Bis in die 2030er Jahre hinein summiert sich das Hamburger Schulbauprogramm auf insgesamt rund zehn Milliarden Euro für Neubau, Sanierung und Instandhaltung von Schulen. Mit den beiden neuen Schulen des nächsten Schuljahres steigt die Zahl der seit 2019 gegründeten staatlichen Schulen auf 23, darunter zehn Grundschulen, acht Stadtteilschulen und fünf Gymnasien. Die Anzahl der Schüler:innen wuchs im gleichen Zeitraum um rund 25.000, von 196.000 (2019) auf 221.000 (2025).
Neu gegründet werden zum kommenden Schuljahr das Bille-Gymnasium im Stadtteil Lohbrügge – das sechste und mit 3,5 Parallelklassen pro Jahrgang kleinste Gymnasium im Bezirk Bergedorf, sowie die Stadtteilschule Leuschnerstraße, ebenfalls im Stadtteil Lohbrügge/Bezirk Bergedorf (geplant mit 5 Parallelklassen pro Jahrgang in der Sekundarstufe I). Sie bildet ab dem Schulstart 2026 mit der bereits bestehenden Grundschule Leuschnerstraße eine Langformschule.
Bildungssenatorin Ksenija Bekeris: „Mit dem Bille-Gymnasium und der Schule Leuschnerstraße entstehen zwei neue, innovative Schulen im Bezirk Bergedorf, die zeigen, wie Lernen im 21. Jahrhundert gestaltet werden kann: individuell, demokratisch und gemeinschaftlich. Beide Schulen verbinden moderne Raumkonzepte mit pädagogischen Ideen, die auf Selbstwirksamkeit, Nachhaltigkeit und Beziehung setzen. Damit schaffen wir Orte, an denen Lernen Freude macht und an denen Zukunft entsteht. In den Folgejahren steht die Gründung der Stadtteilschule Ottensen, der Grundschule am Schilfufer und der Grundschule Hammer Straße an, so dass insgesamt fünf neue Schulen konkret entstehen und bereits Gründungsschulleitungen haben. So sind wir gut gewappnet für die insgesamt nur noch leicht ansteigenden Schüler:innenzahl.“
Neue Schulen zum Schuljahr 2026/27
- Bille-Gymnasium (Lohbrügge, Bergedorf): Schwerpunkte Selbstwirksamkeit, demokratische Beteiligung, „Selbstgesteuertes Lernen“, „Interessengeleitetes Lernen“, „Bewegte Schule“ und „Lernen durch Engagement“ https://bille-gymnasium-bergedorf.de/ Gründungsschulleiterin Marion Zirkel-Maas. Das Bille-Gymnasium entsteht an der Billwerder Straße auf dem Gelände der ehemaligen Förderschule. Geplante Baukosten: rund 40 Mio. Euro. Zielgröße: 800 bis 900 Schüler:innen.
- Stadtteilschule Leuschnerstraße (Lohbrügge, Bergedorf): Schwerpunkte Demokratieerziehung, „Eigenverantwortetes Lernen“, „Bewegtes Lernen“, „Digitalisiertes Lernen“ und „Kompetenzorientiertes Lernen“, Gründungsschulleiter Thomas Lutter. https://stadtteilschule-leuschnerstrasse.hamburg.de/. Bis zur Fertigstellung des Neubaus (geplant für das Schuljahr 2027/28) nutzt die Schule die bestehenden Räume der Grundschule Leuschnerstraße. Geplante Baukosten: rund 58 Mio. Euro. Zielgröße: 1.200 bis 1.300 Schüler:innen (inkl. der Grundschule)
Marion Zirkel-Maas, Gründungsschulleiterin des Bille-Gymnasiums: „Das Bille-Gymnasium erweitert das gymnasiale Angebot im Bezirk Bergedorf durch neue überfachliche Schwerpunkte. Selbstgesteuertes und interessengeleitetes Lernen werden nach individuellen Bedürfnissen begleitet und finden in den Räumen der neuen Schule optimale Bedingungen. Für sinnstiftendes Lernen eröffnen wir unseren Schüler:innen Lern- und Projekträume über die Fächergrenzen hinweg, auch außerhalb der Schule. Wir sind überzeugt, dass Lernen verbindet. Durch gute Beziehungen und eine starke Gemeinschaft wird die Schule für alle zu einem guten und sicheren Ort.“
Thomas Lutter, Gründungsschulleiter der Stadtteilschule Leuschnerstraße: „Unsere Schule ist so gestaltet wie unser Lernen: offen, individuell, beziehungsreich. Ein Ort, an dem sich alle Beteiligten wohlfühlen und an dem alle wachsen können. Wir glauben an Bildung, die Türen öffnet – nicht an Wissen, das nur Köpfe füllt.“
Beide Schulen setzen auf moderne Lernlandschaften, die den Unterricht und die pädagogische Arbeit flexibel unterstützen. Das Bille-Gymnasium verfügt über offene Lern- und Ganztagsflächen, ein Selbstlernzentrum, Maker Spaces, Lernkojen und Gruppenarbeitsräume, die individuelles, selbstgesteuertes Lernen ebenso ermöglichen wie kooperative Projekte. Als offene Ganztagsschule und „Bewegte Schule“ fördert das Bille-Gymnasium mit einem ganzheitlichen Konzept die Gesundheit und das Wohlbefinden von Schüler:innen und Lehrkräften. Auch die Freianlagen sind so gestaltet, dass Bewegung, Naturerfahrungen und Begegnung Teil des Lernens werden. Als teilgebundene Ganztagsschule arbeitet die Schule Leuschnerstraße mit offenen Lernlandschaften in einem offenen Raumkonzept, in denen eigenverantwortliches, projektbasiertes und digital unterstütztes Lernen im Mittelpunkt stehen. das Lernen auf dem Fundament der Demokratieerziehung tragen verschiedenen Säulen das Lernen: bewegtes Lernen, kompetenzorientiertes Lernen, Eigenverantwortung und digitalisiertes Lernen.
Beide Schulen verbinden pädagogische Leitideen wie selbstgesteuertes Lernen, Engagement und demokratische Beteiligung mit Raumkonzepten, die flexibel, transparent und auf die Bedürfnisse der Schüler:innen ausgerichtet sind.
Bildungssenatorin Bekeris: „Hamburg ist eine kinder- und familienfreundliche Stadt, in der Familien gern leben und optimistisch in die Zukunft blicken. Und Hamburgs Schulen sind deutlich besser und erfolgreicher geworden. Damit das so bleibt, wollen wir die hohe Schulqualität bewahren und ein gutes Raumangebot für alle Schülerinnen und Schüler schaffen. Die gleichbleibend hohen Anmeldezahlen an Hamburgs Schulen zeigen, wie wichtig es ist, neue Schulen zu gründen. Sie schaffen nicht nur dringend benötigte Plätze, sondern ermöglichen auch die Umsetzung moderner pädagogischer Konzepte: von selbstgesteuertem und fächerübergreifendem Lernen über Bewegungsangebote bis hin zu digitaler Kompetenzvermittlung. So können Schüler:innen in einer inspirierenden Lernumgebung optimal auf die Herausforderungen von heute und morgen vorbereitet werden. Denn auch weiter gilt: Hamburg wächst mit seinen Schulen!“
Mit den jetzt anstehenden Schulneugründungen wird Hamburg im kommenden Schuljahr über 197 staatliche Grundschulen, 66 Stadtteilschulen (16 davon mit Grundschulabteilungen), 67 Gymnasien und 26 Sonderschulen/ReBBZ (sowie 29 Berufsbildende Schulen und einer Schule der Erwachsenenbildung) verfügen. Die Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung ist mit insgesamt 385 Schulen der größte Schulträger Deutschlands.
Weitere geplante Schulgründungen in den Folgejahren
In den nächsten beiden Jahren steht die Gründung folgender Schulen an: Stadtteilschule Ottensen (Altona, 2027, inkl. Grundschulabteilung), Grundschule am Schilfufer (Bergedorf, 2027) und die Grundschule Hammer Straße (Wandsbek-Süd, 2028), die den Schulcampus Hammer Straße bilden wird mit dem Bildungszentrum körperliche und motorische Entwicklung (aktuell noch Schule Tegelweg).
Bildungssenatorin Bekeris: „Hamburgs in den letzten Jahren neu gegründete Schulen kommen bei den Eltern offenbar gut an. Das zeigen die Anmeldeergebnisse der letzten Jahre für die Eingangsklassen 1 und 5 sowie die Entwicklung der ersten Jahre seit Gründung. Das ist auch insofern erfreulich, als manche dieser Schulen in den ersten Jahren zunächst an weniger attraktiven Übergangsstandorten den Schulbetrieb aufnehmen oder parallel noch Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden.“
Weiterhin erhebliche Investitionen im Schulbau: 500 Mio. Euro für Neubau, Sanierung und Instandhaltung
Auch im aktuellen Schuljahr werden Hamburgs staatliche Schulen weiterhin mit erheblichem Einsatz saniert und ausgebaut. Insgesamt sollen im Schnitt rund 500 Millionen Euro für Neubau, Sanierung und Instandhaltung von Schulen investiert werden.
Baubeginn/Fortführung folgender größerer Schulbauprojekte steht im aktuellen Schuljahr an: Sanierung und Umbau des VIVO zur 5-zügigen Stadtteilschule Ottensen (rund 85 Millionen Euro), Sanierung der Ida-Ehre-Schule in Harvestehude (rund 16 Millionen Euro), Zweiter Bauabschnitt Zu- und Ersatzbau Campus Ausschläger Weg in Borgfelde (rund 30 Millionen Euro), Neubau Campus HafenCity (rund 109 Millionen Euro), Zu- und Ersatzbau Heinrich-Hertz-Schule in Winterhude (rund 16 Millionen Euro), Ersatzbau Grundschule Neugraben (rund 32 Millionen Euro) und der Zu- und Ersatzbau zur 6-Zügigkeit des Matthias-Claudius-Gymnasiums in Wandsbek (rund 27 Millionen Euro).
Innerhalb des aktuellen Schuljahres 2025/26 fertiggestellt werden sollen unter anderem der Umbau und die Sanierung des Campus Kieler Straße in Altona (rund 30 Millionen Euro), der Zubau der Schule Döhrnstraße (Grundschule) in Lokstedt (rund 9 Millionen Euro), der erste Bauabschnitt des Campus Ausschläger Weg in Borgfelde (rund 92 Millionen Euro), der Zubau der Schule Stengelestraße (Grundschule) in Horn (rund 11 Millionen Euro), der Zubau und die Sanierung des Gymnasiums im Eilbektal in Eilbek (rund 18,5 Millionen Euro) und der Zubau der Max-Schmeling-Stadtteilschule in Marienthal/Jenfeld (rund 10 Millionen Euro).
Vorausberechnung der Zahl der Schüler/-innen in Hamburg bis 2035
(nur allgemeinbildende Schulen):
Eine Veränderung um 1.000 Schüler:innen bedeutet je nach Schulform und -stufe im Schnitt rund 55 Klassen mehr oder weniger, die eigerichtet werden. Eine durchschnittliche Grundschule hat etwa 300, eine Stadtteilschule oder ein Gymnasium etwa 1.000 Schüler:innen.
Informations- und Anmelderunde zum Schuljahr 2026/27: Infoabende + Tage der offenen Tür
Die Infoabende der Schulen und Tage der offenen Tür starten in den nächsten Tagen und gehen dann je nach Schule bis Mitte/Ende Januar 2026. Der Anmeldezeitraum für die neuen 1. Klassen läuft vom 5. bis 23. Januar 2026, die Anmeldewoche für die 5. Klassen vom 2. bis 6. Februar 2026. Erwartet werden die Anmeldungen von bis zu 19.000 Kindern für die 1. Klassen sowie von rund 19.000 Schüler:innen für die 5. Klassen an den staatlichen und privaten allgemeinbildenden Schulen. Über die konkreten Informations- und Beratungsangebote informieren die Schulen auf ihren Internet-Präsenzen: Schulinfosystem
Schulqualität: Inspektionsberichte sind öffentlich
Die Schulinspektion Hamburg hat den Auftrag, alle staatlichen Hamburger Schulen mit einem standardisierten Verfahren regelmäßig zu bewerten. Dabei werden die Schulen durch das externe Feedback der Schulinspektion in ihrer Entwicklung unterstützt, was im Sinne einer Kontrollfunktion zur Gewährleistung von schulischer Qualität beiträgt.
Inspektionsberichte - hamburg.de
Daten zur schulischen Bildung in Hamburg
Das Institut für Bildungsmonitoring und Qualitätsentwicklung (IfBQ) widmet sich der Aufbereitung, Analyse und Veröffentlichung von Daten zur schulischen Bildung in Hamburg. Zu den Kernaufgaben gehört die Erstellung von Bildungsberichten, die Bereitstellung regionaler Bildungsdaten im Regionalen Bildungsatlas, die Auswertung der Schuljahresstatistik und die Veröffentlichung ihrer Ergebnisse unter der Überschrift Schuljahr in Zahlen sowie die Berechnung des Sozialindex für Hamburger Schulen:
Bildungsberichte und statistische Analysen | IfBQ
Rückfragen der Medien
Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung
Peter Albrecht | Pressesprecher
Telefon: 040 42863 2003
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