Bildungssenatorin Ksenija Bekeris: „Das Deutsch-Französische Gymnasium ist seit seiner Gründung Jahr für Jahr gewachsen. Am bisherigen Standort in Lokstedt wurde der Platz knapp. Jetzt haben die rund 500 Schüler:innen ausreichend Raum für ihren Unterricht und das gemeinsame Schulleben. Mein Dank gilt der Schulleitung und den Lehrkräften, die diese Schule in den vergangenen Jahren aufgebaut und den Umzug begleitet haben.“
François Delattre, Französischer Botschafter in Deutschland: „Die Einweihung des Deutsch-Französischen Gymnasiums Hamburg an seinem neuen Standort ist ein starkes Zeichen für die einzigartige Beziehung zwischen unseren beiden Ländern und unser gemeinsames Engagement für die kommenden Generationen und das Europa von morgen. Das DFG bekräftigt die ausgeprägte europäische Dimension Hamburgs und sein Festhalten an der Partnerschaft mit Frankreich, die sich bereits in zahlreichen Bereichen zeigt und für die wir sehr dankbar sind.“
Schulleiter Torge Lorenzen: „Das Deutsch-Französische Gymnasium verbindet Elemente beider Bildungssysteme und macht europäische Zusammenarbeit im Schulalltag erlebbar. Ein großer Vorteil unseres bilingualen Schulalltags ist, dass die Schülerinnen und Schüler die Partnersprache nicht nur im Unterricht, sondern auch im Austausch mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern auf dem Schulhof und im gemeinsamen Campusleben anwenden. So machen sie schnell große Fortschritte und entwickeln ganz selbstverständlich Sicherheit in beiden Sprachen.“
Das Deutsch-Französische Gymnasium entstand aus der langjährigen deutsch-französischen Schultradition in Hamburg: 2016 beschlossen Deutschland und Frankreich, das private Gymnasium Lycée Français in ein neues staatliches Deutsch-Französisches Gymnasium zu überführen. Das DFG startete 2020 am bisherigen Standort des Lycée Français am Hartsprung in Lokstedt. Mit dem Neubau am Campus Struenseestraße hat die Schule nun ihren geplanten neuen Standort bezogen. Gemeinsam mit dem Struensee-Gymnasium und der Ganztagsschule an der Elbe bildet sie den neuen Schulcampus in Altona. Rund 2.200 Schüler:innen und 250 Lehrkräfte lernen und arbeiten hier inzwischen in den neuen Gebäuden.
Das DFG steht zugleich für eine besondere Form der deutsch-französischen Zusammenarbeit. Der Élysée-Vertrag von 1963 legte den Grundstein für die enge Partnerschaft beider Länder und stellte auch die Begegnung junger Menschen in den Mittelpunkt. An den Deutsch-Französischen Gymnasien wird diese Idee im Bildungsalltag konkret: Schüler:innen lernen in einem integrierten deutsch-französischen Bildungsgang und wachsen mit beiden Sprachen und Bildungstraditionen auf. Mit dem Hamburger DFG gibt es seit 2020 ein solches Gymnasium auch im Norden Deutschlands, und erstmals eines ohne direkte geografische Nähe zu Frankreich.
Auch der neue Standort hat eine lange Schulgeschichte. Bereits 1721 begann auf dem Gelände zwischen Struenseestraße und Königstraße der Bau der Friedrichschule, 1725 wurde dort der Schulbetrieb aufgenommen. Zu den späteren Schulen am Standort gehörte unter anderem das Christianeum. Für den neuen Campus wurden 2019 die Gebäude der früheren Haupt- und Realschule Königstraße abgerissen. Dem Neubau gingen eine aufwendige Kampfmittelsondierung und die umfassende Sanierung des Baugrunds voraus. Dabei stießen die Bauleute auch auf Spuren der Geschichte des Ortes: Bei den Arbeiten wurden Überreste eines Keramik-Handwerksbetriebs aus dem 17. Jahrhundert und einer Fayence-Manufaktur aus dem 18. Jahrhundert gesichert. Außerdem wurden zwei Zeitkapseln aus den Fundamenten der früheren Schulgebäude geborgen.
Heute stehen den drei Schulen auf dem rund 28.500 qm großen Gelände moderne Lern- und Aufenthaltsbereiche, großzügige Außenflächen, zwei Sporthallen und eine große Aula zur Verfügung. Die Aula verbindet die Gebäudeteile und bildet den gemeinsamen Mittelpunkt des Campus. Rund 132 Mio. Euro hat der Hamburger Senat in den neuen Schulstandort investiert. Die Gebäude sind durch markante Fassaden aus Keramik, Sichtbeton und farbigen Tonziegeln geprägt.
Mit dem neuen Standort erhält das Deutsch-Französische Gymnasium ein Gebäude, das zu seiner besonderen Ausrichtung passt: Er verbindet den besonderen deutsch-französischen Bildungsweg der Schule mit einem modernen Campus mitten in Hamburg. Durch die gemeinsame Nutzung zentraler Bereiche entstehen zugleich neue Möglichkeiten für Begegnung und Austausch mit dem Struensee-Gymnasium und der Ganztagsschule an der Elbe. Eine Besonderheit des Standorts ist zudem die S-Bahn-Station direkt unter dem Schulgelände; damit ist das Gymnasium aus vielen Teilen Hamburgs gut erreichbar. Aus dem 2020 gegründeten Deutsch-Französischen Gymnasium ist innerhalb weniger Jahre ein fester Bestandteil der Hamburger Bildungslandschaft geworden und ein Ort, an dem deutsch-französische Zusammenarbeit im Schulalltag gelebt wird.
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