Länderübergreifenden Kooperation

Hamburg und Schleswig-Holstein modernisieren die Schulaufsicht – Stiftungen bringen Expertise ein

05. Februar 2026 Pressemitteilung

Mit einer länderübergreifenden Kooperation richten Hamburg und Schleswig-Holstein ihre Schulaufsicht strategisch neu aus. Ziel ist es, Schulen künftig noch wirksamer zu beraten und zu steuern, die Qualitätsentwicklung zu stärken und die Schulaufsicht als zentrale Führungsebene im Bildungssystem zukunftsfest aufzustellen – unterstützt durch die Expertise renommierter Stiftungen.

  • Schule, Familie und Berufsbildung

Hamburg und Schleswig-Holstein stellen die Schulaufsicht neu auf. Diese soll künftig noch sichtbarer als Partnerin der Schulen agieren und ihre Steuerungs- und Beratungsfunktion weiter stärken. Ksenija Bekeris, Senatorin für Schule und Berufsbildung: „Die Schulaufsicht ist ein entscheidender Partner für die Weiterentwicklung unserer Schulen. Mit der Modernisierung schaffen wir die Voraussetzungen, um Schulleitungen noch gezielter beraten und unterstützen zu können – insbesondere bei der Qualitätsentwicklung, der Personalführung und im Umgang mit den vielfältigen Herausforderungen des Schulalltags.“

„Mit den Herausforderungen an Schule durch Fachkräftemangel, Heterogenität, Digitalisierung und unseren Anspruch auf mehr Chancengerechtigkeit ändert sich auch die Rolle, die die Schulaufsicht ausfüllen muss. Deshalb stellen wir uns an dieser zentralen Stellen neu auf. Wir stärken die Schulaufsicht in ihrer unterstützenden Rolle für die Schulen“ sagte Dr. Dorit Stenke, Bildungsministerin von Schleswig-Holstein. Gemeinsam mit der Freien und Hansestadt Hamburg wurde eine länderübergreifende Kooperation vereinbart, um ein neues Zielbild für die Schulaufsicht umzusetzen. Ziel ist es, die Schulaufsichten gezielt auf die Anforderungen einer datengestützten und strategisch ausgerichteten Schulentwicklung vorzubereiten und länderübergreifend zu stärken. Grundlage ist das Empfehlungspapier der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) zur Ausgestaltung der Rolle der Schulaufsichten als zentrale Führungspersonen im Bildungssystem.

Das Projekt ist langfristig angelegt, wird regelmäßig evaluiert und transparent kommuniziert. Partner in diesem Prozess sind renommierte Stiftungen.

Individuelle Unterstützung für Schulen

Schulaufsichtsbesuche, Zielvereinbarungen und Beratungsgespräche werden künftig noch stärker auf die konkrete Situation der einzelnen Schule zugeschnitten. Schulleitungen erhalten gezielte Unterstützung bei der Qualitätsentwicklung, der Personalführung und beim Umgang mit komplexen Herausforderungen. Dazu gehören unter anderem passgenaue Angebote zur Unterrichtsqualität, Digitalisierung, Förderung der Basiskompetenzen, Inklusion und zum Umgang mit Heterogenität. Die Kooperation mit Stiftungen bringt zusätzliche Expertise aus der Begleitung und Förderung innovativer Schulprojekte, der Qualitätsentwicklung und der gesellschaftlichen Partizipation in ein.

Stiftungen unterstützen den Prozess

Hamburg und Schleswig-Holstein arbeiten gemeinsam mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, der Robert Bosch Stiftung und der Wübben Stiftung Bildung daran, das Zielbild für die Schulaufsicht konkret mit Leben zu füllen. Ein systematisches Qualifizierungsprogramm für neue Mitarbeitende in der Schulaufsicht wird entwickelt, das sich an den KMK-Empfehlungen orientiert und länderübergreifende Lern- und Austauschräume schafft.

In gemeinsamer Verantwortung der Länder werden neue Mitarbeitende in ihrer Rolle als zentrale Führungskräfte im Bildungssystem gestärkt und gezielt auf die Anforderungen einer datengestützten und strategisch ausgerichteten Schulentwicklung vorbereitet – unter Berücksichtigung der jeweiligen Landesstrukturen.

Bernhard Straub, Geschäftsführer der Robert Bosch Stiftung: „Diese Initiative zeigt, wie die Kooperation zwischen Bundesländern die Grundlage für nachhaltige Entwicklung schafft. Große Aufgaben verlangen gemeinsame Anstrengungen – und als Stiftungen bringen wir uns gerne in diese Bewegung ein. Mit unserer Expertise unterstützen wir Hamburg und Schleswig-Holstein dabei, die Schulaufsicht strategisch neu auszurichten und damit die Schulen zu stärken.“

Anne Rolvering, Geschäftsführerin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS): „Für gute Bildungsqualität an unseren Schulen braucht es Veränderungen im Bildungssystem – getragen von den Schulen selbst, aber auch von den Steuerungsebenen. Deshalb begleitet die DKJS seit Jahren die Schulaufsicht mit praxisnahen Angeboten. Mit dem neuen Qualifizierungsprogramm in Schleswig-Holstein und Hamburg setzen wir gemeinsam einen starken Impuls, das KMK-Zielbild für die Schulaufsicht wirksam in die Praxis zu tragen und die qualitätsvolle Bildung junger Menschen weiter zu stärken.“

Kerstin Lehner, Geschäftsführung der Wübben Stiftung Bildung: „Als Wübben Stiftung Bildung setzen wir uns dafür ein, dass alle Kinder und Jugendlichen unabhängig von ihrer Herkunft gerechte Bildungschancen erhalten. Hierbei kommt der Schulaufsicht eine wichtige Rolle zu. Sie kann dazu beitragen, Ungleiches ungleich zu behandeln und Ressourcen entsprechend steuern. Deshalb freuen wir uns, in die Kooperation mit Hamburg und Schleswig-Holstein unsere Erfahrungen aus der Arbeit mit Schulen in herausfordernder Lage einzubringen.“

Hintergrund

Die Schulaufsicht ist in Deutschland im Grundgesetz (Art. 7) verankert und sorgt dafür, dass Schulen ihren Bildungsauftrag erfüllen., Sie begleitet und berät Schulleitungen, fördert die Qualitätsentwicklung und Schulprogrammarbeit, unterstützt bei Personalplanung und Krisenbewältigung und stellt die Umsetzung bildungspolitischer Vorgaben sicher. Dabei arbeitet sie eng mit anderen Behörden, Schulträgern und Partnern im Sozialraum zusammen.

In Hamburg ist die Schulaufsicht bei der Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung angesiedelt und in mehrere Regionalbereiche gegliedert. Sie arbeitet eng mit den Regionalen Bildungs- und Beratungszentren (ReBBZ) zusammen. In Schleswig-Holstein ist die Schulaufsicht im Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur organisiert. Die Schulämter und Fachaufsichten sind für die Beratung, Qualitätsentwicklung und die Umsetzung landesweiter Bildungsziele zuständig.

Schulaufsicht Hamburg: https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/bsfb/themen/schulaufsicht

Beide Länder setzen verstärkt auf datengestützte Steuerung, Qualitätsmonitoring und die gezielte Unterstützung der Schulleitungen bei aktuellen Herausforderungen wie Digitalisierung, Inklusion und Unterrichtsqualität.

Foto-Download Vertragsunterzeichnung: https://app.skyfish.com/shared-link/f18clabu/2614446?sortBy=name-asc

(Fotocredit: Philine Hamann/BSFB)

Rückfragen der Medien

Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung
Peter Albrecht | Pressesprecher
Telefon: 040 42863 2003
E-Mail: pressestelle@bsfb.hamburg.de
Internet: www.hamburg.de/bsfb

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