Der zweimal jährlich stattfindende Senatsempfang – mit Musik, Ansprache der Senatorin und anschließender Vereidigung – hat mittlerweile Tradition und unterstreicht den großen Stellenwert, den die Stadt ihren Nachwuchslehrkräften zuerkennt. Diese werden nun 18 Monate lang im Landesinstitut für Qualifizierung und Qualitätsentwicklung in Schulen (LI) und in den Schulen ausgebildet.
Schulsenatorin Ksenija Bekeris: „Angesichts des Lehrkräftemangels in vielen Bundesländern freue ich mich sehr, dass es uns in Hamburg erneut gelungen ist, diese hohe Zahl von Ausbildungsplätzen zu besetzen. Glücklicherweise genießen unsere Stadt und unsere Schulen bundesweit große Anerkennung, so dass wir immer noch viele Bewerbungen bekommen. Das stärkt unser Bildungssystem und gibt zugleich Rückenwind für Hamburgs Schulen.“
Die Bewerbungen verteilen sich sehr unterschiedlich auf die einzelnen Lehrämter. Am begehrtesten waren wie schon in den Vorjahren die Plätze für den Vorbereitungsdienst zum Lehramt an Gymnasien (Sekundarstufe I und II), hier gibt es fast drei Mal so viele Bewerbungen wie Plätze. Den insgesamt 150 Plätzen standen 414 Bewerberinnen und Bewerber gegenüber, die Einstellungsquote liegt bei 36,3 Prozent. Für die 65 Plätze für das Lehramt der Primar- und Sekundarstufe I gab es 83 Bewerbungen (Einstellungsquote 78,3 Prozent), für die 48 Plätze für Berufsschullehrkräfte gab es 69 Bewerbungen (Einstellungsquote 69,6 Prozent) und für die 72 Plätze für Sonderschullehrkräfte 102 Bewerbungen (Einstellungsquote 70,6 Prozent). Für die 60 Plätze des inzwischen zum elften Mal ausgeschriebenen Lehramts an Grundschulen, für das sich überwiegend nur Menschen aus anderen Bundesländern bewerben konnten, liegt die Einstellungsquote bei 44,1 Prozent (136 Bewerbungen). Erst zum dritten Mal konnten sich Menschen für das Lehramt an der Sekundarstufe I bewerben, hier gab es insgesamt 46 Bewerberinnen und Bewerber, von denen 24 eingestellt wurden (Einstellungsquote 52,2 Prozent).
Der Anteil an Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern ist im Vergleich zum Einstellungstermin im Februar leicht angestiegen. Während in anderen Bundesländern mangels Bewerbungen inzwischen zum Teil mehr als ein Drittel der Plätze mit Quereinsteigern besetzt werden, waren es in Hamburg lediglich 7,4 Prozent aller Plätze (Februar 2025: 6,6 Prozent). Für das Lehramt an Gymnasien konnten 19 Personen gewonnen werden, zwölf mit dem Fach Physik, zehn mit dem Fach Mathematik, drei mit Informatik, fünf mit Chemie und je einer mit Theater und mit Musik. Für das Lehramt an Grundschulen konnten drei Personen mit dem Fach Musik gewonnen werden, im Lehramt Berufliche Schulen wurden neun Personen gewonnen, zwei mit dem Fach Metalltechnik, fünf mit dem Fach Sozialpädagogik, Kinder- und Jugendhilfe, und jeweils eine Person mit dem Fach Holz- und Kunststofftechnik und Chemietechnik.
Als Quereinsteiger sind in Hamburg nur Bewerberinnen und Bewerber zugelassen, die wie alle regulären Bewerber auch ein komplettes Masterstudium mit zwei Unterrichtsfächern vorweisen können, aber in ihrem Studium nicht das Fach Pädagogik studiert haben. Dieser Mangel wird in der zweiten Phase der Lehrerausbildung durch intensive Begleitung behoben. Quereinsteiger werden in Hamburg nur eingestellt, wenn für bestimmte Schulformen und Unterrichtsfächer zu wenig reguläre Bewerbungen vorliegen.
Das Durchschnittsalter der neu eingestellten Nachwuchslehrkräfte liegt bei 32,2 Jahren. Die älteste Person ist 56 Jahre alt, die jüngsten Personen sind 23 Jahre alt. Mehr als zwei Drittel (69 Prozent) aller neu eingestellten Nachwuchslehrkräfte sind weiblich. Der Anteil der männlichen Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst ist damit leicht gestiegen. Zum Vergleich: Gegenüber den aktuellen 31 Prozent waren es im Februar dieses Jahres 28,9 und im August 2024 29,3 Prozent. Mit 45,6 Prozent ist der Anteil an männlichen Lehrkräften im Vorbereitungsdienst für das Lehramt an den Berufsschulen in diesem Durchgang am höchsten, gefolgt vom Lehramt für die Gymnasien mit 44,6 Prozent, an dritter Stelle liegt das Lehramt der Sekundarstufe I mit 32 Prozent, und an vierter Stelle das Lehramt für die Primar- und Sekundarstufe I mit 24,6 Prozent. Das Lehramt für Sonderpädagogik hat einen Anteil von 19,4 Prozent männlicher Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst, das Lehramt an Grundschulen nur 16,7 Prozent.
Die Universitätsabschlüsse der neu Eingestellten sind nahezu gleichgeblieben. Der Notendurchschnitt aus dem Studium liegt aktuell bei 1,66 (Februar 2025 1,68, August 2024 1,67). Am besten sind die Abschlusszensuren der neuen Referendarinnen und Referendare an den Gymnasien und an den Grundschulen mit jeweils der Note 1,6, gefolgt von den Sonderschullehrkräften im Vorbereitungsdienst mit der Note 1,63. Wie bereits in den letzten Jahren werden auch diesmal wieder Lehrkräfte in den Vorbereitungsdienst aufgenommen, die im Ausland eine in Deutschland nicht anerkannte Lehramtsqualifikation abgeschlossen haben. 29 neue Lehrkräfte haben die Möglichkeit, durch den Hamburger Vorbereitungsdienst ohne ein erneutes Studium eine Zulassung für ein Lehramt in Deutschland zu bekommen.
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