Interreligiöser Abend zum Fastenbrechen an der Stadtteilschule Öjendorf

15. März 2024

Fasten verbindet

  • Schule, Familie und Berufsbildung
Schülerinnen und Schüler der Stadtteilschule Öjendorf haben sich ausführlich mit den Traditionen des Fastens beschäftigt
Fastenbrechen Benjamin Krohn

Seit Sonntag ist Ramadan, der islamische Fastenmonat. Vier Wochen lang sind alle Musliminnen und Muslime dazu aufgerufen, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Essen und Trinken zu verzichten. Erst wenn es draußen dunkel ist, treffen sich die Fastenden zum täglichen Abendessen – zum Fastenbrechen, auf Arabisch Iftar. An dieser Tradition beteiligt sich auch die Stadtteilschule Öjendorf: Am vergangenen Mittwoch hatte die Kultur-AG der Schule Öjendorf zum interreligiösen Fastenbrechen eingeladen – und das schon zum dritten Mal. Schülerinnen und Schüler, Eltern, das Kollegium und auch die Nachbarschaft haben nach dem Sonnenuntergang gemeinsam Iftar gefeiert und zu Abend gegessen. Die Stühle reichten kaum aus für die vielen Besucherinnen und Besucher.


Die Schülerinnen und Schüler hatten sich intensiv vorbereitet: Eine 5. Klasse sorgte für die künstlerische Tischdeko mit Motiven zum Fastenbrechen, während der berufsorientierende Modulkurs Eventmanagement von Jahrgang 9 und 10 die Organisation der Veranstaltung übernahm. Der Religionskurs Klasse 11 hatte sich mit den Traditionen des Fastens in verschiedenen Religionen beschäftigt und eine Präsentation dazu vorbereitet. Das freiwillige Verzichten auf wichtige Dinge und die damit verbundene Besinnung auf wesentliche Lebensgrundlagen sind ein religions- und kulturübergreifendes und verbindendes Phänomen. Viele Kinder waren überrascht, dass auch Lehrkräfte christlichen Glaubens jetzt, in der Passionszeit vor Ostern, fasten. Kurz: An Gesprächsstoff zwischen Kindern und Erwachsenen mangelte es an diesem Abend nicht.

Der Abend verlief ganz im Sinne von Schulleiterin Barbara Schmidt. Denn während das Thema Religion nicht selten auch an Schulen mit Problemen verbunden sei, fördere eine solche Veranstaltung das Miteinander und den Dialog. Schmidt: „Ich finde es sehr gut und mir ist es auch wichtig, dass an so einem Abend viele Religionen vorkommen, wir uns in schöner Atmosphäre beim Essen gegenseitig besser kennenlernen und mit unseren verschiedenen Traditionen gegenseitig wertschätzen.“ Neben dem theoretischen Input in die Vielfalt der Fastentraditionen gab es auch beim Essen Vielfalt: Für das beeindruckende Büfett hatten alle etwas Leckeres mitgebracht.

Stefanie Böhmann, eine der verantwortlichen Lehrkräfte und interkulturelle Koordinatorin der Schule, zog am Ende ein positives Fazit. „Für die Eltern und die ganze Schulgemeinschaft ist so ein Abend ein wichtiges Signal des gegenseitigen Wertschätzens und Kennenlernens. Verschiedene kulturelle und religiöse Hintergründe werden hier zur Quelle für ein gutes Miteinander“, so Böhmann. In diesem Sinne dürfte es auch im kommenden Jahr wieder eine ähnliche Veranstaltung an der Stadtteilschule Öjendorf geben.

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