G8

Klare Regeln für Unterrichtsstunden, Klausuren und Hausaufgaben

14. März 2014 Pressemitteilung

Hamburgs Gymnasiastinnen und Gymnasiasten sollen entlastet werden. Das ist das Ergebnis zahlreicher Gespräche mit Eltern und Schulleitungen der Hamburger Gymnasien. Schulsenator Ties Rabe: „Die Einführung von G8 in Hamburg ist im Jahr 2002 überstürzt auf den Weg gebracht worden. Seitdem haben die Gymnasien viele Verbesserungen eingeleitet, um Schülerinnen und Schüler zu entlasten. Dennoch gibt es im Schulalltag immer wieder hohe Belastungszeiten. Wir nehmen die Sorgen der Eltern und Jugendlichen ernst und wollen den Schulalltag weiter verbessern. Dazu schlagen wir erstmals klare und verbindliche Höchstgrenzen für die Zahl der wöchentlichen Unterrichtsstunden, Hausaufgaben und Klausuren vor.“ Die gemeinsam mit zahlreichen Gymnasialschulleitungen erarbeiteten Vorschläge sollen jetzt auch mit der Elterninitiative „G9-Jetzt-HH“ diskutiert werden.

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Schulsenator Ties Rabe: „Immer wieder wird beklagt, dass es in bestimmten Wochen zu einer Zusammenballung von hohen Lernanforderungen, Klausuren und Hausaufgaben kommt. Gemeinsam mit den Schulleitungen und der Sprechergruppe der Hamburger Gymnasien wurden nun Verbesserungsvorschläge erarbeitet. Wir wollen Hamburgs Schülerinnen und Schüler bereits vom kommenden Schuljahr durch eine vernünftige Begrenzung und Verteilung der Aufgaben entlasten. Da auch nach den Vorstellungen der Initiative in Hamburg weiterhin G8 angeboten werden soll, sind die Verbesserungen in jedem Fall sinnvoll. Die Schulbehörde setzt auf eine behutsame und verlässliche Verbesserung von Schule und Unterricht. Das bringt den Schülerinnen und Schülern mehr, als alle paar Jahre das Schulsystem auf den Kopf zu stellen. Wir haben in den letzten Jahren erkennen müssen, wie viele schädliche Nebenwirkungen jede noch so gut gemeinte Reform entfaltet. Länder wie Bayern oder einige ostdeutsche Bundesländer, die ihr Schulsystem in Ruhe gelassen haben, stehen heute an der Spitze bei der Schülerleistung.“

Anzahl der Wochenstunden

Künftig soll der Stundenplan am Gymnasium in der Klassenstufe 5 30, in Klassenstufe 6 31, danach bis zum Abitur 34 Wochenstunden umfassen. So wird die Mindestvorgabe der Kultusministerkonferenz von 265 Wochenstunden für acht Schuljahre exakt eingehalten. Eine Überschreitung in der Mittelstufe darf es künftig nur in dem Ausnahmefall geben, dass Schülerinnen und Schüler freiwillig eine dritte Fremdsprache wählen oder sich freiwillig für ein altsprachliches Gymnasium entscheiden.

Vorschlag für eine künftige Regelung der Wochenstunden am Gymnasium

Gymnasium (G8)                                   zum Vergleich: Stadtteilschule (G9)

Klasse

Wo.std.

 

Klasse

Wo.std.

5

30

 

5

30

6

31

 

6

30

7

34

 

7

30

8

34

 

8

31

9

34

 

9

32

10

34

 

10

32

 

 

 

11

30

11

34

 

12

34

12

34

 

13

34

Gesamt

265

 

gesamt

283

Hausaufgabenregelung

In Bezug auf die Hausaufgaben schlägt die Schulbehörde folgende Vorgaben für alle Gymnasien vor: In den Hauptfächern Deutsch, Mathematik und Englisch – später auch in der zweiten Fremdsprache – soll künftig einmal pro Schulwoche und Fach eine Hausaufgabe, in den Nebenfächern alle zwei Wochen je Fach eine Hausaufgabe erteilt werden. In manchen Nebenfächern werden diese Richtwerte erfahrungsgemäß ohnehin deutlich unterschritten, beispielsweise in Sport und Kunst. Für Klasse 5 des Gymnasiums ergibt sich so bei drei Hauptfächern und vier hausaufgabenrelevanten Nebenfächern eine durchschnittliche Zahl von rund fünf Hausaufgaben pro Woche. In Klasse 7 – mit vier Hauptfächern und sechs relevanten Nebenfächern – sind es bis zu sieben Hausaufgaben pro Woche.

  Beispiel für ein Hausaufgabenmodell in Klasse 5

Fach

Unterricht
Std./Woche

Anzahl Hausaufgaben pro Woche

Deutsch

5

1

Mathematik

5

1

Englisch

5

1

Sport

3

-

Religion

2

0,5*

Theater

1

 

Musik

2

0,5*

Bildende Kunst

2

 

Geografie

2

0,5*

Naturw./Technik

3

0,5*

gesamt

30

5

 *In Nebenfächern wird 14-tägig eine Hausaufgabe erteilt.

Klausurenregelung

Schülerinnen und Schüler der Gymnasien müssen in der Regel in einem Schuljahr 25 bis 30 Klausuren oder Klausurersatzleistungen wie Präsentationsleistungen erbringen: vier in den Kernfächern, zwei in den Nebenfächern. Zu oft ballen sich aber Klausuren in wenigen Wochen und verursachen erhebliche Belastungen. Künftig soll jede Schule innerhalb der ersten zehn Tage nach Schulbeginn einen verbindlichen Klausurenplan erstellen und Eltern und Schülern aushändigen. Dieser Plan darf in keinem Fall mehr als zwei Klausuren pro Woche umfassen. Bei 39 Unterrichtswochen pro Schuljahr und 25 bis 30 Klausuren kann diese Obergrenze auch dann leicht eingehalten werden, wenn die ersten Wochen nach Schulbeginn noch nicht für Klausuren genutzt werden.

Rückfragen:

Behörde für Schule und Berufsbildung
Pressestelle
Tel. (040) 42863 – 2003
E-Mail: pressestelle@bsb.hamburg.de  
Internet: www.hamburg.de/bsb   

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