen gemeinsam mit Expertinnen und Experten vom Landesinstitut Konzepte mit folgender inhaltlichen Ausrichtung:
- Stärkung von Ansätzen zur individuellen Förderung von Basiskompetenzen in Deutsch und Mathematik im Kontext betrieblicher und berufsbezogener Lernsituationen durch Qualifizierungsangebote für Lehrkräfte und Entwicklung von Materialien;
- Entwicklung von erfahrungsbasierten Angeboten zur Berufsorientierung als Brücke zur Aufnahme eines betrieblichen Praktikums;
- Qualitativ guter Ganztag mit Stärkung der Handlungsfelder überfachliche Kompetenzen, Demokratiefähigkeit und Kreativität;
Die Maßnahmen zur Entwicklung einer zukunftsfähigen Lernumgebung unterstützen die genannten Entwicklungsthemen durch folgende Schwerpunkte in Säule I „Entwicklung einer zukunftsfähigen Lernumgebung“:
- Ausweitung der Realisierung von Lern-Kompartments zur Umsetzung von partizipationsförderlichen Lehr-/und Lernkonzepten und Förderung von stärker selbstgesteuerten Lernprozessen;
- Gestaltung von Räumen, die handelnd die Umsetzung von Projekten sowie kreative, bewegungsorientierte und gesundheitsförderliche Angebote ermöglichen, damit Schule zum vielfältigen Erfahrungs- und Lebensraum wird.
Ziel dieser konzeptionellen Arbeit an den Entwicklungsschwerpunkten ist es, die benachteiligten Jugendlichen noch besser auf die gestiegenen fachlichen und überfachlichen Anforderungen in der Berufswelt vorzubereiten und ihre Chancen auf einen Übergang in Ausbildung zu erhöhen.