Wie können Schulen gemeinsam mehr Bildungsgerechtigkeit schaffen? Diese zentrale Frage prägte den Workshop am 2. Dezember 2025, zu dem sich die Schulleitungen, Schulaufsichten und Schulentwicklungsbegleitungen der 91 Hamburger Startchancen-Schulen versammelten. Im Mittelpunkt stand die gemeinsame Gestaltung einer Netzwerklandschaft, die Impulse für eine vernetzte Schul- und Unterrichtsentwicklung setzt – ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu mehr Chancengerechtigkeit.
Bereits im Vorfeld des Workshops hatten die Beteiligten in einem partizipativen Prozess Eckpunkte für die zukünftige Netzwerkarbeit erarbeitet: Welche Ziele sollen verfolgt werden? Wie sollen sich die Netzwerke zusammensetzen? Und welche organisatorischen Rahmenbedingungen sind notwendig, damit Kooperation gelingt? Diese Vorarbeit bildete die Grundlage für die intensive Arbeitsphase am Veranstaltungstag. In regionalen Gruppen diskutierten die Teilnehmenden ihre Erwartungen, klärten offene Fragen und formulierten Unterstützungsbedarfe, die künftig durch das Projektbüro Schulische Netzwerke gedeckt werden sollen. Die Resonanz war überwiegend positiv – ein klares Signal, dass die Netzwerkarbeit als Chance gesehen wird, gemeinsam wirksam zu werden.
Ein besonderes Highlight des Tages war die Keynote von Prof. Dr. Anne Sliwka:
„Führung vernetzen – Wie Schulleitungsnetzwerke lernende Schulsysteme stärken“.
Mit einem inspirierenden Blick über den Tellerrand zeigte sie, wie Länder wie Estland, Singapur, Irland und Kanada durch starke Netzwerke von Schulen und Bildungsbehörden kollegiales Lernen und gegenseitige Unterstützung fördern. Ihr Fazit war eindeutig: Netzwerke sind Motoren für eine Kultur des Austauschs und der Kooperation – und damit für eine nachhaltige Schulentwicklung. Sie ermöglichen nicht nur den Transfer von Wissen, sondern schaffen Räume für gemeinsames Lernen und für Entscheidungen, die auf fundierten Daten basieren. Das Ergebnis: ein „Reculturing“ der Bildungslandschaft, das weit über die einzelne Schule hinausgeht.
Mit dem Startchancen-Programm verfolgt Hamburg genau dieses Ziel: Mehr Bildungsgerechtigkeit für alle Schülerinnen und Schüler. Die Schulleitungsnetzwerke sind dabei ein zentrales Element – sie stärken professionelles Vertrauen, eröffnen neue Perspektiven und helfen Schulen, komplexe Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen. Der Workshop am 2. Dezember war der Auftakt für einen zweijährigen Erprobungsprozess, in dem die Netzwerkstrukturen weiterentwickelt und auf die Programmziele abgestimmt werden. Alle Beteiligten waren sich einig: Schulische Netzwerke sind eine starke Grundlage für mehr Chancengerechtigkeit in Hamburg.