Bildungssenatorin Bekeris: „Das sind gute Nachrichten für alle Absolventinnen und Absolventen, denen ich ganz herzlich zu ihren erfolgreichen Schulabschlüssen gratuliere!“
Bekeris weiter: „Im dritten Jahr in Folge hat sich die Abitur-Durchschnittsnote in Hamburg leicht verbessert, auf nunmehr 2,34. Zudem hat sich die Bestehensquote auf 95,8 Prozent verbessert. Das ist eine gute Entwicklung, auch im Hinblick auf die seit beinahe 20 Jahren Zentralabitur in Hamburg und die ausgeweiteten bundesweiten Abituraufgaben aus dem gemeinsamen Aufgabenpool, im zweiten Jahr nun auch in den naturwissenschaftlichen Fächern Biologie, Chemie und Physik. Eine höhere Vergleichbarkeit der Abiturleistungen in ganz Deutschland ist der richtige Weg.“
Mehr Abiturient:innen, höhere Bestehensquote beim Abitur
9.576 von 9.992 Schülerinnen und Schülern, die zu den Abiturprüfungen angetreten sind (Vorjahr 9.274 von 9.810), haben die Abiturprüfungen bestanden (Bestehensquote 95,8 Prozent, Vorjahr 94,5 Prozent). Das sind 302 Abiturient:innen mehr als im Vorjahr und so viele, wie seit zehn Jahren nicht mehr (2015/16: 9.768). Die durchschnittliche Abiturnote liegt in diesem Jahr insgesamt bei 2,34, an Stadtteilschulen bei 2,53, an Gymnasien bei 2,22 und an den Beruflichen Gymnasien bei 2,48. Rund 52 Prozent der diesjährigen Abiturienten sind weiblich.
Insgesamt wurde 252 Mal die Bestnote 1,0 an 79 Schulen vergeben (Vorjahr 231). Die meisten 1,0er Abiture wurden an folgenden staatlichen Schulen vergeben: Gelehrtenschule des Johanneums (11). Gymnasium Ohmoor (11), Gymnasium Oberalster (8) und Luisen-Gymnasium Bergedorf (7).
56,0 Prozent der 1,0er Abiturzeugnisse wurden an Abiturientinnen vergeben (Vorjahr 60,2 Prozent, davor 64,4 Prozent). Der Anteil der männlichen 1,0er-Abiturienten hat sich in den letzten Jahren also deutlich erhöht.
29,8 Prozent der diesjährigen Abiturientinnen und Abiturienten haben einen Einser-Schnitt (also 1,0 bis 1,9, Vorjahr 30,1 Prozent), 49,6 Prozent einen Zweier-Schnitt (2,0 bis 2,9, Vorjahr 48,1 Prozent) und
20,6 Prozent einen Notendurchschnitt unter der Durchschnittsnote „drei“. (Vorjahr 21,8 Prozent). In diesem Jahr wurde einmal die Abitur-Gesamtnote 3,8 vergeben, die Noten 3,9 und 4,0 gar nicht. Auffällig ist: 61,1 Prozent der besonders guten Abiturnoten (1,0-1,9) gingen an weibliche Prüflinge, während umgekehrt 56,5 Prozent der eher schlechten Abiturnoten (3,0-4,0) an männliche Prüflinge ging.
Allgemeinbildende Schulen
Die durchschnittlich besten Abiturzeugnisse wurden an den staatlichen Gymnasien Christianeum (1,90), Gelehrtenschule des Johanneums (1,95), Helene-Lange-Gymnasium (1,96), Gymnasium Oberalster (2,00) und Gymnasium Altona (2,00) vergeben.
Bei den staatlichen Stadtteilschulen ganz vorne sind die Stadtteilschule Winterhude (2,06), Stadtteilschule Bergedorf (2,14), Max-Brauer-Schule (2,28), Stadtteilschule Bergstedt (2,34) und die Stadtteilschule Blankenese (2,34).
Sehr gute Abitur-Durchschnittsnoten gab es auch am Campus Zweiter Bildungsweg (Erwachsenenbildung, ehem. Hansa-Kolleg) mit 2,06.
Die größte Anzahl von Abiturientinnen und Abiturienten gibt es in diesem Schuljahr am Carl-von-Ossietzky-Gymnasium (156) und am Gymnasium Ohmoor (148) für die Gymnasien sowie an der Goethe-Schule-Harburg (130) und Julius-Leber-Schule (121) für die Stadtteilschulen.
Erstmals Abiturzeugnisse vergeben wurden in diesem Schuljahr an Schüler:innen der Ilse-Löwenstein-Schule in Barmbek-Süd (28 Abiturient:innen mit einem Notenschnitt von 2,65) sowie der Schule am See in Steilshoop (14 Abiturient:innen mit einem Notenschnitt von 2,43).
Abiturklausuren in Deutsch, Mathematik und Englisch zwischen den Noten zwei und drei
In den schriftlichen Abiturprüfungen wurde in Deutsch die durchschnittliche Note von 3,08 (Vorjahr 3,12), in Englisch 2,62 (Vorjahr 2,71), in Französisch 1,96 (Vorjahr 1,90) und in Mathematik 2,83 (Vorjahr 2,29) erreicht. Das Ergebnis im Fach Deutsch fällt minimal besser aus als im Vorjahr, die Ergebnisse in Englisch und Französisch sind mit den Vorjahren vergleichbar. Nachdem im letzten Jahr im Fach Mathematik das beste Ergebnis erzielt wurde, liegt das durchschnittliche Ergebnis nun wieder auf dem Niveau der Vorjahre. In Biologie wurde im Durchschnitt die Note 2,77 erreicht, in Chemie die Note 2,74 und in Physik die Note 2,38. Die Abiturprüfungsaufgaben in diesen Fächern wurden im Prüfungsjahr 2026 zum zweiten Mal dem ländergemeinsamen Aufgabenpool entnommen.
Meistgewählte Prüfungsfächer
Meistgewählte Abitur-Prüfungsfächer waren in diesem Jahr erneut Englisch (7.363 von den Schulen abgeforderte Klausurensätze) und Deutsch (5.679). An Platz drei stand Politik-Gesellschaft-Wirtschaft PGW (2.869), gefolgt von Geographie (2.331), Mathematik (2.133), Geschichte (2.126) und Biologie (1.756 Prüfungen). Die am wenigsten häufig angewählten Fächer sind Fremdsprachen, die nur an bestimmten Schulen angeboten werden: Chinesisch (10), Polnisch (9), Portugiesisch (8) und Italienisch (7). Darüber hinaus gibt es einzelne Prüfungsfächer, die nicht zentral geprüft werden, dazu gehören Bildende Kunst, Musik, Theater, Wirtschaft, Psychologie auf erhöhtem Niveau, Pädagogik, Recht, Griechisch und die bilingualen Sachfächer.
Ergebnisse der schriftlichen ESA- und MSA-Prüfungen vergleichbar zu den Vorjahren
An den schriftlichen Prüfungen zum ersten allgemeinbildenden Abschluss (ESA) haben an den staatlichen Schulen insgesamt 4.768 Schüler:innen in den Fächern Deutsch und Mathematik teilgenommen. An den schriftlichen Prüfungen zum mittleren allgemeinbildenden Abschluss (MSA) haben an den staatlichen Schulen insgesamt 3.715 Schüler:innen in den Fächern Deutsch und Mathematik teilgenommen.
Die Ergebnisse in den schriftlichen ESA- und MSA-Prüfungen sind dabei vergleichbar mit denen der Vorjahre. Bei den ESA-Prüfungen erzielen die Schülerinnen und Schüler im Fach Deutsch eine durchschnittliche Note von 4,45 (Vorjahr: 4,30) und in Mathematik eine durchschnittliche Note von 4,18 (Vorjahr 4,34). Die Ergebnisse bei den MSA-Prüfungen fallen etwas besser aus, so liegt hier die Durchschnittsnote im Fach Deutsch bei 4,06 und im Fach Mathematik bei 3,62. Nach vergleichsweise guten Ergebnissen im Vorjahr (Deutsch: 3,10, Mathematik 3,75) gleicht sich das Notenniveau damit wieder an das Niveau im Schuljahr 2023/24 an (Deutsch: 3,58, Mathematik: 3,90). Betrachtet man die Ergebnisse nach Geschlecht, zeigen sich Unterschiede: Mädchen erreichen im Fach Deutsch bessere Noten, während Jungen im Fach Mathematik besser abschneiden, insbesondere beim MSA (Jungen: Note 3,76, Mädchen: Note 4,44).
Die Prüfungsergebnisse beim ESA und MSA sind deutlich schwächer als vor der Pandemie und stehen in Einklang mit den Befunden internationaler und nationaler Schulleistungsstudien, die in den nicht-gymnasialen Schulformen einen deutlichen Kompetenzrückgang nachweisen. Es bleibt somit Anspruch und Ziel, die Schülerinnen und Schüler aus benachteiligten Lagen zu erfolgreichen Abschlüssen zu führen, um ihnen einen guten Start ins Berufsleben zu ermöglichen. Mit dem Startchancen-Programm ist ein großes Vorhaben aufgesetzt, dieses Ziel systematisch und konsequent zu verfolgen. Zusätzlich müssen weitere Maßnahmen und Unterstützungssysteme greifen, um die Bildungschancen aller Kinder und Jugendlichen nachhaltig zu verbessern.
Im Vorjahr hatten 3.268 Schülerinnen und Schüler an den allgemeinbildenden Schulen einen ersten allgemeinbildenden Schulabschluss ESA absolviert sowie 3.457 einen mittleren Schulabschluss MSA. Zudem hatten 1.575 Schülerinnen und Schüler im Vorjahr an den Berufsbildenden Schulen den MSA sowie 1.105 den eESA abgelegt. Die Prüfungsaufgaben orientieren sich an nationalen Bildungsstandards; die Aufgaben der schriftlichen Abschlussprüfungen werden in Hamburg zentral gestellt und sind an allen Schulen gleich. Die Abschlüsse ESA und MSA ermöglichen die Fortsetzung der Ausbildung im beruflichen Bereich. Für das aktuelle Schuljahr werden vergleichbare Abschlusszahlen erwartet. Die genauen Zahlen werden mit der Schuljahresstatistik erhoben und veröffentlicht.
Bildungssenatorin Bekeris: „Hamburg hat zum Schuljahr 2025/26 die Abschlussprüfungen für den ersten allgemeinbildenden Schulabschluss (ESA) und den mittleren Schulabschluss (MSA) modernisiert. Mit der Anpassung der Ausbildungs- und Prüfungsordnung richtet sich die Stadt noch stärker an den Kompetenzen, Interessen und Anschlusswegen der Schülerinnen und Schüler aus. Die Prüfungen sind nunmehr gerechter, praxisnäher und zukunftsfester gestaltet, ohne auf Verbindlichkeit und Standards zu verzichten. Die Prüfungen zum ESA und MSA sind mit Vorbereitungen und Anstrengung verbunden, die sich jedoch lohnen: Der erfolgreiche Abschluss macht stolz und gibt Selbstvertrauen und er eröffnet vielfältige Möglichkeiten, den eigenen Bildungsweg fortzusetzen oder ins Berufsleben zu starten.“
Berufsbildende Schulen
Auch an den Berufsbildenden Schulen können Schülerinnen und Schüler die allgemeine Hochschulreife oder die Fachhochschulreife vor, während oder nach einer Berufsausbildung erwerben.
So haben rund 770 Schülerinnen und Schüler an Berufsfachschulen, an der Höheren Handels- und Höheren Technikschule, an der Berufsoberschule sowie an Fachoberschulen und Fachschulen ihre schriftlichen Prüfungen zum Erwerb der Fachhochschulreife und 72 Schülerinnen und Schüler zum Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife abgelegt.
In den berufsvorbereitenden Bildungsgängen haben 239 Schülerinnen und Schüler schriftliche Prüfungen für den Mittleren Schulabschluss (MSA) und 723 Schülerinnen und Schüler für den erweiterten ersten Schulabschluss (eESA) abgelegt. Somit hat die Anzahl der Prüflinge sowohl für den MSA als auch den eESA zugenommen. Hier wirken sich die steigenden Schülerzahlen im Abgangsjahrgang nach Klassenstufe 10 der Stadtteilschulen auf die Schülerzahl in der Ausbildungsvorbereitung aus.
Bei den eESA-Prüfungen erzielen die Schülerinnen und Schüler an den Berufsbildenden Schulen im Fach Sprache und Kommunikation eine durchschnittliche Note von 2,91, in Mathematik 3,44 und in Englisch 2,85. Bei den MSA-Prüfungen erzielen die Schülerinnen und Schüler an den Berufsbildenden Schulen im Fach Sprache und Kommunikation eine durchschnittliche Note von 3,56, in Mathematik 3,90 und in Englisch 3,07.
Seit 2014 zentrale Abiturprüfungen in Hamburg, seit 2017 Abitur-Aufgabenpool der KMK
Das Abitur ist der höchste Schulabschluss in Deutschland – und ein Bildungsversprechen an alle Schülerinnen und Schüler. In 30 Fächern wurden Abiturklausuren geschrieben und mündliche Abiturprüfungen oder Präsentationsprüfungen abgenommen. Um faire Bedingungen zu schaffen, sind die Klausuren zentral vorgegeben und in allen Hamburger Schulen gleich. Die Prüfungen in den Kernfächern Deutsch, Englisch, Mathematik und Französisch (jeweils seit 2017) sowie in Biologie, Chemie und Physik (seit 2025) enthalten Aufgaben oder Aufgabenteile aus einem gemeinsamen Aufgabenpool des von der Kultusministerkonferenz beauftragten Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB), der von allen Bundesländern genutzt wird. Hamburg übernimmt im Sinne einer stärkeren Vergleichbarkeit des Abiturs möglichst viele Aufgaben aus dem gemeinsamen Abiturpool.
Anlage: Übersicht Abiturergebnisse Schulen
Rückfragen der Medien
Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung
Peter Albrecht, Pressesprecher
Telefon: 040 42863 2003
E-Mail: peter.albrecht@bsb.hamburg.de
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