Lernferien in Hamburg

Auch im März wird wieder freiwillig gelernt

03. März 2026 Pressemitteilung

In den Ferien zur Schule, um zu lernen? Das hat in Hamburg mittlerweile Tradition. Überall im Stadtgebiet nutzen zahlreiche Schülerinnen und Schüler die unterrichtsfreie Zeit, um Versäumtes nachzuholen, sich zu verbessern oder auf den Schulabschluss vorzubereiten.

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Auch an der Stadtteilschule Am Hafen kommen in der ersten Woche der Frühjahrsferien zahlreiche junge Menschen freiwillig in die Schule, um einen der Lernferienkurse zu besuchen. Viele von ihnen bereiten sich auf ihren Ersten Allgemeinen Schulabschluss (ESA) oder den Mittleren Schulabschluss (MSA) vor. Am gestrigen Montag besuchte Bildungssenatorin Ksenija Bekeris eine Lerngruppe der Standteilschule am Standort Neustadt.

Bildungssenatorin Ksenija Bekeris: „Die Hamburger Lernferien besuche ich regelmäßig. Es ist immer wieder eine Freude, das Engagement der Schulen und ihrer Schülerinnen und Schüler zu erleben. Die Schulen legen selbst ihre Schwerpunkte fest. Hier in der Stadtteilschule Am Hafen liegt der Fokus auf der Vorbereitung auf Schulabschüsse. Das freiwillige Lernen in einer Gemeinschaft ist für die Schülerinnen und Schüler ein besonderer Ansporn und ein bereicherndes Lernerlebnis. Sie bekommen die Bestätigung, dass Lernen Spaß macht. Dass dies in den Ferien geschieht, unterstreicht das Engagement der Schulen und der Schülerinnen und Schüler.“ 

Schulleiterin Kathrin Wittmaack: „Bei uns werden die Lernferien seit vielen Jahren erfolgreich in den Märzferien und Herbstferien durchgeführt. Für die Lernferien in der ersten Märzwoche haben sich 77 Schülerinnen und Schüler angemeldet, 67 davon besuchen Abschlussklassen und bereiten sich in dieser Woche gezielt auf ihre ESA- und MSA-Prüfungen vor. Der Schwerpunkt liegt in der Vorbereitung der schriftlichen Deutsch- und Mathematikprüfungen. Als festes Konzept setzen wir in diesen Gruppen Honorarkräfte ein, die die Schülerinnen und Schüler aus der Lernförderung kennen und daher sehr zielgenau mit ihnen an den Stärken und Schwächen arbeiten können. Die Fachlehrerinnen und Fachlehrer beraten im Vorfeld die Honorarkräfte in der Ausgestaltung des Unterrichts. Durch diese Verzahnung von Fachkollegen und Honorarkräften erreichen wir hohe Lernzuwächse in den Lernferien.“

Bereits zum 18. Mal gibt es dieses zusätzliche Lernangebot an Hamburger Schulen. Alle Schulen, die Schülerinnen und Schüler aus sozial schwächeren bis mittleren Verhältnissen unterrichten, haben die Möglichkeit, Lernferien anzubieten, außerdem die Regionalen Bildungs- und Beratungszentren (ReBBZ) sowie alle Schulen mit den Sozialindizes 4 bis 6 mit Internationalen Vorbereitungsklassen und Basisklassen. Ob eine Schule sich beteiligt, wird vor Ort entschieden. Maßgebend sind die Bedürfnisse und Interessen der Schülerinnen und Schüler. 

Hintergrund

Die Bildungsbehörde übernimmt die Finanzierung der Lernferien für alle Schulen mit Sozialindizes von 1 bis 3 sowie für die Regionalen Bildungs- und Beratungszentren (ReBBZ) und für Schulen mit den Sozialindizes 4 bis 6, sofern sie Internationale Vorbereitungs- und Basisklassen haben. Die Teilnahme an den Lernferien ist für die Schülerinnen und Schüler freiwillig und kostenlos. Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen, von der Vorschule bis zur Studienstufe können von den Lernferien profitieren. Zumeist dauern die Kurse eine Woche. Es wird 15 Schulstunden lang gelernt. So bleibt auch noch genug Zeit für Freizeitaktivitäten. In einem Kurs lernen durchschnittlich neun Schülerinnen und Schüler gemeinsam.

Die Schulen und Kursleitungen nutzen oft eigenes Lernmaterial. Zusätzlich können sie beim Landesinstitut für Qualifizierung und Qualitätsentwicklung in Schulen (LI) auf ein Portal mit Informationen, Hinweisen und Unterrichtsmaterialien für die individuelle Lernförderung zurückgreifen: IGEL. („IGEL – das Hamburger Portal für individuelle gezielte Lernförderung“). Dort gibt es eine Plattform für Datenbanken mit qualitätsgeprüften Unterrichtsmaterialien für die Fächer Deutsch, Deutsch als Zweitsprache und Mathematik. Es gibt außerdem Materialien zur Förderung überfachlicher Kompetenzen. Diese sind für alle Formen der Lernförderung geeignet und richten sich an Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 10.

Die Ferienkurse werden überwiegend von Honorarkräften, Lehrkräften, Erzieherinnen und Erziehern oder Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen geleitet, die – wie in der Stadtteilschule am Hafen – den Kindern und Jugendlichen oft bereits aus der Schule bekannt sind. Die Schulen stimmen sich mit den Trägern der Ferienbetreuung, um Lern- und Freizeitangebote ab. So wird dafür gesorgt, dass Freizeit und Lernzeit sich ergänzen. Erst nach den Ferien wird erfasst, wie viele Kurse es insgesamt gegeben hat und wie viele Schülerinnen und Schüler mitgemacht haben.

Informationen zur Stadtteilschule am Hafen

Die Stadtteilschule Am Hafen ist eine vollgebundene Ganztagsschule in den Stadtteilen St. Pauli und Neustadt mit rund 900 Schülerinnen und Schülern und etwa 130 Mitarbeitenden. Die Jahrgänge 5 und 6 lernen am Standort St. Pauli, ab Jahrgang 7 am Standort Neustadt und ab Jahrgang 11 an der Budapester Straße. Als gut vernetzte Schule kooperiert die Stadtteilschule unter anderem mit dem St. Pauli Theater und dem FC St. Pauli und eröffnet so vielfältige Lernmöglichkeiten im Stadtteil. Im Mittelpunkt der pädagogischen und fachlichen Arbeit stehen erfolgreiche Lernprozesse und nachhaltige Erziehungskonzepte für die sehr vielfältige Schülerschaft, die in multiprofessionellen Teams eng begleitet und gefördert wird. Demokratieerziehung und gelebte Partizipation prägen den Schulalltag; in den Abschlussjahrgängen 9, 10 und 13 werden die Jugendlichen intensiv auf den Übergang in Ausbildung oder Studium vorbereitet. Als Startchancenschule legt die Stadtteilschule Am Hafen großen Wert auf die sprachlichen und mathematischen Kompetenzen, die Ausbildung überfachlicher Kompetenzen und die Demokratieerziehung.

Mehr Informationen: https://schule-am-hafen.eu/

Rückfragen der Medien
Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung (BSFB)
Pressestelle
Telefon: 040 42863 2003
E-Mail: pressestelle@bsfb.hamburg.de
Internet: www.hamburg.de/bsfb | X: @hh_bsb

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