Neuer Bildungsmonitor 2026 vorgestellt

Hamburg erneut auf Platz 3 im bundesweiten Bildungsvergleich

14. September 2026 Pressemitteilung

Hamburg hat im Bildungsmonitor des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) bundesweit erneut den dritten Platz erreicht. Die jährliche Vergleichsstudie prüft und bewertet anhand von 13 Handlungsfeldern mit insgesamt 98 Indikatoren, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert. Stärken weist Hamburg aus Sicht der Wissenschaftler:innen 2026 u.a. bei den Handlungsfeldern Internationalisierung (1. Platz), Betreuungsrelationen, Inputeffizienz, und Förderinfrastruktur (jeweils 2. Platz) auf.

  • Schule, Familie und Berufsbildung

Bildungssenatorin Ksenija: „Hamburgs Schulsystem belegt nun schon sechs Jahre in Folge einen hervorragenden dritten Platz unter den 16 Bundesländern. 2010 lag Hamburg noch auf Platz 11. Dafür haben wir viel getan: Der flächendeckende Ausbau der schulischen Ganztagsangebote erfolgte bereits 2012, aber auch die Verbesserung der Lernleistungen gerade im Bereich Lesen und Sprache sowie Englisch zahlt sich aus. Hamburgs Berufsbildende Schulen wurden mit der Gründung des Hamburger Instituts für Berufliche Bildung (HIBB) und der Umsetzung des Schulentwicklungsplans völlig neu aufgestellt und bundesweit zum Vorbild. Wir sind auf einem guten Wege, das bestätigt der Bildungsmonitor 2026 sehr anschaulich.

Bemerkenswert ist dieser Erfolg insbesondere aufgrund der erheblichen Herausforderungen als Stadtstaat, der massiv angewachsenen Schüler:innenzahl, des fortlaufend ansteigenden Anteils von Schüler:innen ohne deutsche Familiensprache (aktuell 34,9 Prozent), der nach wie vor spürbaren Corona-Folgen und des zwischenzeitlichen Lehrkräftemangels, der inzwischen aber behoben werden konnte. Die strukturell vergleichbaren Stadtstaaten liegen auf Platz 12 (Berlin) und Platz 16 (Bremen).“

Bekeris weiter: „Trotz aller Anerkennung für die erfolgreichen Reformen liegt noch viel Arbeit vor uns: Wir wollen den Bildungserfolg weniger abhängig machen von den familiären Voraussetzungen, die Übergänge von Kita in die Schule und von dort später in den Beruf verbessern und den schulischen Ganztag qualitativ weiterentwickeln. Der Anteil von Schüler:innen, die bei Lernstandserhebungen nicht die Mindeststandards erreichen, soll deutlich reduziert werden. Dafür haben wir das bundesweite Startchancenprogramm aufgelegt, bauen die Schulsozialarbeit aus und investieren in den Bildungsbau.“

Hintergrund

Bereits zum 23. Mal wertet die INSM den Beitrag des Bildungssystems für die ökonomische Zukunft Deutschlands aus. Anhand von relevanten Handlungsfeldern wie Integration, Bildungsarmut, Forschungsorientierung und Schulqualität, werden die 16 Bundesländer bewertet. Mit 53,6 Punkten schafft es Hamburg nicht nur auf Platz 3, sondern konnte auch seit 2010 um acht Plätze verbessern. Sachsen führt die Liste in diesem Jahr mit 62,9 Punkten an; Bayern besetzt den zweiten Platz mit 57,8 Punkten.

Stärken Hamburg (Auszug aus INSM Bildungsmonitor 2026)

Internationalisierung (Bildungsmonitor 2026: 1. Platz): Fast alle Grundschülerinnen und Grundschüler in Hamburg (99 Prozent) wurden im Jahr 2024 in Fremdsprachen unterrichtet (Bundesdurchschnitt: 51,7 Prozent). Der Anteil der Berufsschülerinnen und Berufsschüler mit Fremdsprachenunterricht betrug im Jahr 2024 in der Hansestadt 95,6 Prozent (Bundesdurchschnitt: 49,9 Prozent). Die Hamburger Schülerinnen und Schüler haben in der englischen Sprache ein weit überdurchschnittliches Hör- und Leseverständnis. Sie belegen hier unter allen Bundesländern den 1. bzw. 2. Platz.

Betreuungsbedingungen (Bildungsmonitor 2026: 2. Platz): Auf eine Lehrkraft in der Sekundarstufe I (ohne Gymnasien) kamen im Jahr 2024 in Hamburg rechnerisch 10,09 Kinder (Bundesdurchschnitt: 12,9). In den Grundschulen kamen in Hamburg 13 Kinder auf eine Lehrkraft und im Bundesdurchschnitt 15,9. Besser als im Bundesdurchschnitt fallen die Betreuungsrelationen auch in den Kindertageseinrichtungen, in der Sekundarstufe I der Gymnasien und an den beruflichen Schulen aus. Bei den erteilten Unterrichtsstunden pro Klasse wies Hamburg bei den Grundschulen und in der Sekundarstufe I besonders gute Werte auf. In der Sekundarstufe I ohne Gymnasien und bei den Grundschulen wies Hamburg sogar jeweils den besten Wert aller Bundesländer auf. Die Größe der Klassen ist in Hamburg als durchschnittlich anzusehen.

Inputeffizienz (Bildungsmonitor 2026: 2. Platz): In Hamburg wurden die Mittel für die Schulen relativ effizient eingesetzt. Hamburg weist an den Schulen sehr hohe Sachausgaben relativ zu den Gesamtausgaben auf. Weiterhin betrug die Relation der Sachausgaben zu den Personalausgaben an den Hochschulen 57,1 Prozent und im Bundesdurchschnitt nur 43,9 Prozent. Zudem verließen bedeutend weniger Lehrkräfte die Schulen vorzeitig wegen Dienstunfähigkeit als im Durchschnitt über alle Bundesländer (Hamburg: 10,1 Prozent; Bundesdurchschnitt: 20,2 Prozent). Hamburg erreicht hier den besten Wert aller Bundesländer.

Förderinfrastruktur (Bildungsmonitor 2026: 2. Platz): Spitzenwert der Länder: 99 Prozent der Hamburger Grundschülerinnen und Grundschüler lernten im Jahr 2024 an einer offenen oder gebundenen Ganztagsschule (Bundesdurchschnitt 51,2 Prozent). Gleiches gilt für den Anteil der Schülerinnen und Schüler in der Sekundarstufe I, die ganztags betreut werden. Hier erreichte Hamburg einen Wert von 97,7 Prozent (Bundesdurchschnitt: 48,6 Prozent). Zudem fiel der Anteil der drei- bis sechsjährigen Kinder, die sich in einer Ganztagsbetreuung befinden, in Hamburg leicht überdurchschnittlich aus. Weiterhin überstieg in Hamburg im Jahr 2025 der Anteil des Personals mit einem akademischen Abschluss in den Kindertagesstätten mit 12,1 Prozent den Durchschnittswert aller Bundesländer von 7,4 Prozent. Hamburg erzielte hier den zweitbesten Wert aller Bundesländer. Allerdings schnitt Hamburg bei dem Anteil der Ungelernten am Personal in den Kindertageseinrichtungen mit 2,9 Prozent unterdurchschnittlich ab (Bundesdurchschnitt: 2,4 Prozent).

Zeiteffizienz (Bildungsmonitor 2026: 6. Platz): Hamburg zeichnet sich durch relativ geringe Wiederholerquoten im Sekundarbereich I und in den Grundschulen aus. Bei der Wiederholerquote in der Sekundarstufe I wies Hamburg im Jahr 2024 mit 0,6 Prozent den besten Wert aller Bundesländer auf (Bundesdurchschnitt: 2,6 Prozent). Zudem werden relativ wenige Schülerinnen und Schüler verspätet eingeschult. Unterdurchschnittlich schnitt Hamburg jedoch bei dem Anteil der vorzeitig aufgelösten Ausbildungsverträge und dem Durchschnittsalter der Erstabsolventinnen und Erstabsolventen ab.

Digitalisierung (Bildungsmonitor 2026: 6. Platz): In Hamburg fällt die Anzahl der neuen betrieblichen Ausbildungsverträge im IT-Bereich pro 100.000 Erwerbstätige mit 49,5 höher aus als im bundesdeutschen Durchschnitt (39,7). Hamburg erzielt hier den zweitbesten Wert aller Bundesländer. Durchschnitt fällt in Hamburg wiederum die Ausstattung der Schulen mit schnellem Internet und der Umfang des Informatikunterrichts an den Schulen aus.

Die gesamte Studie inkl. Hamburg-Auswertung ist abrufbar unter www.insm.de/bildungsmonitor-2026 (ab 14. September 2026, 12:00 Uhr)

Rückfragen der Medien
Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung
Pressestelle
Telefon: 040 42863 2003
E-Mail: pressestelle@bsfb.hamburg.de 
Internet: www.hamburg.de/bsfb 
Instagram: @schulbehoerde

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