Ksenija Bekeris, Senatorin für Schule, Familie und Berufsbildung: „In einer Zeit wachsender sicherheitspolitischer Herausforderungen ist die nationale und internationale Sicherheitspolitik von großer gesellschaftlicher Bedeutung. Deshalb ist es sinnvoll, bereits Schülerinnen und Schülern fundierte Kenntnisse zu sicherheitspolitischen Themen im Sinne eines erweiterten Sicherheitsbegriffs zu vermitteln. Die Kooperation mit den Jugendoffizieren bringt externe Expertise in die Schulen, stärkt die politische Bildung und fördert die Entwicklung mündiger, kritisch denkender junger Menschen. Die Kooperationsvereinbarung gibt der Bundeswehr und den Schulen jetzt einen klaren Rahmen für die auch bislang schon üblichen Veranstaltungen mit Schülerinnen und Schülern.“
Kapitän zur See Kurt Leonards, Kommandeur des Landeskommandos Hamburg der Bundeswehr: „In den komplexen Zeiten von heute braucht es Menschen, die sicherheitspolitische Zusammenhänge plausibel erklären können. Unsere Jugendoffiziere sind dafür speziell ausgebildet, sachlich und fachlich zu informieren und ergebnisoffen zu diskutieren.“
Jugendoffiziere werden schon jetzt in Hamburg von Schulen (in der Regel in das Unterrichtsfach Politik-Gesellschaft-Wirtschaft PGW) eingeladen und angefragt. Dazu stehen für Hamburg aktuell zwei Jugendoffiziere der Bundeswehr zur Verfügung. Die Schulen entscheiden in eigener Verantwortung darüber, welche externen Akteure sie einladen.
Durch die Kooperationsvereinbarung soll die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Jugendoffizieren gefördert und verstetigt werden. Ziel ist es
- die Schülerinnen und Schüler zur differenzierten Analyse von sicherheitspolitischen Themen, insbesondere die Entstehung und die Hintergründe internationaler Konflikte sowie die zur Friedenssicherung, zur Konfliktverhütung und zur Krisenbewältigung möglichen und/oder notwendigen Instrumente der Politik, zu befähigen,
- den Schülerinnen und Schülern nachhaltige und fachübergreifende Lernergebnisse durch die Einbeziehung außerschulischer Lernorte im Rahmen der Bildungsangebote der Jugendoffiziere zu vermitteln, sowie
- interessierten Lehrkräften sowie Lehrkräften im Vorbereitungsdienst spezifische Fort- und Weiterbildungsangebote zur Verfügung zu stellen.
Eine Nachwuchswerbung ist den Jugendoffizieren untersagt. Sie sind bei der Durchführung politischer Jugend- und Erwachsenenbildung an den „Beutelsbacher Konsens“ gebunden.
Die Jugendoffiziere der Bundeswehr sind als Referentinnen und Referenten auf dem Gebiet der Sicherheits- und Verteidigungspolitik Teil der Öffentlichkeitsarbeit des Bundesministeriums der Verteidigung. Sie betreiben im öffentlichen Auftrag politische Jugend- und Erwachsenenbildung, die sich einem pluralistischen, überparteilichen und unabhängigen Ansatz verpflichtet fühlt und das Ziel verfolgt, die Partizipation der Staatsbürgerinnen und Staatsbürger zu fördern.
Die Besuche der Jugendoffiziere sind komplementär und ersetzen nicht den regulären Unterricht.
Die Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung koordiniert die Zusammenarbeit und begleitet die Jugendoffiziere in der Umsetzung der Kooperationsvereinbarung. Sie informiert die Bildungseinrichtungen zu den spezifischen Angeboten der Jugendoffiziere. Hierzu wird es auch ein Schreiben an die Schulen geben, das über die Kooperationsvereinbarung Auskunft gibt. In die Kooperation werden das Landesinstitut für Qualifizierung und Qualitätsentwicklung in Schulen (LI) und das Hamburger Institut für Berufliche Bildung (HIBB) einbezogen.
Hintergrund
Die Bundeswehr erfüllt als Parlamentsarmee einen wichtigen, grundgesetzlich verankerten Auftrag zum Schutz Deutschlands vor äußeren Bedrohungen im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung. Die Teilhabe an Missionen zur internationalen Friedenssicherung sowie Beiträge zur Konfliktbewältigung und zur Krisenvorsorge zum Beispiel auch im Bereich der Cyber-Sicherheit sind weitere wichtige Aufträge der Soldatinnen und Soldaten. Vor diesem Hintergrund unterstützt der Senat die Aktivitäten der Bundeswehr zur Information über ihre Aufgaben und zur Sicherheitspolitik der Deutschlands auch an Hamburgs Schulen.
Jugendoffizierinnen und Jugendoffiziere sind Angehörige der Bundeswehr und unterliegen damit dem Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung. Ihr Einsatz an Schulen erfolgt insbesondere im Rahmen des gesellschaftswissenschaftlichen Unterrichts, vor allem im Kontext des Faches Politik/Gesellschaft/Wirtschaft (PGW) und des Lernbereichs Gesellschaftswissenschaften.
Über die unmittelbare Teilnahme am Unterricht hinaus bieten Jugendoffizierinnen und Jugendoffiziere auch ganz- oder mehrtägige Veranstaltungen, zum Beispiel Politiksimulationen, an. Jugendoffizierinnen und Jugendoffiziere der Bundeswehr haben die Aufgabe, die Sicherheitspolitik der Bundesregierung zu erläutern beziehungsweise allgemein zu außen- und sicherheitspolitischen Fragen Stellung zu nehmen, womit sie auch Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr betreiben. Nachwuchswerbung ist ihnen untersagt.
Über eine Teilnahme externer Akteurinnen und Akteure an schulischen Veranstaltungen entscheiden die Schulen im Rahmen ihrer einzelschulischen Selbstverantwortung. Dies gilt auch für Angehörige der Bundeswehr, die ausschließlich auf Einladung der Schule oder der Lehrkräfte an schulischen Veranstaltungen teilnehmen.
Bei Veranstaltungen der Schule, zu der Jugendoffizierinnen und Jugendoffiziere eingeladen werden, legt die Lehrkraft die gewünschten Themen und Inhalte in Abstimmung mit der Jugendoffizierin und dem Jugendoffizier oder den Jugendoffizierinnen und Jugendoffizieren fest.
Die Lehrkraft leitet die Veranstaltung unter Beachtung der Vorgaben der Bildungsbehörde. Auch für die politische Bildungstätigkeit der Jugendoffizierinnen und Jugendoffiziere gilt die Orientierung am Beutelsbacher Konsens, nach dem keine Meinung aufgezwungen werden darf, eine freie Meinungsbildung ermöglicht sowie Schülerinnen Schüler in die Lage versetzt werden müssen, eine politische Situation und ihre eigene Interessenlage zu analysieren.
Die Bundeswehr hat laut eigenen Angaben im Jahr 2023 insgesamt 37 Informations-Veranstaltungen an Hamburger Schulen durchgeführt, 2024 insgesamt 62 und sowie 2025 rund 120 Veranstaltungen. Dazu gehörten Vorträge, Politiksimulationen, Seminare und Planspiele.
Weitere Informationen: www.bundeswehr.de/de/bundeswehr-erleben/jugendoffiziere
Rückfragen der Medien
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